Stehende Ovationen für den Aufsteiger: In eigener Halle vor zahlreichen Fans feierten Marius Hehn und die HSG Preagberg am letzten Spieltag der Bezirksliga A den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Archivfoto: tap

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BZL A: HSG Preagberg schafft Aufstieg nach mehreren Zitterpartien

Handball. In der Bezirksliga A hat die HSG Preagberg eine Saison mit extremen Schwankungen hinter sich: Nach einem guten Start waren die Aufstiegsplätze zwischenzeitlich in weite Ferne gerückt. Nun ist es jedoch trotzdem gelungen, den Aufstieg zu feiern.

Von Robert Giese

Zeitweise sah das Team von Pedro Valina bereits wie ein sicherer Aufsteiger aus, ein paar Wochen später schließlich waren die Aufstiegsplätze wieder in scheinbar unerreichbare Ferne gerückt. Am letzten Spieltag gab es dann aber doch ein Happy End, denn mit dem 28:24-Sieg über die HSG Dietzenbach II sicherte sich Preagberg hinter der TGS Seligenstadt das zweite Ticket für die Bezirksoberliga.

„Das einzig Konstante bei uns“, meint Valina daher im Rückblick, „war, dass wir nicht konstant waren.“ Das treffe nicht nur auf die Saison insgesamt zu, sondern auch auf einzelne Spiele – und zwar bis zum allerletzten Spieltag. Dadurch mussten Valina und seine Spieler bis zur letzten Minute zittern und sicherten sich den Aufstieg nur um Haaresbreite vor dem punktgleichen TV Langenselbold – gegen den TVL hatten die Preagberger im direkten Vergleich allerdings gewonnen. „Langeweile sieht anders aus“, meint der Preagberg-Coach mit einem Augenzwinkern, ergänzt dann aber, „dass mir die vielen Schwankungen schon Bauchschmerzen bereitet haben“.

Langenselbold war ein harter Konkurrent

Vor allem mit den Langenselboldern lieferte sich die HSG praktisch über die gesamte Spielzeit ein Fernduell um den zweiten Aufstiegsplatz, in dem mal Valinas Team die Nase vorn hatte und mal die Mannschaft von Lars Jung. „Vor dem Saisonstart habe ich eine sehr ausgeglichene Liga erwartet, in der viele Vereine um den Aufstieg mitspielen können“, meint Valina, und genau so sei es schließlich eingetreten.

Ein stetes Auf und Ab waren dabei die Leistungen seiner eigenen Mannschaft, die einerseits in scheinbar aussichtslosen Situationen immer wieder zurückkam, sich gleichzeitig aber auch mehrere Chancen entgehen ließ, den Aufstieg frühzeitig klar zu machen. „Ein Paradebeispiel war das Rückspiel gegen Langenselbold, wo wir unser wohl bestes Saisonspiel gemacht haben“, erinnert sich der HSG-Coach, „nur um dann eine Woche später klar gegen Hainburg zu verlieren.“ Zum Glück für die Preagberger hätte Langenselbold diesen Ausrutscher aber nicht ausnutzen können und patzte selbst, sodass die HSG im Saisonendspurt unerwartet wieder alle Trümpfe in der Hand hatte.

Mehrere Ursachen für die starken Leistungsschwankungen

Zurücklehnen konnte sich Valina deshalb allerdings nicht, denn im vorletzten Saisonspiel verspielte sein Team beinahe alles, als es beim TV Altenhaßlau eine Viertelstunde vor Schluss mit vier Toren zurücklag. „Das Spiel war symptomatisch für die gesamte Saison“, so der Preagberg-Coach, „erst haben wir den Sack nicht zugemacht, sind dann in die Bredouille gekommen, haben uns am Ende aber gerade so noch selbst hinausgezogen.“ In Altenhaßlau setzte sich die HSG durch einen Treffer in der Schlussminute mit 22:21 durch und ebnete damit den Weg Richtung Aufstieg.

Die konstant wechselhaften Leistungen seines Teams hätten mehrere Gründe, wie Valina ausführt. „Einerseits ist die Bezirksliga A immer für Überraschungen gut, andererseits hatten wir aber auch mit einigen Verletzungen zu kämpfen.“ Preagberg musste unter anderem mehrere Monate auf Torwart Marco Simovsky verzichten, „auch wenn Fabian Gesser das sehr gut kompensiert hat.“

Ein guter Kader als Schlüssel

Grundsätzlich sei die Personalsituation aber gut gewesen, was auch an zwei Neuzugängen lag: „Oliver Neumann ist nicht ohne Grund Torschützenkönig geworden“, so Valina mit Blick auf seinen Torgaranten auf Rechtsaußen, „er war immer für einige Tore gut.“

Auch Kreisläufer Kevin Flender habe das Spiel der HSG belebt – zumindest so lange er diszipliniert gespielt habe. „Alles in allem hatten wir einen qualitativ guten und ziemlich ausgeglichenen Kader, das war sicher ein Vorteil.“

Auf diese Stärken will Valina auch in der kommenden Saison in der Bezirksoberliga bauen, denn der Kader bleibt zusammen und soll punktuell noch verstärkt werden. „Für uns geht es da erst einmal um den Klassenerhalt“, wirft Valina einen Blick voraus und hofft, dass die Bezirksoberliga auch für die eigenen Nachwuchsspieler ein Anreiz ist. Über den Aufstieg nach der monatelangen Zitterpartie hat sich der Verein jedenfalls ausgiebig gefreut: Nach Valinas Angaben dauerte die Aufstiegsfeier bis sechs Uhr morgens.

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