Haben den Ball und die vorderen Plätze im Blick: Patric Alves Rodrigues (links) hat mit Eintracht Oberissigheim das Spitzenspiel gewonnen. Derby-Verlierer sind die Niederissigheimer um Moritz Wein. Foto: TAP

Kreisoberliga

Nach vier Jahren! Eintracht im Issigheim-Derby mal wieder obenauf

Fußball. Vier Jahre des Wartens sind vorbei: Eintracht Oberissigheim hat nach einer langen Durststrecke am vergangenen Wochenende wieder das Derby in der Kreisoberliga gegen den TSV Niederissigheim gewonnen. Kevin Schwarzer wurde dabei mit seinem Siegtreffer in der Nachspielzeit zum gefeierten Helden. Die weiteren Spiele:

Von David Lindenfeld

Durch den Sieg führt die Eintracht die Tabelle weiterhin vor dem einzigen weiteren verlustpunktfreien Team aus Bischofsheim an, das beim 4:0 gegen den SV Oberdorfelden am Sonntag keine Probleme hatte. Auf Platz drei steht die Reserve des FC Hanau 93 II, die im Aufsteigerduell den SV Wolfgang mit 4:0 besiegte.

Der dritte Aufsteiger, FC Erlensee II, trotzte Germania Niederrodenbach mit einer starken Leistung ein 2:2 ab. Den ersten Sieg gab es für Eintracht Oberrodenbach: Der Gruppenliga-Absteiger gewann gegen den KSV Langen-Bergheim mit 4:1. In gleicher Höhe siegte die Spvgg. Roßdorf beim SV Kilianstädten. Ein Ausrufezeichen hat der VfR Kesselstadt gesetzt, der Safakspor Hanau mit 7:0 vom Platz fegte.

Eintr. Oberissigheim – TSV Niederissigheim 2:1 (0:1):

Erster Derbysieg seit mehr als vier Jahren für die Eintracht, die sich nach einer schwachen ersten Hälfte steigern konnte. Vor 200 Zuschauern kamen die Hausherren zunächst nicht ins Spiel, kreierten gegen die kompakte TSV-Defensive kaum Chancen und mussten laut Sprecher Michael Bellack „aus dem Nichts“ den Treffer zum 0:1 durch Daniel Ebell hinnehmen, der nach einem Pass durch die Schnittstelle Eintracht-Keeper Janis Gräfe im Nachschuss überwand.

Nach der Pause agierte Oberissigheim etwas zielstrebiger nach vorne. Großchancen blieben allerdings auch nach dem schnellen Ausgleichstreffer von Kevin Rusteberg (47.) Mangelware. Erst in der 76. Minute scheiterte Oberissigheims Patric Alves Rodrigues mit der nächsten guten Chance freistehend an TSV-Keeper Florian Reim. Der Siegtreffer für die Eintracht fiel erst in der Nachspielzeit: Kevin Schwarzer traf im Anschluss an eine Ecke im Fallen per Volleyschuss zum 2:1, das die Oberissigheimer gebührend feierten. „Es war mal wieder höchste Zeit, das Derby nach vier Jahren zu ge-winnen. Ich denke, der Sieg geht in Ordnung“, so Bellack.

Tore: 0:1 Ebell (19.), 1:1 Rusteberg (47.), 2:1 K. Schwarzer (90.+2) – Schiedsrichter: Poth (Hainchen) – Zuschauer: 200 – Beste Spieler: beide geschlossene Mann-schaftsleistung

1. FC Hanau 93 II – SV Wolfgang 4:0 (2:0):

Es war ein Spiel auf ein Tor und eine starke Leistung, die die Hanauer auf den Platz brachten. „Der Sieg war hochverdient und hätte auch noch höher ausfallen können“, sagte 93-Coach Burim Gashi, der sich an keinen einzigen Torschuss der Gäste erinnern konnte. Wolfgang blieb im Duell der beiden Auf-steiger chancenlos und fand keine Lösungen gegen das hohe Pressing der Hanauer, die viel Ballbesitz hatten und in der fünften Minute nach einem Ballverlust des SVW im Mittelfeld durch Pascal Koch in Führung gingen.

