Germania Niederrodenbach hat vor der Sommervorbereitung den Buchberg-Cup gewonnen. In der heißen Endphase der Saison stehen die Spargel-Germanen im Kreispokalfinale und spielen zudem die Relegation zur Gruppenliga Frankfurt Ost. Dort heißt der Gegner im Halbfinale 1. FC Langen. Archivfoto: Kalle

Rodenbach

Niederrodenbach ist heiß: Die Relegationsteams im Überblick

Fußball. Am Samstag fällt in der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt Ost mit den Hinspielen der beiden Halbfinals der Startschuss. Der FSV Bad Orb empfängt die SG Büdingen, während Germania Niederrodenbach den 1. FC Langen herausfordert. Beide Spiele werden um 15.30 Uhr angepfiffen. Die Teams im Überblick:

Von Frank Schneider

Alle vier Vizemeister verfolgen das gleiche Ziel: Eine gute Ausgangslage für die Rückspiele schaffen, die dann kommenden Mittwoch über die Bühne gehen. Die beiden Sieger treffen sich am Samstag, 10. Juni, zum Endspiel auf neutralem Platz in Hochstadt. Nur der Sieger wird in der kommenden Saison in der Gruppenliga Frankfurt Ost antreten.Auch ein Verbandsliga-Aufstieg des SC Viktoria Nidda über die Aufstiegsrunde würde daran nichts ändern, da aufgrund des freiwilligen Rückzugs der Sportfreunde Seligenstadt von der Hessen- in die Gruppenliga die Richtzahl von 17 Vereinen in der Frankfurter Ost-Staffel nicht unterschritten werden kann.Scheitert Nidda in der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga Süd, dann startet die Gruppenliga Frankfurt Ost in der kommenden Saison mit 18 Teams, was womöglich ein Anstieg der maximalen Absteigerzahl von fünf auf sechs nach sich ziehen würde. Doch das ist Zukunftsmusik. Für die vier Vizemeister der Kreisoberligen Büdingen, Gelnhausen, Hanau und Offenbach geht es am Samstag um einen guten Start in die Aufstiegsrunde. Die vier Anwärter werden im einzelnen vorgestellt.

Germania NiederrodenbachIm Jahr 2012 stieg die Germania aus der Gruppenliga Frankfurt Ost ab. In den Folgejahren schnupperte das Team von Trainer Jochen Breideband mehrmals am Aufstieg, doch mehr als eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde und gute Platzierungen unter den besten fünf Teams der Kreisoberliga Hanau sprangen nicht heraus. „Wir wollen wieder in die Gruppenliga“, nennt der Coach den Wunsch seines Teams, das in der abgelaufenen Saison mit großer Homogenität glänzte und als Zweiter hinter Meister FC Erlensee stolze 72 Punkte einspielte.Dass seine Mannschaft den Aufstieg verdient hätte, daran lässt Breideband keinen Zweifel. Zwischen Hin- und Rückspiel liegt am Pfingstmontag aus Sicht der Germania terminlich ungünstig das Kreispokalfinale gegen Türk Gücü Hanau.Der Pokalwettbewerb ist in dieser Saison bei den Rodenbachern eine spezielle Geschichte. Einerseits beförderte die Germania die beiden Verbandsligisten SG Bruchköbel und SC 1960 Hanau aus dem Wettbewerb und steigerte damit ihr Selbstvertrauen.Den Halbfinalsieg bei der Spvgg. Langenselbold 1910 musste der Vizemeister aber schwer erkaufen, da sich mit Torjäger Volkan Bakar (Achillessehnenriss) und Dincer Topcu (Kreuzbandriss) zwei Leistungsträger schwer verletzten und nun nicht mehr zur Verfügung stehen.Gleiches gilt für Außenbahnspieler Alexander Krämer (Haarriss in der Wade). Dominik Wenisch fehlt am Samstag im Hinspiel zudem aus privaten Gründen. Bauen können die Rodenbacher auf die Relegationserfahrung ihres Trainers. Jochen Breideband bereitet sich aktuell auf seine sechste Teilnahme vor.Von 19 Spielen gewann Breideband mit der Germania insgesamt 16-mal. Kurioserweise reichte diese fette Ausbeute nur für zwei Aufstiege. Gleich dreimal scheiterte die Germania haarscharf. Das soll diesmal nicht passieren. „Aus dem Kreis Offenbach war nie Fallobst dabei, doch wir sind auch stark und können das schaffen“, beziffert Jochen Breideband die Chancen auf den Finaleinzug auf 50 Prozent.Seine Einschätzung: „Wenn beide Mannschaften ihre Normalform bringen, werden das zwei interessante Partien auf Gruppenliga-Niveau.“ Im Heimspiel am Samstag im Waldstadion will der Hanauer Kreisvertreter eine gute Grundlage legen, um danach auf dem traditionellen Spargelfest etwas feiern zu können. 

