Zurück in Frankfurt: Nur bis Ende September stand der Bruchköbeler Calvin Schaum im Dienst der White Wings Hanau.
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Zurück in Frankfurt: Nur bis Ende September stand der Bruchköbeler Calvin Schaum im Dienst der White Wings Hanau.

Kurzes Gastspiel in Hanau

ProB: Bruchköbeler Calvin Schaum spielt wieder bei den Fraport Skyliners Juniors

  • Julia Meiss
    vonJulia Meiss
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Überraschend verkündeten die White Wings Hanau Ende September, dass Calvin Schaum um Auflösung des Vertrags bei den ProB-Basketballern gebeten hatte. Schließlich hatte sich der 18-jährige Bruchköbeler erst im Sommer wieder seinem Heimatverein angeschlossen.

Seit gut einem Monat spielt der Zwei-Meter-Mann wieder für die Fraport Skyliners Juniors in der ProB und erklärt, warum es für ihn und die White Wings einfach nicht die richtige Zeit war.

„Die Umfänge waren leider nicht tragbar, das hatten wir uns vorher alle anders erhofft“, sagt der angehende Abiturient der Hohen Landesschule Hanau zu seinem Wechsel im September. „Ich habe auch noch in der U19 in Weiterstadt gespielt und wir haben keine vernünftige Lösung für Schule, zweimal Basketball und Gesundheit gefunden“, sagt Calvin Schaum und gibt ein Beispiel für einen vollgepackten Tag.

Montags stand für den Youngster, der auch schon Erfahrung in der U-Nationalmannschaft gesammelt hat, bis 17 Uhr Schule an. Danach ging es direkt zum Training nach Weiterstadt, das etwa von 18.15 bis 20 Uhr dauerte. Im Anschluss stand noch das Training bei den White Wings in Hanau auf dem Plan – und der Montag sei nicht der einzige voll durchgeplante Tag gewesen. Auch die jeweils gut einstündige Fahrt nach Weiterstadt und zurück hat zusätzlich Zeit gekostet, die eigentlich nicht vorhanden war.

Das Pflichttraining für beide Mannschaften, immerhin spielt die U19 der SG Weiterstadt als Team Südhessen in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL), war nicht zu reduzieren: „In Weiterstadt hätte ich zweimal pro Woche trainieren müssen, um zum Team zu gehören.“ Ähnlich schwierig hätte die Gestaltung der Wochenenden mit zwei Spielen – in der ProB und NBBL – ausgesehen.

Somit musste sich der 18-jährige Bruchköbeler bereits vor Saisonbeginn eingestehen, dass bei diesem Pensum entweder die Schule, der Sport oder die Gesundheit – im schlimmsten Fall etwas von allem – auf der Strecke bleiben werden. Daher hat er sich dazu entschlossen, die White Wings und SG Weiterstadt zu verlassen.

Seine neue sportliche Heimat ist seine alte, denn nun spielt Calvin Schaum wieder für Eintracht Frankfurt/Fraport Skyliners in der NBBL und für die Fraport Skyliners Juniors in der ProB. „Frankfurt hatte einen Spielerengpass und ich war willkommen“, sagt der Power Forward über seine Rückkehr in die Mainmetropole. Darüber ist auch sein Coach Miran Cumurija froh: „Calvin ist ein sehr intelligenter Spieler. Er versteht alles, was auf dem Feld passiert und setzt sich gerne mit Basketball auseinander.“

Dadurch, dass beide Mannschaften, für die Calvin Schaum spielt, unter einem Vereinsdach vereint sind, wird die Doppelbelastung deutlich reduziert: „Ich muss jetzt nicht mehr doppelt trainieren, weil die beiden Mannschaften zu einem Konzept zur Nachwuchsförderung gehören.“

Dadurch bleibt dem Forward genug Zeit, um sich auf die Schule zu konzentrieren, denn nächstes Jahr stehen die Abiturprüfungen an. Calvin Schaum will zwar durchaus austesten, wie weit es im Basketball für ihn gehen kann, doch will er sich nicht ausschließlich auf den Profisport verlassen.

„Ich will Sportmanagement studieren und mir damit ein zweites Standbein aufbauen“, gibt der HoLa-Schüler einen Einblick in seine kurzfristige Zukunftsplanung. Wo er studieren will, weiß Calvin Schaum noch nicht. Zeitgleich mit dem Studium will er sich aber auch „voll auf den Basketball fokussieren“ – daher scheint ein Basketball-Standort wahrscheinlich.

Der Bruchköbeler will sich in der aktuellen Saison weiterentwickeln. Die Möglichkeit dazu bekommt er nicht nur im NBBL-Team, das aufgrund der Corona-Verordnungen im November pausieren muss, sondern auch bei den Skyliners Juniors – dem Nachwuchsteam des Bundesligisten aus Frankfurt. Die ProB ist eine Profiliga, darf daher weiterspielen.

Da die Mannschaft aktuell durch fünf verletzte Spieler arg dezimiert ist, steht Calvin Schaum entsprechend oft auf der Platte. „Das geht im Moment auch gar nicht anders“, scherzt der Bruchköbeler, der mit seinen Einsatzzeiten natürlich zufrieden ist.

Dass die ersten drei Saisonspiele verloren gingen, treibt Calvin Schaum keine Sorgenfalten auf die Stirn: „Wir sind eine sehr junge Truppe ohne Importspieler und sind im Schnitt 18,8 Jahre alt.“ Da fallen die Niederlagen gegen den ProA-Absteiger Dresden (52:72) und das starke Juniorteam des FC Bayern Basketball (51:87) in die Kategorie Erfahrung sammeln.

Gleiches gilt für die Spiele vor leeren Rängen. „Das ist schwer. Jeder Hallensport lebt von den Fans – Basketball und Handball wahrscheinlich noch mehr als andere“, gibt der 18-Jährige einen Einblick in seine Gefühlswelt, wenn die Partien unter Trainingsatmosphäre über die Bühne gehen.

„In Dresden (am 31. Oktober, Anm. d. red.) waren 500 Fans erlaubt, das haben wir noch mal richtig genossen“, blickt Schaum auf eine Saison, die aufgrund der Corona-Pandemie unter nie da gewesenen Umständen gespielt wird – auch wenn der Basketball-Alltag von Calvin Schaum stressfreier geworden ist.

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