Sieben eigene Treffer bejubelte Philipp Ahouansou im Finalhinspiel um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft. Die Rhein-Neckar-Löwen schlugen die SG Flensburg-Handewitt deutlich mit 35:29. Foto: René Weiss

Handball

Philipp Ahouansou gewinnt mit Löwen das Hinspiel um Meisterschaft

Handball. Für Philipp Ahouansou ist der Monat Mai im handballerischen Bezug der vielzitierte Wonnemonat: Vor knapp zwei Wochen gaben die Rhein-Neckar-Löwen bekannt, dass der Hanauer einen Profivertrag beim deutschen Handball-Spitzenklub unterschrieben hat.

Von René Weiss

Und jetzt machte er mit der A-Jugend-Mannschaft der Badener im Hinspiel des Finales um die deutsche Meisterschaft im Glutofen, der ausverkauften Östringer Stadthalle, vor rund 750 Zuschauern einen großen Schritt in Richtung Titel.

Klarer Sieg für die Junglöwen

Die Junglöwen bezwangen die SG Flensburg-Handewitt deutlich mit 35:29 und haben für den entscheidenden zweiten Vergleich am kommenden Samstag gute Aussichten, die Meistertrophäe nach Baden-Württemberg zu holen.

Sieben Tore erzielte Ahouansou in den beiden Viertelfinalduellen gegen die Füchse Berlin, derer vier gegen den TSV Hannover-Burgdorf in der Vorschlussrunde, um gegen die Gäste von der Förde noch eine Schippe draufzulegen. Sieben Treffer markierte der wurfgewaltige Schütze aus dem linken Rückraum.

Der 2,03-Meter-Hüne hat eine prima Entwicklung genommen, auch weil er selbst zu seinen größten Kritikern zählt. „Ich würde sagen, ich habe gegen Flensburg eine solide Leistung gezeigt. Leider sind mir auch drei, vier Fehler unterlaufen, die mich ärgern“, fasste er seine Leistung am Samstagabend zusammen. Unter den Zuschauern weilte auch U19-Nationaltrainer Erik Wudtke, der nach der Schlusssirene dem Hanauer gratulierte und ankündigte, sich auch das Rückspiel anschauen zu wollen.

Gutes Signal Richtung Jugend-EM

„Danach möchte er mit mir quatschen“, erzählt Ahouansou. Das kann für den seit Anfang Mai 18-Jährigen, der in der zu Ende gehenden Runde Doppelschicht in A-Jugend und Drittliga-Mannschaft fuhr, ein gutes Signal in Richtung Jugend-Europameisterschaft im Sommer sein. Ahouansou hat ein breites Strahlen auf dem Gesicht, wenn von diesem Turnier die Rede ist. Liebend gerne wäre er dann im DHB-Dress dabei.

Aber zunächst einmal gilt die volle Konzentration dem Final-Rückspiel am kommenden Samstag. „Unser Heimsieg war nur die erste Halbzeit. Wir müssen gegen die starke Flensburger Mannschaft weiterhin 100 Prozent geben, um unser Ziel zu erreichen“, macht das Talent, das vor zwei Jahren von der HSG Hanau ins Rhein-Neckar-Löwen-Internat wechselte, deutlich.

Vor einem Jahr scheiterte er mit der B-Jugend im Endspiel knapp am SC Magdeburg, der aktuell ältere A-Jugend-Jahrgang bekam zudem schon 2017 von den Füchsen Berlin den B-Jugend-Titel weggeschnappt. Ahouansou: „Es ist ein riesiger Ansporn für uns, es diesmal zu schaffen. Wir wollen zeigen, dass unsere Jahrgänge 2000 und 2001 auch einen Titel holen können.“

Noch einmal 60 Minuten

60 Minuten trennen die Rhein-Neckar-Löwen und Philipp Ahouansou noch davon. 60 Minuten mit vollem Einsatz und voller Konzentration. Auch deshalb haben die Rhein-Neckar-Löwen die Meldung von Ahouansous Profivertrag schon vor dem Endspiel veröffentlicht.

„Wir haben lange überlegt, ob wir bis nach dem Finale warten sollen“, erklärt der Rückraumspieler, „ich habe es dann selbst so entschieden, dass wir es vor den beiden Spielen gegen Flensburg machen sollten. So habe ich den Kopf komplett frei.“ Sieben Tore im Hinspiel zeigen, dass es offenbar die richtige Entscheidung war.

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