Stark am Ball und ein Faible für Natur: Hanna Engler geht in ihrer Freizeit unter anderem gerne Wandern. Seit einem Monat spielt sie für Hanau. Foto: Roland Adrian

Hanau

Neue "Thekenelfe" glänzt beim Derbysieg auf der Mitte

Handball. Beim ungefährdeten 32:19 (14:3)-Derbysieg des amtierenden Meisters HSG Hanau gegen den TV Langenselbold II feierte eine neue „Thekenelfe“ Premiere. Hanna Engler stieß erst vor rund einem Monat zur Mannschaft und feierte dennoch einen guten Einstand.

Von Per Bergmann

Wer im Alter von fünf Jahren anfängt, Handball zu spielen, für den ist es „wie Fahrradfahren“, erklärt Engler nach ihrem ersten Spiel für die HSG Hanau. Die kurze Handballpause habe sich aber trotzdem bemerkbar gemacht: Ausgepumpt sei sie am Ende gewesen, „konditionell habe ich definitiv noch etwas Rückstand“, stellt sie fest.

Ihre Mitspielerinnen machten der 33-Jährigen den Einstand in Hanau leicht. Mit sechs von ihnen spielte sie vor einigen Jahren bereits im Dress der SG Bruchköbel zusammen, gemeinsam stiegen sie in die Oberliga auf und sammelten dort über drei Jahre höherklassige Erfahrung. Man kennt sich und man mag sich. „Einige Spielzüge haben wir schon in Bruchköbel gespielt, das macht es einfacher.“

Ihre Trainer Heinrich Wenzel und Arno Lang waren mit Englers erstem Spiel mehr als zufrieden: „Hanna hat sich super eingefügt und einen prima Einstand gefeiert“, lobt Wenzel. Vier Tore steuerte sie zum deutlichen Derby-Erfolg bei. Bereits nach 14 Minuten lagen die Hanauerinnen mit 8:0 in Führung und machten deutlich, dass sie in dieser Saison wieder ganz oben mitspielen werden.

Auf der Mitte im Einsatz

Bei lediglich drei Gegentoren vor dem Seitenwechsel, lobt Wenzel selbstredend vor allem die Abwehr. Gerade in Halbzeit eins habe sich auch Torfrau Patricia Neubauer „in Topform“ präsentiert. Die Chancenverwertung hingegen habe im gesamten Spiel zu wünschen übrig gelassen. Hier will der amtierende Meister im Training ansetzen.

In ihrem ersten Spiel kam Engler hauptsächlich auf der Mittelposition zu Einsatz, sie fühle sich aber auch auf den Halbpositionen zu Hause. Hier kommen ihre Wucht und Durchschlagskraft zum Tragen, die auch aus ihrer Arbeit als Baumpflegerin in Frankfurt resultiert. „Gerade im Winter, wenn viele Bäume gefällt werden, ist es körperlich anstrengend.“ Engler kann nicht nur mit dem Handball umgehen, auch die Motorsäge hat sie im Griff.

In der Natur fühlt sich die neue „Thekenelfe“ noch wohler, als in der Halle. Neben ihrer täglichen Arbeit wandert Engler leidenschaftlich gerne. Ihre Reisen teilt sie im Internet auf ihrem Wanderblog, wo sie zudem ihre Kreativität unter Beweis stellt. „VerWanderWegen. Auf wanderbaren Wegen und wunderbaren Umwegen.“ Zuletzt führte sie die Wanderlust Ende Juni auf die „Peaks of the Balkan“, wo sie gemeinsam mit ihrem Freund mehrere Gipfel stürmte – Wildzelten inklusive.

"Zu schnellen Gegenstößen eingeladen"

Jetzt gilt ihre Aufmerksamkeit wieder dem Handball. Für den ersten Gegner hat sie lobende Worte parat: „Es war ein faires Spiel. Langenselbold hat sich nie aufgeben. In Zukunft warten aber sicher noch schwerere Spiele auf uns.“

Die Selbolderinnen mussten gleich auf sieben Spielerinnen verzichten. Gegen den amtierenden Meister waren seine verbleibenden Spielerinnen dann doch „etwas gehemmt“, so TVL-Trainer Martin Ernst. Zu oft seien die Hanauerinnen „zu schnellen Gegenstößen eingeladen“ worden. Positiv war die „deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte“, in der sein Team „das Spiel fast ausgeglichen gestalten“ konnte.

Ernst hebt auch die „hervorragende Leistungen von Nadine Sommer im Tor“ hervor sowie die von Außenspielerin Sina Maasberg, die mit sieben Treffern auftrumpfte. Beste Werferin der Hanauer war Kim Plitzko mit acht Toren.

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