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Neue sportliche Heimat: Die Hammersbacherin Paulina Harder spielt ab Sommer für Zweitligist SG Kirchhof. Zuvor will sie mit der A-Jugend der HSG Blomberg-Lippe das Final Four um die deutsche Meisterschaft erreichen.

Wechsel in die zweite Liga

Paulina Harder macht den nächsten Karriereschritt

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Vor ihrem nächsten Karriereschritt steht die Hammersbacherin Paulina Harder: Die 18-jährige Kreisläuferin unterzeichnete einen Zweijahresvertrag beim nordhessischen Zweitligisten SG Kirchhof.

Für Harder ist das nicht der erste große Sprung in ihrer noch jungen Karriere. Vor rund vier Jahren entschloss sich die damals 15-Jährige, ihre Heimat zurückzulassen und ans Internat der HSG Blomberg-Lippe zu wechseln, wo sie ihre schulische und handballerische Ausbildung optimal miteinander kombinieren konnte. „Das war schon ein gewagter Schritt“, erinnert sich die Kreisläuferin, „von zu Hause wegzugehen und auf sich allein gestellt zu sein, ohne meine Eltern um mich herum zu haben.“ In Blomberg warteten viele Herausforderungen auf die Jugendliche: „Ich musste Schule und Sport unter einen Hut bekommen, mich um viel mehr selbst kümmern als zuvor und viele Dinge selbst organisieren“, zählt Harder auf. 

Das sei nicht immer einfach gewesen, aber mit der Zeit sei sie besser und besser zurechtgekommen. „Rückblickend war der Wechsel hierher absolut die richtige Entscheidung, denn ich bin dadurch schon früh sehr selbstständig geworden und habe mich persönlich sehr weiterentwickelt.“ Auch sportlich habe sie sich in Blomberg umstellen müssen, denn dort seien gleich sieben Trainingseinheiten unter der Woche die Regel gewesen, dazu gab es am Wochenende die Spiele. „Die Belastung war deutlich höher, auch dadurch, dass wir mit älteren Spielerinnen trainiert haben“, erzählt Harder, „aber dadurch lernt man auch viel.“ 

Großes Ziel zum Abschluss vor Augen: Final Four

Daher kommt bei der 18-Jährigen momentan etwas Wehmut auf, denn ihre Zeit in Blomberg nähert sich dem Ende: In diesem Jahr wird sie ihr Abitur ablegen, ab der kommenden Saison läuft sie für Kirchhof auf. „Ich verlasse Blomberg mit einem weinenden Auge, denn ich habe hier viele tolle Freunde und Bekannte“, wirft Harder schon einmal einen Blick voraus, „aber ich freue mich auch auf den Schritt nach Kirchhof.“ Noch aber steht der Alltag in Blomberg an, und in dem bereitet sie sich auf das Abitur vor und spielt parallel nicht nur in der A-Jugend der HSG, sondern auch in deren zweiter Mannschaft, die in der 3. Liga West antritt. 

Mit der A-Jugend steht Harder aktuell im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft – und hat in ihrer letzten Saison in Blomberg ein klares Ziel: „Das Final Four zu erreichen, wäre schon nochmal etwas Besonderes.“. Dazu muss aber Viertelfinalgegner Bayer Leverkusen aus dem Weg geräumt werden. „Das wird nicht einfach, denn Leverkusen ist ein gutes Team“, gibt die Kreisläuferin zu bedenken. Ab dem Sommer will Harder dann in Kirchhof den nächsten Schritt gehen, für den Wechsel zum Zweitligisten hat sie sich aus mehreren Gründen entschieden: „Einerseits wollte ich in die 2. Bundesliga, andererseits gibt es in Kirchhof ein familiäres Umfeld, in dem ich mich gleich wohlgefühlt habe.“ Außerdem könne sie dort ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin absolvieren, „und es ist auch ein bisschen näher an meiner Heimat“, ergänzt Harder und freut sich darauf, ihre Familie künftig häufiger zu sehen. 

In Kirchhof wolle sie zunächst Erfahrungen sammeln, sich nach und nach etablieren und als junge Spielerin zu Spielanteilen kommen. „Das wird nicht einfach“, räumt Harder ein, „denn der Sprung in die 2. Bundesliga ist groß. Aber ich werde alles hineinwerfen, um mich auch hier gut weiterzuentwickeln.“

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