Der dienstälteste Spieler der Hanauer verabschiedet sich. Josef Eichler konnte sich mit den White Wings nicht auf eine Vertragsverlängerung verständigen.
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Der dienstälteste Spieler der Hanauer verabschiedet sich. Josef Eichler konnte sich mit den White Wings nicht auf eine Vertragsverlängerung verständigen.

PRO B

Nach sieben Jahren ist Schluss: Keine Einigung zwischen Leitwolf Eichler und den White Wings

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Hanau – Der Kapitän geht von Bord: Josef Eichler verlässt die Hanau White Wings nach sieben Jahren. Das gab der Basketball-Drittligist in einer Mitteilung bekannt. Damit verabschiedet sich der dienstälteste Spieler von den White Wings, dessen Einfluss sich nicht nur, aber auch an den nackten Zahlen ablesen lässt. Der 33-Jährige kam in 181 Spielen für die Hanauer auf 1377 Punkte und sammelte 705 Rebounds.

Mit seinen 2,01 Metern und 106 Kilogramm rieb sich der Center unter den Körben auf und war für die Gegner auch dank seiner guten Trefferquote aus der Distanz schwer zu kontrollieren. In der vergangenen Spielzeit, die für Eichler wegen einer Schulter-OP vorzeitig beendet war, verwandelte er insgesamt 20 Dreier.

„Wir sind Joe sehr dankbar, was er in den letzten Jahren in und für Hanau geleistet hat. Er ist ein Anführer und Vorbild für seine Teamkameraden. Auch wenn er sich mit Verletzungen rumschlagen musste, kam er immer wieder zurück und hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt“, lobt Geschäftsführer Sebastian Lübeck.

Rahmenbedingungen haben nicht mehr gepasst

Dennoch kam es zur Trennung vom Publikumsliebling nach sieben Spielzeiten – vier Jahren in der zweitklassigen Pro A und drei in der Pro B. Trotz einiger Gespräche fanden beide Parteien nicht mehr zueinander. „Aufgrund des neu eingeschlagenen sportlichen Weges sowie der Planungen unseres Trainers Kamil Piechucki konnten wir keine Einigung für eine weitere Zusammenarbeit finden“, sagt Lübeck. Will heißen: Die White Wings wollten Eichler nicht mehr die (Führungs)-Rolle zugestehen, die er für sich beansprucht. „Unser Trainer hat klare Vorstellungen, der Spieler aber auch Forderungen. Es hat von den Rahmenbedingungen einfach nicht mehr gepasst“, betont der White-Wings Geschäftsführer. „Wir sind aber nicht im Streit auseinandergegangen.“

Vielmehr gehe es den White Wings darum, ihren Weg fortzusetzen, junge Spieler auszubilden und sie verstärkt in die Rotation einzubinden. Somit hätte Eichler im Umkehrschluss Abstriche machen müssen, womöglich auch finanziell. Der gebürtigen Bayer entschied sich daher für einen Tapetenwechsel - schweren Herzens. „Hanau ist wie eine zweite Heimat für mich geworden, in der ich, auf und abseits des Feldes, viele Freundschaften geschlossen habe, die auch nach meiner Zeit in Hanau bestehen werden“, erklärt Eichler, der dem Profi-Basketball erhalten bleiben will. Wohin es ihn zieht, ob Pro A oder Pro B, ist noch offen. Zunächst will der 33-Jährige nach seiner Schulter-Reha wieder voll hergestellt sein.

Aktuell stehen zwei Spieler unter Vertrag

Die White Wings müssen nach dem Abgang von Spielmacher Justus Peuser in die USA die zweite zentrale Figur ersetzen. In Till-Joscha Jönke und Matthias Fichtner stehen aktuell nur zwei Spieler unter Vertrag. Der Geschäftsführer ist aber zuversichtlich, in den nächsten Tagen „die eine oder andere Personalie“ verkünden zu können. Auf dem Spielermarkt, der langsam Fahrt aufnehmen wird, liegt der Hanauer Fokus besonders auf den großen Positionen. „Vielleicht gehen wir dabei auch einen anderen Weg, was das Profil angeht“, kündigt Lübeck an. Nur mit Jugendspielern alleine, weiß anderseits der Geschäftsführer, „können wir nicht die neue Saison bestreiten“.

Die Vorbereitung beginnt am 1. August. Wann die neue Spielzeit eröffnet wird, ist offen. Denkbar wäre – wie in der vergangenen Saison – ein Start Mitte Oktober. „Dann sind mehr Impfungen durch und die Rückkehr von Zuschauern in die Halle sicher ein Thema“, hofft Lübeck. (Von Jörn Polzin)

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