Den schönsten Treffer erzielte vor der Pause Jerome Boos, der sah das Gäste-Torwart Christopher Jaburek zu weit vor seinem Kasten stand und den Ball aus der eigenen Hälfte ins Tor schlenzte. Onur Bulut (68.) und Elmir Sekeric (82.) erhöhten in Halbzeit zwei auf 4:0 für die 93er – ein Ergebnis, mit dem der SVW noch gut bedient war.

Tore: 1:0 Pascal Koch (5.), 2:0 Boos (45.), 3:0 Bulut (68.), 4:0 Sekeric (82.) – Schiedsrichter: Bahn (Hattersheim) – Zuschauer: 30 – Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistung

1. FC Erlensee II – Germania Niederrodenbach 2:2 (1:1):

Starker Auftritt des Aufsteigers, der den Gruppenliga-Absteiger an den Rande einer Niederlage brachte. „Das Spiel müssen wir eigentlich 4:2 gewinnen“, haderte Erlensees Coach Michael Jung mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft, die clever verteidigte und über Konter immer wieder brandgefährlich war. Nach einer Flanke von Tim Zimpel gelang Giuseppe Gencarelli mit der ersten Großchance der Heimelf der Führungstreffer (17.). Die Germania, die ab Mitte der ersten Halbzeit auf den verletzt ausgewechselten Thomas Goldmann verzichten musste, spielte sich hingegen nur wenige Chancen heraus und kam in der 38. Minute durch einen Kopfball von Marcel Fuchs glücklich zum Ausgleich. Erlensee belohnte sich zehn Minuten nach Wiederanpfiff für einen auch in der zweiten Hälfte couragierten Auftritt mit dem 2:1 durch Gencarelli – ließ aber im Anschluss zu viele Großchancen liegen.

Das bestrafte die Germania: Marcel Heuer drückte den Ball in der 86. Minute nach einer Flanke am zweiten Pfosten zum schmeichelhaften Ausgleich über die Linie.

Tore: 1:0 G. Gencarelli (17.), 1:2 Fuchs (38.), 2:1 G. Gencarelli (53.), 2:2 Heuer (86.) – Schiedsrichter: Üstün (Babenhausen) – Zuschauer: 150 – Beste Spieler: Körner/geschlossene Mannschaftsleistung

SV Kilianstädten – Spvgg. Roßdorf 1:4 (0:2):

Roßdorf legte gegen den weiterhin punktlosen SVK einen Blitzstart hin: Christian Recke traf schon in der dritten Minute zur Führung. Emir Draganovic legte nach einem indirekten Freistoß aus fünf Metern wegen eines unerlaubten Rückpasses das 2:0 nach (25.). „Die erste Halbzeit war eigentlich ausgeglichen. Roßdorf hatte aber etwas mehr vom Spiel und die besseren Chancen“, berichtet SVK-Sprecher Tim Kraushaar.

Kilianstädten kam nach der Pause besser aus der Kabine, erzielte durch Marco Vogl den Anschlusstreffer per Foulelfmeter und drängte trotz Unterzahl nach der Gelb-Roten Karte für Mario Klair (58.) auf den Ausgleich, der allerdings nicht fiel. Stattdessen setzten die Gäste mit den Kontertoren von Mike Neufeld (84.) und Recke (86.) den Schlusspunkt beim ersten Dreier für Roßdorf in dieser Saison.

Tore: 0:1 Recke (3.), 0:2 Draganovic (25.), 1:2 Vogl (58./FE), 1:3 Neufeld (84.), 1:4 Recke (86.) – Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Kilianstädtens Klair wegen Tätlichkeit (58.) – Schiedsrichter: Hohn (Bad Vilbel) – Zuschauer: 64 – Beste Spieler: Herzig/Recke, Neufeld

SV Oberdorfelden – FSV Bischofsheim 0:4 (0:1):

Der SVO wartet nach dem 0:4 gegen den FSV weiterhin auf den ersten Saisonsieg und bleibt mit einem Torverhältnis von 1:13 das Schlusslicht der Tabelle. „Bischofsheim war gedanklich schneller, immer einen Schritt voraus, hatte mehr Ballbesitz und die bessere Spielanlage“, fasst der SVO-Spielausschaus-Vorsitzende Dietmar Böhmert die Partie zusammen, in der die Gäste durch Stefano Amore nach einem Pass in die Tiefe von Cedric Liuzzo in Führung gegangen waren (14.). Der SVO hielt dagegen, hatte durch Marcel Bojahr (20.), Daniel Schildger (35.) und Andre Bojahr (38.) Möglichkeiten zum Ausgleich – tat sich ohne den schnellen Stürmer Marc Cillis aber schwer, im Offensivspiel Akzente zu setzen.

