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Nur drei Viertel gleichwertig: Hanauer unterliegen Spitzenreiter Dresden 61:85

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Von: Jörg Moll

Hanaus Topscorer: Dewrell „JD“ Tisdale jr. (Mitte) zieht gegen den früheren Hanauer Sebastian Heck (links) und Tanner Graham zum Korb. Am Ende kam er auf 18 Zähler.
Hanaus Topscorer: Dewrell „JD“ Tisdale jr. (Mitte) zieht gegen den früheren Hanauer Sebastian Heck (links) und Tanner Graham zum Korb. Am Ende kam er auf 18 Zähler. © Scheiber

„Abschenken wollen wir nichts“, hatte Geschäftsführer Sebastian Lübeck angekündigt. Und die Basketballer der Hanau White Wings hielten sich gegen die Dresden Titans, den Tabellenführer der 3. Basketball-Bundesliga ProB, mehr als 20 Minuten an die Vorgabe, ein Topteam ärgern zu wollen. Die Hanauer hielten gegen die Sachsen richtig gut mit, lagen phasenweise sogar in Führung.

Hanau – Weil die White Wings aber das Tempo und die Intensität der Gäste nicht über die komplette Spielzeit mitgehen konnten, endete die Partie schließlich doch so, wie es zu erwarten war: mit einer klaren 61:85-Niederlage. Die ernüchternde Erkenntnis für die Brüder-Grimm-Städter, die nach 13 Spielen mit zehn Zählern auf Rang acht stehen: Punkten müssen sie gegen Teams auf Augenhöhe. Dresden gehört nicht in diese Kategorie.

In den ersten beiden Vierteln gelang es den Hanauern aber stets, eine gute Antwort auf das Offensivspiel der Gäste zu finden und gleichzeitig in der Defensive nicht zu viele freie Würfe zuzulassen. Anfang des zweiten Viertels konnten die White Wings sogar in Führung gehen und diese bis in die zweite Halbzeit verteidigen.

Doch im dritten Viertel zeigte Dresden dann, warum sie ganz oben stehen: Die Titans erhöhten den defensiven Druck, ließen den Ball im Angriff deutlich besser laufen und fanden so immer wieder gute Anspielstationen für freie Würfe. Der statistische Nachweis dafür: In Nico Wenzl (16), Grant Teichmann (14), Georg Voigtmann (12), Tanner Graham und dem früheren Hanauer Sebastian Heck (je 11) trafen fünf Titans-Akteure zweistellig. Zum Vergleich: Bei den White Wings gelang dies neben Dewrell Tisdale (18), dessen Trefferquote allerdings durchaus diskutabel war, Niklas Krause (14) und Matthias Fichtner (13) nur drei Spielern. Und so nahm die Partie schließlich ihren doch erwartbaren Verlauf. Nachdem das Team von Trainer Kamil Piechucki im dritten Viertel noch auf Schlagdistanz geblieben war, ging im Schlussabschnitt gar nichts mehr. 9:25 lautete das Resultat in den letzten zehn Minuten. Dresden, mit einer tiefen personellen Rotation gesegnet, hatte nun überhaupt keine Probleme mehr, zu Punkten zu kommen.

Jetzt kommen schlagbare Gegner

„Das Spiel hat gezeigt, dass wir momentan nicht mit dem Spielniveau eines Pro-A-Aspiranten mithalten können“, resümierte Cheftrainer Kamil Piechucki und richtete stattdessen den Blick voraus: „In den nächsten Wochen spielen wir gegen Teams aus dem unteren Tabellenbereich, da haben wir die Chance, uns wieder besser zu präsentieren.“

Auch Sebastian Lübeck registrierte, dass die White Wings nicht über die volle Distanz ebenbürtig waren. Positiv war für ihn das Comeback von Center Victor Demetrio. „Das ist ein gutes Signal für die nächsten Aufgaben“, meinte er. Und in denen warten nun Gegner auf Augenhöhe: die Arvato College Wizards aus Karlsruhe etwa sind Tabellenelfter (6 Punkte), danach geht es gegen die punktgleichen Coburger.

Größere Sorgen als die sportliche Situation bereiten dem Hanauer Geschäftsführer die hohen Corona-Infektionszahlen, die in vielen Sportarten Vereine zu Zwangspausen zwingen. „Irgendwann stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit“, räumt Lübeck nachdenklich ein. (Von Jörg Moll)

Hanau White Wings: Dewrell „JD“ Tisdale (18 Punkte/1 Assist/1 Rebound), Dion Braimoh, Philip Hecker (6/1/7), Eren Yildiz, Niklas Krause (14/2/6), Jonas Stenger, Stefan Vasovic (3/0/4), Philipp Walz (0/0/6), Victor Demetrio (0/0/2), Luca Eibelshäuser, Daniel Loh (7/0/2), Matthias Fichtner (13/0/0)

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