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Oed erwischt „rabenschwarzen Tag“ - Hild „happy“ als zweitbester Deutscher

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Von: Jörn Polzin

Kämpfertyp: Julius Hild arbeitete sich auf dem kräftezehrenden Parcours auf Platz 36 vor. Bei der deutschen Meisterschaft will er um die Medaillen mitlaufen.
Kämpfertyp: Julius Hild arbeitete sich auf dem kräftezehrenden Parcours auf Platz 36 vor. Bei der deutschen Meisterschaft will er um die Medaillen mitlaufen. © Imago

Freude und Zufriedenheit auf der einen, Ernüchterung und leichter Frust auf der anderen Seite. Unterschiedlicher hätte die Gemütslage nach der Cross-Europameisterschaft der U23 in Dublin/Irland aus Sicht der Teilnehmer des SSC Hanau-Rodenbach kaum sein können. Und das, obwohl, das Duo weder vorne, geschweige denn um die Podestplätze mitgelaufen war.

Hanau – Doch während Lisa Oed mit Platz 52 (von 57 Startern) haderte, konnte Julius Hild mit Rang 36 (von 73) sehr gut leben. „Ich bin richtig happy, das Rennen ist so verlaufen, wie ich mir das vorgestellt habe“, betonte der 22-Jährige. Heißt: Flotter Start, Rhythmus finden, durchhalten.

In einem schnellen Rennen sortierte sich Hild mit den deutschen Teamkollegen zunächst hinten ein, allerdings mit geringem Abstand zu den Vordermännern. So arbeitete sich der Niederrodenbacher auf dem acht Kilometer langen Wiesenparcours Schritt für Schritt, Teilnehmer für Teilnehmer nach vorne. Und das auf einer kräftezehrenden Strecke, bergauf, bergab, mit knöcheltiefem Matsch. „Das liegt Julius. Er ist ein Läufer, der über die Kraft kommt, und konnte so seine Stärken ausspielen“, erläutert Sascha Arndt, Trainer und Vorsitzender des SSC Hanau Rodenbach.

Im Ziel standen für seinen Schützling Platz 36 und eine Zeit von 25:42 Minuten zu Buche. 1:13 Minuten hinter dem britischen Sieger Charles Hicks, nur vier Sekunden hinter dem besten Deutschen, Malte Propp, der das Rennen als 32. beendete. Der Deutsche Meister Nick Jäger landete nur auf Rang 48, bekam allerdings auch einen Spike ab. „Das große Ziel von Julius war es, unter die Top 3 des DLV zu kommen. Das hat er geschafft und das Optimum herausgeholt“, freute sich Arndt. Bei den deutschen Meisterschaften am Samstag in Sonsbeck will Hild dann um die Medaillen laufen -- mit dem SSC-Team vielleicht sogar um den Titel.

Lisa Oed kam bei der EM nur als 52. ins Ziel.
Lisa Oed kam bei der EM nur als 52. ins Ziel. © Imago

Weit vom Optimum entfernt war hingegen Lisa Oed. „Das war ein rabenschwarzer Tag, einfach nicht mein Wettkampf“, meinte die Rodgauerin, die von Beginn an auf der „harten Strecke“ mächtig zu kämpfen hatte. Die 22-Jährige biss sich durch, schaffte es aber nicht, Anschluss herzustellen, und kam als 52. in 23:01 Minuten ins Ziel – mehr als zwei Minuten hinter Siegerin Nadia Battoclettti aus Italien (20:32). Größere Vorwürfe wollte sich die EM-Dritte über 10 000 Meter mit Blick auf die taktischen Vorgaben nicht machen. „Ich habe alles gegeben und bin ein gleichmäßiges Rennen gelaufen. Es gab keinen Einbruch zum Schluss. Es war einfach nicht mehr drin“, sagte Oed, bei der es im Training noch besser gelaufen war.

Enttäuscht zeigte sie sich einzig über die Platzierung - ausgerechnet zum Abschluss ihrer U23-„Karriere“. In der neuen Saison wechselt Oed zu den Erwachsenen und verfolgt ambitionierte Ziele: „Jetzt heißt es aber erst mal, die Fehlerchen abzustellen, um es das nächste Mal wieder besser zu machen.“

Von Jörn Polzin

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