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Bald beides Hessenligisten? Der Saisonabbruch könnte neben dem 1. FC Erlensee – Vincent Köhler (links) und Erik Reutter (rechts) – auch für Travis Parker und den SC 1960 Hanau den Aufstieg bedeuten.

Plötzlich hofft der HSC 

Neben dem 1. FC Erlensee könnte auch der SC 1960 Hanau in die Hessenliga aufsteigen

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Der SC 1960 Hanau wurde durch die jüngsten Entwicklungen und die im Vorstand des Hessischen Fußball neu entflammte Diskussion hinsichtlich möglicher Aufstiegsszenarien für Teams auf den Relegationsplätzen in den planerischen Schwebezustand versetzt.

Plötzlich ist die Teilnahme an der Hessenliga-Saison 2020/21 für die Hanauer wieder eine Option. Zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung wegen der Corona-Pandemie nahm der HSC in der Verbandsliga Süd hinter Spitzenreiter 1. FC Erlensee den zweiten Platz ein und würde diesen auch bei der angedachten Wertung mit der Quotientenregelung behalten. 

Der FCE wiederum darf sich nach der klaren Positionierung des HFV zu einem Saisonabbruch als fast sicherer Meister und Aufsteiger fühlen – und dennoch hält man am Sportzentrum Fliegerhorst die Bälle erstmal flach. „Es wurde noch nicht virtuell gefeiert. Wir üben weiterhin Demut und warten auf die finale Entscheidung des bald anstehenden Verbandstages“, berichtet FCE-Sprecher Bernd Mohn. In der WhatsApp-Gruppe der Spielereltern, erzählt der Vater von Mittelfeldspieler Marcel Mohn, wurden dennoch bereits freudige Botschaften ausgetauscht. „Wir haben gegenseitig unseren Stolz und Respekt gegenüber Mannschaft und Trainerteam kundgetan und erwarten nach der finalen Entscheidung auch eine ausgelassene und stimmungsvolle Party“, ergänzt Mohn in der Hoffnung, dass die behördlich verordneten Einschränkungen wegen der Pandemie weiter gelockert werden. 

Sari: Planung sei auch vor Corona zweigleisig gewesen

Der Fußball fehlt zweifelsfrei auch der Erlenseer Fanschar. „Nach einer langen Zeit der Enthaltsamkeit freuen wir uns darauf, dass wir uns alle bald wieder einmal leibhaftig sehen und gegenüberstehen können“, so Mohn. Beim SC 1960 Hanau sind die Verantwortlichen froh, dass nun Gewissheit herrscht, dass die Saison wohl abgebrochen wird. „Eine richtungsweisende Entscheidung war wichtig, auch wenn ich der Meinung bin, dass man trotz schwerer Zeiten diese auch schon hätte früher treffen können“, meint Okan Sari. Der HSC-Sportchef hatte immer darauf gehofft, dass womöglich auch Platz zwei zum Aufstieg reichen könnte. 

Vor Corona auf sportlichem Weg, jetzt vielleicht am grünen Tisch. „Unsere Planungen für die kommende Saison waren ohnehin zweigleisig. Die Spieler, die uns für die kommende Runde zugesagt haben, taten dies ligaunabhängig“, berichtet Sari. Sollte der Verband nun auch die Mannschaften auf den Aufstiegsrundenplätzen beziehungsweise den Relegationsrängen zum Aufstieg zulassen, würde der HSC dankend annehmen. „Der Aufstieg war unser Ziel und die Hessenliga wäre für uns eine Riesensache“, sagt der Sportliche Leiter. Doch die Ligazugehörigkeit sei nicht das Allerwichtigste. „Ich hoffe, dass wir alle gesund bleiben und bald wieder Fußball spielen können“, so Sari. Die Planungen beim HSC laufen weiter auf diesen Tag X hinaus und werden akribisch betrieben. 

Kader soll überwiegend zusammenbleiben

Trainer Savas Erinc, Co-Trainer Berkan Güngör und Torwarttrainer Patrick Koch haben ihre Verträge verlängert und mit den vorhandenen Spielern wurden teils auch Fakten geschaffen. Stammtorhüter und Kapitän Jannis Pellowski bleibt den Hanauern erhalten, ebenso dessen Stellvertreter Güner Günes. Bei den Feldspielern wurden bereits die Zusagen von Gabriel Fustero, Lukas Knell, Ugur Aslan, Pascal Bauer und Ferhat Gecili verkündet, weitere Vertragsverlängerungen folgen in den kommenden Tagen. „Ich gehe derzeit davon aus, dass 90 Prozent unseres Kaders zusammenbleiben werden“, meint Sari. Auch zwei Neuzugänge hat der Tabellenzweite bereits fix, die Namen möchte Sari in Rücksichtnahme auf die aktuellen Vereine der beiden Neuen aber noch nicht nennen.

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