Trotz Corona-Pandemie und plötzlichem Schneefall: Paul Muwanga, Fußballer des Gruppenligisten Türk Gücü Hanau, genießt seine Studienzeit in Madrid.
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Trotz Corona-Pandemie und plötzlichem Schneefall: Paul Muwanga, Fußballer des Gruppenligisten Türk Gücü Hanau, genießt seine Studienzeit in Madrid.

Opa des Türk-Gücü-Spielers war Präsident von Uganda

Paul Muwangas aufregende Tage in Madrid

Der für den Gruppenligisten Türk Gücü Hanau spielende Paul Muwanga verdankt seinen Vornamen einem prominenten Vorfahren. Seinen Großvater Paulo Muwanga, den ehemaligen Staatspräsidenten von Uganda, hat der 25-jährige Student der Wirtschaftswissenschaft aber nicht mehr kennengelernt. Der afrikanische Staatsmann starb im Jahr 1991, vier Jahre bevor sein Enkel im niedersächsischen Göttingen das Licht der Welt erblickte.

Hanau – „Ich bin Deutscher mit ugandischen Wurzeln“, erzählt Muwanga. Aktuell absolviert er ein Auslandssemester in Madrid und war dort vor einigen Tagen Zeuge eines in der spanischen Landesmetropole seltenen Wintereinbruchs.

Schnee hat die Spanier überrascht

„Die Leute haben große Augen gemacht. Nach einem sonnigen Tag hat es angefangen zu schneien und dann einfach nicht mehr aufgehört. In vielen Häusern in Madrid existieren gar keine oder aber veraltete Heizungssysteme. Auch in unserer WG mussten wir den Elektriker bestellen, um die Bude einigermaßen warm zu bekommen“, erzählt der Student.

Das Leben in Madrid gefällt dem Türk-Gücü-Akteur richtig gut – trotz Corona. Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung sind in Spanien etwas anders als in Deutschland. „Läden und Restaurants haben geöffnet, schließen aber früher. Dafür gilt außer Haus generell eine Maskenpflicht“, berichtet Paul Muwanga. Den Fußball in der Stadt verfolgt er auch nur im Fernsehen, in den spanischen Profiligen wird derzeit auch ohne Zuschauer gespielt.

In der Jugend bei Hannover 96 und Eintracht Braunschweig

Die Liebe zum Fußball prägte schon seine Kindheit, sein Talent blieb nicht verborgen und wurde nach dem Wechsel von seinem Heimatverein Göttingen 05 zu Hannover 96 später noch in der Nachwuchsabteilung von Eintracht Braunschweig gefördert. Ins Rhein-Main-Gebiet verschlug es Paul Muwanga wegen des Studiums, seine Familie lebt weiter in Göttingen. Beim damaligen Hessenligisten Spvgg. Neu-Isenburg ließen sich die Belastungen von Studium und höherklassigem Amateurfußball nur schwer vereinbaren.

Über den Kontakt zu Studienkollegen bot sich dem Defensivspieler bei Türk Gücü Hanau eine interessante Alternative. In der Elf von Spielertrainer Tim Müller kann er Spaß und sportlichen Ehrgeiz gut verbinden. „Bei der Spvgg. Neu-Isenburg war ich der einzige Student im Team. Jetzt bei Türk Gücü sind wir eine kleine Gruppe von Leuten, die allesamt in Frankfurt studieren“, schätzt der 25-jährige die kameradschaftliche Komponente in seinem aktuellen Verein als hohes Gut.

Bei Türk Gücü Hanau viele Studien-Freunde

Pascal Palacios Hernandez, Sadra Sememy, Justin Netzband, Tom Spiegel und Madi Barnett sind allesamt Uni-Freunde von Paul Muwanga. „Wir machen in unserer Freizeit viel gemeinsam. Es trägt einfach viel zum Spaß im Mannschaftssport bei, wenn man sich mit seinen Mitspielern gut versteht“, sagt Muwanga, der schon vor seiner Abreise nach Madrid seinem Team auf dem Platz wegen eines diagnostizierten Knorpelschaden im Knie kaum helfen konnte.

Viele Partien seiner Mannschaft verpasste Muwanga nicht. Die heimische Fußballwelt befindet sich in der Corona-Zwangspause und schon Ende des Monats kehrt der junge Fußballer nach Frankfurt zurück. Sobald wieder Trainingseinheiten erlaubt sein werden, möchte Paul Muwanga intensiv an seinem Comeback arbeiten. Er ist fest von der Qualität im Kader des Gruppenligisten überzeugt und denkt, dass sich der augenblickliche 15. Tabellenplatz locker noch verbessern lässt.

Türk-Gücü-Trainer schwärmt von Paul Muwanga

„Paul ist ein super Kerl, den man nur mögen kann. Der Junge ist menschlich total korrekt und verfügt über großes sportliches Potenzial. Für mich zählt Paul zu den Top drei aller Rechtsverteidiger in der Gruppenliga. Allein schon wegen seiner Athletik ist es für die Offensivspieler sehr schwer, an ihm vorbeizukommen“, erklärt Türk Gücüs Spielertrainer Tim Müller.

Dass Paul Muwanga seine Knieverletzung nun in der Pandemiepause auskurieren könne, sei für ihn ein wenig Glück im Unglück, so Müller, der hofft, dass Muwanga bis zum Re-Start wieder richtig fit sein wird.

Von Frank Schneider

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