Marko Dordevic (beim Korbleger) empfahl sich mit neun Punkten für weitere Einsätze.
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Marko Dordevic (beim Korbleger) empfahl sich mit neun Punkten für weitere Einsätze.

ProB: Play-offs in Sicht

Perfekter Abend für Josef Eichler: Center spielt beim 85:67 der White Wings Hanau kurz mit und wird dann Vater

  • Jörn Polzin
    vonJörn Polzin
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Es waren gerade mal fünf Minuten gespielt, da hielt es Sebastian Lübeck nicht mehr auf seinem Platz. Der Geschäftsführer der Hanau White Wings flitzte zur Spielerbank. Sein Kommando: „Nimm den Jo bitte raus“. Gemeint war Josef Eichler, Center des Basketball-Drittligisten.

Hanau – Der war weder verletzt noch leistungsmäßig abgefallen. Die Auswechslung hatte einen erfreulichen Anlass. Eichler stand kurz davor, Vater zu werden.

„Mit seiner Freundin war vereinbart, dass sie sich meldet, wenn es ernst wird. Das habe ich dann weitergeleitet“, erzählt Lübeck. Eichler schnappte sich seine Tasche und steuerte schnurstracks den Kreißsaal der Klinik an. Während er sich später über die Geburt eines Sohnes freuen durfte, hatten seine Teamkollegen auf dem Feld ihre Arbeit erfolgreich verrichtet.

Mit 85:67 (40:30) bezwangen die White Wings den TSV Oberhaching, eroberten den siebten Tabellenplatz zurück und können für die Play-offs planen. Zugleich rehabilitierten sich die Hanauer, die am Spieltag den Opfern des rassistischen Anschlags vor einem Jahr gedachten, für die beiden ärgerlichen Niederlagen zuvor. „Der Sieg versetzt uns in eine gute Lage“, meinte Trainer Kamil Piechucki.

Ohne Eichler und Jönke

Der 7:0-Blitzstart gab die nötige Sicherheit. Auch der frühzeitige Abgang von Josef Eichler brachte die Gastgeber nicht aus dem Konzept, die fortan ohne Kapitän auf dem Feld standen. Die Fingerfraktur von Till-Joscha Jönke ließ doch noch keinen Einsatz zu. Eine Kontrolluntersuchung am heutigen Montag soll darüber Aufschluss geben, ob der Spielmacher in dieser Woche wieder ins Training einsteigen kann.

Ohne die beiden Routiniers waren die „Jungen“ gefordert, die ihre Aufgabe sehr ordentlich erledigten. Marko Dordevic erhielt erstmals mehr Spielanteile und überzeugte mit sieben Punkten und fünf Rebounds. „Marko hat sich gut präsentiert. Wenn er weiter so hart an sich arbeitet, hat er die Chance auf mehr Spielzeit“, lobt Piechucki.

Aufgedreht hatte auch Matthias Fichtner. Der Flügelspieler kämpfte um jeden Ball und zeigte sich äußerst treffsicher. Am Ende standen 18 Punkte und zehn Rebounds für ihn zu Buche. Ebenfalls 18 Zähler steuerten Eduard Arques Lopez und Malik Kudic bei. Im dritten Viertel kämpfte sich Oberhaching auf 47:43 heran, blieb aber vor allem aus der Distanz zu harmlos und verabschiedete sich damit aus dem Play-off-Rennnen. Ganz anders als die White Wings. (Von Jörn Polzin)

Hanau: Peuser (7), Stenger (1), Eichler (2), F. Hecker (14), Knox, P. Hecker, Dordevic (7), Fichtner (18), Arques Lopez (18), Fertig, Kudic (18)

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