Seit 2012 hat Thorsten Maier als Trainer das Sagen in Wachenbuchen. Archivfoto: TAP

Fußball

Noch nicht genug: Wachenbuchens Trainer bleibt der Kewa treu

Fußball. Ein Vierteljahrhundert ist Thorsten Maier mittlerweile für Kewa Wachenbuchen aktiv. Der Trainer der ersten Mannschaft hat als Spieler und als Coach viel erlebt und den Verein in den vergangenen zwei Jahren jeweils auf Rang drei der Kreisoberliga geführt.

Von David Lindenfeld

Obwohl es in dieser Saison bisher nicht so läuft wie im Sommer erhofft, hat der 48-Jährige die Ziele für die aktuelle Spielzeit noch nicht abgehakt. Um wieder weiter nach oben blicken zu können, benötigt sein Team jedoch am Sonntag einen Derby-Sieg gegen den FC Hochstadt.

Das große Problem der Kewa ist in dieser Saison die Inkonstanz. „Wir hatten immer wieder viele Verletzte und viele Urlauber und mussten in jedem Spiel Leute ersetzen. Ich weiß nicht, ob wir mal zwei Spiele am Stück mit der selben Aufstellung spielen konnten“, sagt Maier. Nach zwei dritten Plätzen in den vergangenen beiden Spielzeiten waren die Erwartungen an die Kewa in dieser Saison hoch. Nicht wenige hatten die Wachenbucher im Sommer neben Dörnigheim für den Platz ganz oben in der Tabelle auf dem Zettel.

„Das hat es zu meiner aktiven Zeit in der Form so nicht gegeben.“

„Die Erwartungshaltung war auch bei uns hoch. Wir wollten auf jeden Fall weiter vorne stehen und hatten uns mehr erhofft“, gesteht Maier, dessen Team eigentlich Teil der Spitzengruppe sein wollte – momentan aber nur auf Platz neun steht. „Auf der anderen Seite passt die Erwartungshaltung aber nicht zum Trainingsalltag.“ Der Verein musste über weite Strecken der Hinrunde Ausfälle von erfahrenen Spielern wie Stürmer Jan Hofmann oder Innenverteidiger Samuel Schröder kompensieren. Hinzu kommt, dass bei wichtigen Spielen oder in der Vorbereitung häufig viele Spieler urlaubsbedingt fehlten.

„Das hat es zu meiner aktiven Zeit in der Form so nicht gegeben. Da hat man den Urlaub schon mal anders geplant“, sagt Maier. Als Bischofsheimer im Juniorenbereich spielte er zunächst beim FSV, ehe er 1994 nach einer kurzen Zeit beim Dörnigheimer SV seinem Bruder Andreas zur Kewa folgte. Dort lief der 48-Jährige vor allem auf Defensivpositionen auf – zunächst im Mittelfeld, dann als Innenverteidiger, später als Libero.

„So wollte ich nicht aufhören“

„Ob das ein Vorteil ist für einen Trainer, weiß ich nicht. Es scheint aber keiner zu sein, weil wir immer noch zu viele Gegentore kriegen“, sagt Maier lachend. Seine Spielerkarriere beendete er im Alter von 35 Jahren, nachdem er sich ein Jahr zuvor das Kreuzband gerissen und sich danach noch einmal zurück auf den Platz gekämpft hatte. „So wollte ich nicht aufhören“, sagt er heute.

Die Kewa suchte damals einen Trainer für die zweite Mannschaft. So kam eins zum anderen: Fünf Jahre später wurde Maier Coach der 1A, wie die Wachenbucher ihre erste Mannschaft nennen. Für die kommende Spielzeit hat der dienstälteste Trainer der Kreisoberliga dem Verein schon seine Zusage gegeben. Dann wird Maier in sein neuntes Jahr als Coach gehen.

„Die Kewa ist für mich wie meine zweite Familie“

Wie lange er danach noch bei der Kewa aktiv sein will, lässt er offen. „Es gibt sehr viele Spieler, die bisher noch nie unter einem anderen Trainer gespielt haben. Es tut aus Sicht der Spieler bestimmt auch mal gut, einen anderen Trainer zu haben“, erklärt Maier, der den richtigen Moment für den Absprung keinesfalls verpassen will und deshalb häufig die Gespräche mit seinen Spielern sucht.

Fest steht für ihn jedoch, dass er im Anschluss wohl bei keinem anderen Verein anheuern wird. „Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich mache den Trainerjob gerne, weil er bei der Kewa ist“, sagt Maier. Im gleichen Atemzug betont er, wie wohl er sich im Verein fühlt. Auch nach seiner Zeit als Coach will er der Kewa in irgendeiner Funktion erhalten bleiben. „Es gibt hier so viele gute und herzensliebe Menschen, die zu Freunden geworden sind. Die Kewa ist für mich wie meine zweite Familie“, sagt der Vater von zwei Kindern.

„Auf die Tabelle zu schauen, lohnt sich erst im April.“

Nach seiner Zeit als Trainer will er es zunächst einmal genießen, „mal ohne sich Gedanken über die Aufstellung machen zu müssen, sonntags auf den Sportplatz zu kommen.“ Gedankenspiele über Personal, Taktik und Formation gehören derzeit aber noch dazu – vor allem, wenn am Sonntag das Derby gegen den FC Hochstadt ansteht. „Das ist gerade für die älteren Generationen im Verein aufgrund der uralten Rivalität immer etwas Besonderes, auf das sich alle freuen.“

Für die Kewa wird das Spiel richtungsweisend sein. „Ich schaue momentan erstmal nicht nach unten und glaube nicht, dass wir da nochmal in Gefahr geraten, aber wir müssen die nächsten Spiele erstmal abwarten“, so Maier. Die Tabelle der Kreisoberliga ist momentan verzerrt. Niederissigheim hat erst 16 Spiele absolviert, während Roßdorf schon 22 Spiele auf dem Konto hat. Rechenspiele machen daher keinen Sinn. „Auf die Tabelle zu schauen, lohnt sich erst im April. Dann kann man sehen, was im Mai noch möglich ist“, sagt Maier. Nach25 Jahren Erfahrung bei der Kewa dürfte er wissen, wovon er spricht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema