Florian Juli (rechts) weiß, wie wichtig die richtige Motivation für das Spiel gegen Melsungern ist. Archivfoto: TAP

Handball

Oberliga: SGB gastiert bei unberechenbaren Melsungern

Handball. Wunden lecken war bei der SG Bruchköbel angesagt: Nachdem das Team von Tegaday Ramos-Nuez nach vier Siegen in Folge am vergangenen Wochenende eine Pleite gegen die TSG Münster hinnehmen musste, wollen die Bruchköbeler schnell in die Erfolgsspur zurückkehren.

Die Chance dazu bietet sich heute Abend bei der MT Melsungen II – und damit bei einem Gegner, der in dieser Oberliga-Saison für spektakuläre Ergebnisse gut war.

Die Nordhessen, die auf dem neunten Tabellenplatz liegen, haben in dieser Spielzeit für mächtig Aufsehen gesorgt – allerdings in beide Richtungen. Während die MT zu Hause beeindruckende Heimsiege feierte wie beim 34:18 gegen die MSG Umstadt/Habitzheim, kam Melsungen auch schon mächtig unter die Räder: Beim TuS Dotzheim verlor man mit 26:46.

Schwer einzuschätzen

Ob die Melsunger gegen Bruchköbel das eine oder andere Extrem abrufen werden oder doch irgendetwas dazwischen, wird sich wohl erst mit dem Anpfiff zeigen. „Es ist allein schon schwer einzuschätzen, wer bei ihnen aufläuft“, meint der Bruchköbeler Florian Juli, „schließlich können immer einige A-Jugendliche dabei sein.“ Da der Gegner ein junges Team ins Feld führt, geht Juli von einem schnellen Spiel aus: „Sie werden sicher ordentlich aufs Tempo drücken“, so der Rückraumspieler – im Schnitt erzielt Melsungen pro Partie 30 Treffer, muss aber auch ebenso viele Gegentore hinnehmen.

Neben dem Tempospiel verfügen die Nordhessen auch über Stärken aus der zweiten Reihe: „Sie haben einige groß gewachsene Spieler, die aus der Distanz werfen können“, weiß Juli – damit kann Melsungen auf eine Option zurückgreifen, über die Bruchköbel nicht verfügt. Gerade gegen den gefährlichen Rückraum müsse die SGB wieder besser verteidigen als in der Vorwoche, fordert Juli: „Da müssen wir uns gegenseitig motivieren und es müssen alle zupacken – und nicht nur zwei oder drei.“

Nur als Beobachter

Im Heimspiel gegen Münster musste Juli von der Bank aus beobachten, wie die SGB-Deckung gegen die dynamischen Gegenspieler alles andere als kompakt stand und immer wieder große Lücken offenbarte. „Wir sind zeitweise nur hinterhergerannt“, ärgert sich Juli.

Juli selbst, der im Sommer zur SGB gewechselt ist, hat bisher noch keine große Rolle gespielt und kam meist nur zu Kurzeinsätzen. „Für mich ist das eine schwierige Situation“, gibt der Rückraumspieler zu, der zu Saisonbeginn verletzt war und dadurch etwas Boden verloren hatte. Nun, da er die Verletzung längst überwunden hat, würde er bei der SGB gerne mehr Verantwortung übernehmen: „Mehr Einsätze“, meint Juli, „wären sicherlich schön.“

Einstweilen stellt er sich aber auch auf der Ersatzbank voll und ganz in den Dienst der Mannschaft, feuert seine Mitspieler an und motiviert sie unentwegt. rob

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