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Pillmann-Power sorgt für Partystimmung bei der HSG

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Die Mannschaft bedankt sich bei ihrem Matchwinner Yaaron Pillmann (Zweiter von rechts), der in den Schlussminuten voranging und nicht nur von der Siebenmeterlinie traf. Foto: bbn
Die Mannschaft bedankt sich bei ihrem Matchwinner Yaaron Pillmann (Zweiter von rechts), der in den Schlussminuten voranging und nicht nur von der Siebenmeterlinie traf. Foto: bbn

Handball. Mitten im Freudentaumel der Hanauer Spieler schnappte sich Patrick Beer den Mann des Spiels und drückte ihn für einige Sekunden an seine Brust. „Yaron Pillman ist alles, aber kein guter Siebenmeterschütze“, meinte der Trainer später im Interview mit unserer Zeitung ...

Von Thorsten Jung

„Heute hat er mir aber das Gegenteil bewiesen und die zwei wichtigen rein gemacht." Yaron Pillmann erzielte die letzten vier Tore des Spiels und bescherte der HSG somit den 23:22-Sieg über die SG Leutershausen.

An den ungläubigen Blicken und dem ein oder anderen Kopfschütteln merkte man den HSG-Akteuren – nachdem sie ihren ersten Emotionen freien Lauf gelassen hatten – an, dass sie selbst nicht unbedingt mit einem Sieg gegen den Tabellenzweiten gerechnet hatten. Nicht wegen der zahlreichen verletzten und angeschlagenen Spieler. Und sicher nicht, nachdem der Favorit und Zweitliga-Absteiger sieben Minuten vor Schluss mit 22:19 führte.

"Jedes mal mit 100 Prozent draufgegangen.“Doch Pillmann hatte noch etwas vor. Er wollte die Hanauer Heimserie nicht zu Ende gehen lassen und nahm sein Herz in beide Hände. Bei nahezu jedem Angriff übernahm er nun die Verantwortung. In der 53. und 54. Minute donnerte er den Ball mit der nach einem anstrengenden Handballjahr allerletzten verfügbaren Kraft ins Tor der SGL. „Ich habe gemerkt, dass ich in der zweiten Halbzeit ein bisschen in Fluss komme und wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Dann bin ich jedes mal mit 100 Prozent draufgegangen.“

Hinten sollte die Abwehr um den erneut starken Sebastian Schermuly kein Gegentor mehr zulassen, sodass die Pillmann-Show ihren Höhepunkt erreichen konnte.

Abgezockt Als die Schiedsrichter in der 57. Minute auf Siebenmeter für Hanau entschieden, schnappte sich Pillmann den Ball. Zum ersten Mal in dieser Saison. Abgezockt legte er den Ball über Leutershausens Keeper Alexander Hübe: 22:22. Die Main-Kinzig-Halle bebte.

Plötzlich schien – unermüdlich vom stimmgewaltigen Blauen Block angetrieben – alles möglich. Leutershausen erlaubte sich einen technischen Fehler und Marc Strohl wurde beim Wurfversuch gefoult. Die Uhr war abgelaufen. Ein letzter Wurf sollte über HSG-Sieg oder Unentschieden entscheiden.

Alles entscheidende AktionPillmann gegen Hübe (früher SC Magdeburg und TSV Hannover-Burgdorf) lautete erneut das Duell. Anspannung auf den Rängen und den Trainerbänken. „Ich habe gar nicht so viel nachgedacht. Marc Strohl kam zu mir und hat gesagt: 'Du machst ihn rein.' Daran habe ich geglaubt. Und im Endeffekt hab' ich ihn reingemacht“, beschreibt Pillmann die Sekunden vor der letzten Aktion des Spiels und schiebt schnell nach: „Mit ein bisschen Glück.“ Das hatten sich die Hanauer an diesem Abend auch verdient.

HSG-Coach Beer und sein SGL-Kollege Marc Nagel waren sich, was die Pillmann-Siebenmeter angeht, einig: „Das war keine Technik, das war Wille.“ Pillmanns Wille brachte Hanau den Sieg.

Freude und VorfreudeUnd der gefeierte Matchwinner hatte seine Achillessehnenprobleme, die ihn seit Wochen plagen, in der Euphorie des Last-Second-Sieges wohl vergessen. Worauf er sich in der anstehenden Weihnachtspause am meisten freut? „Auf die Vorbereitung in zwei Wochen“, gab Pillmann mit einem zufriedenen Lächeln zu Protokoll und feierte anschließend mit seinen Teamkollegen und den Fans in der Halle bei Pizza und Bier.

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