Positive Überraschung: Der am Dienstag 19 Jahre alt gewordene Philip Hecker (rechts gegen Speyer) hat sich seinen Platz in der Rotation der White Wings erkämpft.
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Positive Überraschung: Der am Dienstag 19 Jahre alt gewordene Philip Hecker (rechts gegen Speyer) hat sich seinen Platz in der Rotation der White Wings erkämpft.

Talente erarbeiten sich Platz im ProB-Team

Philip Hecker steht für den Kurs der White Wings

  • Jörn Polzin
    vonJörn Polzin
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Zu Beginn der Saison hatte Kamil Piechucki, Trainer der Ebbecke White Wings Hanau, seinen Schützling Philip Hecker mal zur Seite genommen. „Wenn du richtig gut trainierst, kannst du deinem Bruder bei den Spielen ein paar Minuten klauen“, hat er dem Small Forward auf den Weg gegeben. Freilich nicht ganz ernst gemeint. Denn Bruder Felix zählt in seiner zweiten Saison stets zur Startformation des Basketball-Drittligisten und agiert auf einer anderen Position, als Shooting Guard.

Hanau – Dennoch hat Philip Hecker den Rat des Trainers befolgt, sich als Neuling einen festen Platz in der Rotation erspielt. „Er ist voll integriert und gibt im Training Vollgas“, lobt Geschäftsführer Sebastian Lübeck. Der Lohn: knapp zehn Minuten Spielzeit pro Partie. Beim jüngsten Coup in Ulm stand der 19-Jährige sogar mehr als 13 Minuten auf dem Feld und erzielte mit neun Punkten sogleich einen Saisonbestwert. Er steht damit auch für den Weg, den die White Wings gehen wollen. Mit jungen Talenten aus der Region, die in der Pro B Fuß fassen – und sich diesen Sprung auch zutrauen.

„Philip stand vor der Saison vor der Entscheidung, beim MTV Kronberg viel Spielzeit in der Regionalliga zu bekommen oder sich die Minuten bei uns hart zu erarbeiten. Er hat sich für uns entschieden, das zeigt seine Einstellung“, betont Lübeck. Mit dem einen oder anderen Vier-Punkte-Spiel (Dreier plus Bonusfreiwurf) ließ er aufhorchen.

Gut möglich, dass der 1,93 Meter große Hecker auch am Sonntag (24. Januar) um 16 Uhr in Erfurt wieder häufiger auf dem Feld steht. Das Selbstbewusstsein stimmt, wie beim gesamten Team nach drei Siegen in Serie und dem Sprung auf den siebten Tabellenplatz. Ganz vorne rangieren die Hanauer bei den Steals, klauen dem Gegner beinahe zehn Mal pro Partie den Ball. Alleine sieben verzeichnete Justus Peuser beim 87:78 in Ulm. „Das war sicher seine beste Saisonleistung“, lobt Lübeck den jungen Spielmacher. Dass der zuletzt aus privaten Gründen fehlende Center Josef Eicher wieder ins Training eingestiegen ist und eine Option fürs Erfurt-Spiel darstellt, passt ins positive Gesamtbild.

Ganz anders die Lage beim Gegner, der über die Saison hinweg besonders von Corona-Ausfällen und Quarantänemaßnahmen betroffen ist. Das Tabellenschlusslicht hat erst acht Partien bestritten, nur eine davon gewonnen. Der Januar bietet für die Löwen ein Mammutprogramm mit vielen englischen Wochen. Erst am Mittwoch mussten sie beim neuen Tabellenführer in Gießen antreten, unterlagen mit 72:93. Und die Sorgen werden nicht weniger. So befinden sich nach einer Covid-Erkrankung im Umfeld der Mannschaft aktuell mit Jonathan Arnold und Lorenz Schiller zwei treffsichere Schützen in Quarantäne und werden auch das Spiel gegen Hanau verpassen.

Trainer Uvis Helmanis, einst lettischer Nationalspieler, muss daher improvisieren. Immerhin steht der Brite Rowell Graham-Bell wieder zur Verfügung. Gewarnt sind die White Wings zudem vor Miles Osei (21 Punkte in Gießen) und Spielmacher Ricky Price jr., der beim 79:67-Hinspielerfolg der Hanauer mit 23 Punkten auftrumpfte. „Wir haben eine gute Trainingswoche hinter uns und gehen ausgeruht in die Partie. Das dürfte unser Vorteil sein“, meint Lübeck.

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