Christopher Schneider trainiert jetzt den Kreisoberligisten Eintracht Oberissigheim. Zuvor war er in der Hessenliga als Trainer der Mittelbucher Frauen erfolgreich. Foto: Adrian

Oberissigheim

Oberissigheims neuer Trainer Schneider im Interview

Fußball. Kürzlich verkündete Kreisoberligist Eintracht Oberissigheim die Verpflichtung von Christopher Schneider als neuen Trainer. Der langjährige Spieler und Trainer der SG Bruchköbel soll die Eintracht wieder in die Erfolgsspur bringen.

Im Interview mit unserem Mitarbeiter Michael Bellack erklärte der 40-Jährige nach seinem ersten Training, dass der Mannschaft die Fitness fehle. Mit dem Bruchköbeler Stadtderby bei der Spvgg. Roßdorf am Sonntag und dem Auswärtsspiel bei Kellerkind VfB Großauheim am Dienstag (jeweils 15 Uhr) legt Schneider los.

Herr Schneider, Ihre Verpflichtung als Trainer wurde relativ zeitnah nach der Entlassung von Dirk Vollmar bekannt. Wie kam das zustande?

„Ich bin am Montag, nachdem Dirk Vollmar sonntags entlassen wurde, kontaktiert worden. Am Mittwoch gab es dann ein Gespräch, am folgenden Dienstag wurde schon alles klargemacht. Nachdem ich das mit Erlensee abgeklärt habe.“

Die A2-Jugend des FCE hatten Sie erst im Sommer übernommen. War der Drang im Seniorenbereich zu trainieren so groß, oder war das Angebot der Eintracht so verlockend?

„Ich wollte sowieso immer den Herrenbereich machen. Die Idee war eigentlich, dass ich jetzt zwei, drei Jahre Jugendtrainer bin und dann in den Herrenbereich gehe. Dass es jetzt so schnell gegangen ist, kam für mich auch überraschend. Das Interesse von Oberissigheim hat mich sehr gefreut. Ich kenne viele Spieler hier, kenne den Verein schon lange. Zu Landesliga-Zeiten haben wir oft gegeneinander gespielt, das waren heiße Derbys.“

Wie verlief Ihre Spielerkarriere?

„Lange Zeit habe ich bei Bruchköbel gespielt. Wir sind zweimal aufgestiegen, mehrfach Pokalsieger geworden und haben fünfmal das Hallenmasters gewonnen. Danach habe ich in der Hessenliga bei Buchonia Flieden gespielt. Dann habe ich Arthrose in beiden Knien bekommen und deshalb meine Karriere quasi beendet. Später war ich noch zwei Jahre in Niederrodenbach und dann bei der SGB II. Letztes Jahr habe ich in der zweiten Mannschaft von Kewa Wachenbuchen gespielt, seit dem endgültigen Karriereende spiele ich dort bei den Alten Herren. Die Knie machen es nach sieben Jahren Pause mit. Es knirscht zwar ab und zu, tut aber nicht weh.“

Auch als Trainer haben Sie Erfahrung gesammelt. Nach der Zeit als Coach der SGB II waren sie bei den Damen des FC Mittelbuchen in der Hessenliga.

„Genau, das war zwei Jahre lang und recht erfolgreich. Wir sind in der Hessenliga Herbstmeister mit der gleichen Mannschaft geworden, die vorher fast abgestiegen ist. Zweimal sind wir knapp am Aufstieg gescheitert.“

Am Dienstag haben sie zum ersten Mal das Training bei der Eintracht geleitet, zuvor haben Sie sich bereits Spiele angeschaut. Wie sind Ihre Eindrücke?

„Ich war beim Derby (0:2 gegen TSV Niederissigheim) und beim letzten Spiel (2:2 gegen VfR Kesselstadt) da. An sich ist das eine gute Mannschaft. Mich wundert es, dass sie so weit unten stehen. Von der Qualität her gehören sie ins erste Drittel. Die Mannschaft ist aber nicht fit, das ist ein riesen Manko. Zudem ist sie verunsichert. Da gibt es verschiedene Situationen, wo die Spieler die falschen Entscheidungen treffen. Wenn sie ins Eins-gegen-eins gehen könnten, spielen sie ab. Und umgekehrt. Man bekommt ja den Tunnelblick, wenn man nicht fit ist und nach Luft ringt. Da haben wir schon schwer dran gearbeitet. Die Jungs haben ordentlich geschwitzt. Da war das ein oder andere Schnaufen zu hören.“

Das Augenmerk liegt also zuerst auf der Fitness?

„Das ist ein Baustein. Ich will auch das Zusammenspiel verbessern. Beim Spiel nach vorne macht nur ein Teil der Mannschaft mit. Defensiv müssen wir auch etwas machen. Das geht von Einzeltraining im Fitnessbereich über Gruppentaktik und Mannschaftstaktik. Es gibt einige Stellschrauben. Von der Qualität her gibt die Mannschaft das her.“

Haben Sie ein konkretes Ziel für die Restsaison?

„Das habe ich, werde ich aber nicht kommunizieren. Das werde ich nur intern mit der Mannschaft ausmachen. Volker Machtanz (Spielausschuss, Anm. d. Red.) will zum einen nicht absteigen und hätte gerne einen Platz im Mittelfeld. Sagen wir es mal so: ich möchte in der oberen Tabellenhälfte stehen.“

Robert Kahlina als Vorgänger von Dirk Vollmar war acht Jahre bei der Eintracht Trainer, Vollmar nur zehn Monate. Nun erhofft man sich wieder etwas langfristiges aufbauen zu können.

„Wir wollen etwas aufbauen, was stabiler ist. Nicht ganz so wacklig, auch von der Mannschaftsstruktur her. Wenn man nur einen Kader von 17, 18 Mann hat, steht das auf dünnen Beinen. Wir wollen den Kader in der Breite ausbauen, sodass wir auf bestimmte Situationen auch reagieren können. Ob das im Winter sein wird, oder im Sommer, wird man sehen.“

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