1. FC LangenDass der 1. FC Langen in der abgelaufenen Saison in der Kreisoberliga Offenbach konstant vorne mitmischte, überraschte kaum. Vor der Saison verstärkte der FCL den Kader von Trainer Murat Kilinc auf etlichen Positionen mit Spielern, die bereits höherklassig kickten. Der Altersdurchschnitt der Langener ist dennoch recht jung. „Unser Fokus lag klar auf der Verpflichtung von Langener Spielern, die anderswo in der Jugend oder Seniorenbereich schon höherklassig gespielt haben“, berichtet Spielausschussmitglied Pedram Navidi.In den Partien gegen die direkten Konkurrenten holte der FCL viele Punkte, doch am Ende machte der SV Germania Steinheim knapp das Rennen. Der Aufstieg soll jetzt über den Umweg Aufstiegsrunde gelingen. „Das ist klar unser Ziel“, unterstreicht Navidi die Ambitionen seines Vereins. Als ehemaliger Verbands- und Gruppenligist würde ein Aufstieg die Rückkehr in die Gruppenliga einen sportlichen Neuaufbau krönen, der vor drei Jahren mit dem ehemaligen Sprendlinger Erfolgscoach Murat Kilinc in der A-Liga gestartet wurde.Die Truppe des Tabellenzweiten gilt als sehr spielstark und pflegt einen ballorientierten Fußball. „Gegen tief stehende Mannschaften hat uns aber oft die Geduld gefehlt“, deutet Navidi an, dass fehlende Erfahrung und Cleverness unter dem Strich die Meisterschaft gekostet haben.Der Teamgeist stimmt, mit Frank Cholewa (18 Saisontreffer) und Florian Beckmann (15) setzt der FCL auf zwei gruppenligaerfahrene Offensivkräfte. Verletzungsbedingt fehlen in der entscheidenden Phase der Saison jedoch Kapitän Alex Klooz und Dennis Schwarz. 

SG BüdingenErst am letzten Spieltag der Kreisoberliga Büdingen eroberte die SG05 den zweiten Tabellenplatz und schob sich auf den letzten Drücker an den Sportfreunden Oberau und der FSG Ober-Schmitten/Eichelsdorf vorbei. Die Rothosen haben somit die Chance auf den direkten Wiederaufstieg.In der vergangenen Saison stiegen die Büdinger mit über 40 Punkten unglücklich aus der Gruppenliga ab. Das aktuelle Team hat mit dem der vergangenen Saison aber nicht mehr viel gemein. Viele Stammspieler verließen nach dem Abstieg den Verein, Trainer Michael Mohr baute mit vielen jungen Spielern ein neues Team auf. Der Start missglückte, nach vier Spieltagen waren die Büdinger Letzter. Einige Disziplinlosigkeiten sorgten für Unruhe, Ausschreitungen am Rande des Matchs beim SV Altwiedermus bescherten der Mohr-Elf sogar einen Abzug von drei Punkten. „Es war schon stark, wie wir uns nach vorne gearbeitet haben. So einen Lauf hat man vielleicht alle zehn Jahre“, berichtet Mohr. Die Stimmung sei dementsprechend gut, sein Team habe zudem in den Duellen gegen den FSV Bad Orb nichts zu verlieren, erklärt der Rodenbacher.Bitter aus Sicht der Büdinger sind jedoch die Ausfälle von Abdullah Yildiz und Kaan Ceribas. Beide trafen in der abgelaufenen Saison zwölfmal und belebten das Offensivspiel des Gruppenliga-Absteigers entscheidend. Auf Almin Karalic (15 Treffer) wird somit viel Verantwortung lasten. „Man kann es sich nicht aussuchen, doch ich bin sicher, dass wir in den Aufstiegsspielen eine schlagkräftige Truppe aufbieten können“, sagt Mohr, dessen Vertrag nicht über das Saisonende hinaus verlängert wurde und der ab Juli von Alberto Agnetelli abgelöst wird.Die Gewissheit, dass seine Mannschaft auf Tempofußball setzt und in der Rückrunde die Topteams Oberau und Altwiedermus geschlagen hat, lässt Mohr optimistisch den beiden Halbfinals gegen den Gelnhäuser Kreisvertreter entgegenblicken.

FSV Bad OrbAls Interimstrainer hat Helmut Dauth den FSV Bad Orb mit einer tollen Aufholjagd auf Platz zwei geführt. „Das ist eine Parallele zu unserem Gegner“, sagt der erfahrene Coach, der im Herbst vergangenen Jahres nach dem Rücktritt von Ralf Krieger zum wiederholten Mal das sportliche Zepter bei den Kurstädtern übernahm und den Staffelstab nach der Saison auf eigenen Wunsch an den neuen Übungsleiter Boban Milovanovic weitergeben wird. Der Aufstieg wäre für Dauth und sein spielstarkes Team eine Krönung.Ein Gros des Teams spielte unter Dauth bereits zu Jugendzeiten oberhalb der Kreisebene. „Platz zwei war nicht eingeplant, umso mehr freuen wir uns, dass wir es geschafft haben und den Spielern dieses Erlebnis bieten können“, unterstreicht der Trainer den Wert, sich mit starken Teams aus anderen Kreisen messen zu dürfen.Germania Niederrodenbach beziehungsweise 1. FC Langen heißen für Dauth die Favoriten auf den Aufstieg. Eines der beiden Teams wird im Halbfinale eliminiert und der FSV würde sich liebend gerne in Hochstadt am 10. Juni mit dem anderen duellieren.Dafür muss die SG Büdingen aus dem Weg geräumt werden. „Ich kenne den Gegner nicht sonderlich gut, könnte mir aber vorstellen, dass dies ein Vergleich auf Augenhöhe wird“, mutmaßt Dauth.Vincenzo Montaldo (21 Treffer) und Alexander Hochheim (18 Tore) waren in der Saison die treffsichersten Akteure der Bad Orber. Die beiden Abwehrspieler Maximilian Grauel und David Scholz fehlen wie schon seit Wochen. „Für uns ist die Aufstiegsrunde ein Zubrot und ich hoffe, dass meine Spieler die Wertschätzung erfahren, die sie sich verdient haben“, spekuliert Dauth am morgigen Samstag auf eine stattliche Zuschauerkulisse in Bad Orb.

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