Bischofsheim spielte auch in der zweiten Hälfte gewohnt routiniert, verteidigte den Vorsprung clever und erhöhte durch Amore (62.) auf 2:0, ehe Fazli mit einem Doppelpack in der Schlussphase (75. und 87.) für den 4:0-Endstand sorgte.

Tore: 1:0 und 2:0 Amore (14. und 62.), 3:0 und 4:0 Fazli (75. und 87.) – Schiedsrichter: Buchs (Frankfurt) – Zuschauer: 70 – Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistung

Safakspor Hanau – VfR Kesselstadt 0:7 (0:2):

„Leider haben wir uns am Ende ein bisschen abschlachten lassen. Da hat die Moral gefehlt, sich dagegenzustellen“, sagte Safakspors Sprecher Kenan Argal. Nach dem Last-Minute Sieg gegen Wachenbuchen ging seine Mannschaft zu euphorisiert ans Werk: „Wir hätten vielleicht einfach defensiver spielen sollen und haben Kesselstadt etwas unterschätzt“, so Argal. Die Gäste gingen durch Treffer von Sead Kavgic (10.) und Emir Omerovic (45.) mit einer 2:0-Führung in die Pause. „Danach haben wir nochmal eine Druckphase gehabt. Aber nach dem 3:0 war das Spiel gelaufen“, berichtet Argal, dessen Team nach dem Seitenwechsel durch Emir Drino (50.), Semir Agovic (70.), Emir Omerovic (80. und 87.) und Kavgic (90.+2) noch fünf weitere Treffer kassierte.

Tore: 0:1 Kavgic (10.), 0:2 Emir Omerovic (45.), 0:3 Drino (60.), 0:4 Agovic (70.), 0:5 und 0:6 Emir Omerovic (80. und 87.), 0:7 Kavgic (90.+2) – Schiedsrichter: Nussbaum (Altenmittlau) – Zuschauer: 140 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung/Emir Omerovic, Agovic

Eintracht Oberrodenbach – KSV Langen-Bergheim 4:1 (2:1):

Das Warten hat ein Ende: Nach zwei Spielen ohne eigenen Treffer hat Gruppenliga-Absteiger Oberrodenbach die ersten Tore geschossen und die ersten Punkte eingefahren. In einem einseitigen Spiel siegte die Eintracht auch dank eines Hattricks von Rodney Kurz, der gegen Ende verletzt ausgewechselt werden musste, verdient mit 4:1. „Der Sieg hätte auch noch höher ausfallen können“, sagte der Vorsitzende Helmut Reinert.

Sein Team war nach 18 Minuten durch Kurz in Führung gegangen. Der Stürmer bekam an der Mittellinie den Ball und legte ein schönes Solo hin, das er zum 1:0 abschloss. Kurz darauf folgte eine der wenigen Chancen für den KSV, für den Kevin Cuervo Pino zum Ausgleich traf. „Da haben wir geschlafen oder uns noch zu sehr über das Tor gefreut“, so Reinert, dessen Team das Spiel danach aber im Griff hatte und kurz vor der Pause durch einen Doppelschlag von Kurz (40. und 44.) auf 3:1 stellte. Faruk Kurti sorgte in der zweiten Halbzeit für das 4:1, ehe sich Kurz das Knie verdrehte und ausgewechselt werden musste. Ein längerer Ausfall des Topstürmers wäre für die Eintracht eine Hiobsbotschaft.

Tore: 1:0 Kurz (18.), 1:1 Pino (20.), 2:1 und 3:1 Kurz (40. und 44.), 4:1 Kurti (60.) – Schiedsrichter: Angermann (Johannesberg) – Zuschauer: 100 – Beste Spieler: Kurz, Kotyza/geschlossene Mannschaftsleistung

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