Bei der Gruppenliga-Besprechung verging den Verbandsfunktionären (von links) Jürgen Radeck (Verbandsfußballwart), Alexander Koch (Einzelrichter), Ulli Trumpfheller (HFV-Vereinsserviceassistent), Gerhard Pfeifer (Klassenleiter) und Heiko Spillner (Schiedsrichtervertreter) das Lächeln schnell.
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Bei der Gruppenliga-Besprechung verging den Verbandsfunktionären (von links) Jürgen Radeck (Verbandsfußballwart), Alexander Koch (Einzelrichter), Ulli Trumpfheller (HFV-Vereinsserviceassistent), Gerhard Pfeifer (Klassenleiter) und Heiko Spillner (Schiedsrichtervertreter) das Lächeln schnell.

GRUPPENLIGA

Oberau kündigt Beschwerde an: Bei Vorrundenbesprechung hitzige Debatte über Spielmodus

Seinen Start als neuer Klassenleiter der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost hatte sich Gerhard Pfeifer sicherlich anders gewünscht. Noch vor seiner Vorstellung kochten bei der Terminbesprechung im Sportheim des FC Gelnhausen die Emotionen zeitweise hoch. Zankapfel war der mit 38 Spieltagen vollgepackte Spielplan.

Gelnhausen – Bereits im Vorfeld war bekannt, dass einige Vereine die Liga lieber geteilt hätten, anstatt in einem 20er Feld zu starten. Eine vor wenigen Wochen durchgeführte Videokonferenz mit den Vereinen hatte ein geteiltes Meinungsbild ergeben. Zehn Vereine sprachen sich für zwei Staffeln aus, sieben waren für eine komplette Saison und drei für eine Einfachrunde. Der anwesende Verbandsfußballwart Jürgen Radeck erklärte den Vereinsvertretern, wie es aus seiner Sicht zur Entscheidung des Verbandsspielausschusses kam, doch seine Worte halfen zunächst nicht, das schwelende Feuer auszutreten. Deutlich aus der Deckung kam Peter Kuhl. Der Spielausschussvorsitzende der Sportfreunde Oberau kündigte an, nach der verbindlichen Veröffentlichung des Spielgeschehens eine Beschwerde an den Verband richten zu wollen und schloss weitergehende juristische Schritte seines Vereins gegen den vorliegenden Spielplan nicht aus. Auch andere Vereine – namentlich wurden keine genannt, Kuhl sprach von fünf bis sechs – stünden inhaltlich auf der Oberauer Seite.

Jürgen Radeck erklärte, dass das Präsidium des Hessischen Fußball-Verbandes in einem Eilverfahren über eingehende Beschwerden befinden müsse. Unterdessen zeigten sich viele Vereinsvertreter irritiert. Sie waren davon ausgegangen, dass der ihnen vorliegende Spielplan verbindliche Gültigkeit besitzt und waren nicht auf ein Abwägen von Für und Wider eingestellt. „Wir fühlen uns hier ein wenig unter Druck gesetzt“, meinte etwa Tim Kleinschmidt von der SG Rosenhöhe Offenbach. Die Vereine aus dem Kreis Offenbach hatten im Vorfeld mehrheitlich für eine normale Runde gestimmt. Nun fühlten sich einige der entsendeten Vereinsvertreter zu Unrecht in die Ecke gedrängt. Andere wiederum versuchten zu beschwichtigen: „Wir haben alle Bock auf viele Spiele und endlich eine Saison sportlich zu Ende bringen“, betonte Stefan Mussler vom FC Gelnhausen.

Neuer Klassenleiter reagiert auf neuerliche Diskussionen genervt

Genervt war auch Gerhard Pfeifer. Er habe einige Zeit investiert, um nach der Entscheidung des Verbandsspielausschusses einen Spielplan für die Gruppenliga Frankfurt Ost zu erstellen. Über die erneut aufflammenden Diskussionen, ob eine Komplettrunde in Coronazeiten sinnvoll ist und ein Programm mit 38 Ligaspielen den Vereinen, die zusätzlich noch Pokalspiele zu absolvieren hätten, überhaupt zugemutet werden kann, zeigte er sich wenig begeistert. Der auf Bitten seines Vorgängers und Regionalbeauftragten Thorsten Bastian für den Posten als Klassenleiter der Ost-Staffel eingesprungene Pfeifer ließ durchblicken, dass er eine abrupte Kehrtwende hinsichtlich des Spielmodus wohl nicht mittragen würde. „Dann muss sich der Verband einen anderen Klassenleiter suchen“, so der 70-jährige Gelnhäuser Kreisfußballwart. Der erfahrene Funktionär ist dafür bekannt, ein harmonisches Miteinander zwischen Verbands- und Vereinsmitarbeitern zu bevorzugen. „Ich hoffe nicht, dass diese Diskussionen die Spielklasse spaltet.“ Nach gut einer Stunde hitziger Debatte, in der vereinzelt auch Spitzen von einem Lager zum anderen flogen, kamen die Protagonisten dann doch allmählich zum Kernthema des Abends. Dem bestehenden Spielplan, der nach aktuellem Stand (noch) Gültigkeit besitzt.

Los soll es bereits am 8. August gehen. An diesem Sonntag ist auf dem Sportgelände in Gedern die vom vierten Spieltag vorgezogene Partie des FC Alemannia gegen den SVG Steinheim angesetzt. Der erste reguläre Spieltag ist für Sonntag, 15. August, terminiert, wobei die Sportfreunde Oberau und die SG Marköbel ihre Partie bereits auf Donnerstagabend (12. August) vorgezogen haben.

Bis zu sechs Absteiger - je nach Absteiger aus der Verbandsliga Süd

In der übernächsten Saison soll die Gruppenliga möglichst wieder mit 18 Vereinen antreten, weswegen nun bis zu sechs Teams absteigen können. Fünf Absteiger werden es nur dann sein, falls kein Verein aus der Verbandsliga Süd in diese Staffel absteigt. Aufsteigen kann nur der Meister, Aufstiegsrunden in die Verbandsspielklassen wird es auch in dieser Spielzeit wegen der ungewissen Corona-Lage keine geben.

Neu ab dieser Saison: Eine Gelb-Rote Karte zieht automatisch ein Spiel Sperre nach sich. Eine Änderung, die nicht bei allen Vereinsvertretern auf Wohlwollen stieß. Noch weniger die Tatsache, dass im Gegensatz zu den Profiligen in den hessischen Spielklassen weiterhin nur das Einwechseln von maximal drei Spielern erlaubt ist. Die Eintrittspreise bleiben bei vier Euro für Erwachsene stabil, Jugendliche und Rentner zahlen den ermäßigten Eintrittspreis von drei Euro. (Von Frank Schneider)

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