Center Josef Eichler (beim Korbleger) war mit 20 Punkten bester Werfer der White Wings in München. Links im Bild: Eduard Arques Lopez, der 16 Punkte beisteuerte.
+
Center Josef Eichler (beim Korbleger) war mit 20 Punkten bester Werfer der White Wings in München. Links im Bild: Eduard Arques Lopez, der 16 Punkte beisteuerte.

White Wings Hanau

Mit Sieg in München rücken die Play-offs immer näher

  • Jörn Polzin
    vonJörn Polzin
    schließen

Dem wiedergenesenen Kapitän war es vorbehalten, die letzten Sekunden locker herunterzudribbeln. Mit der Schlusssirene warf Till-Joscha Jönke dann dem Schiedsrichter den Basketball zu und mischte sich unter die Hanauer Spielertraube, die sich bereits geformt hatte. Der ausgelassene Jubel der White Wings nach dem 81:73-Erfolg am Samstag in München beeindruckte selbst die Live-Kommentatoren des FC Bayern.

Hanau – Grund genug gab es dafür: Zum einen zeigten die Hanauer, die erst am Spieltag angereist waren, dass sie auf den Punkt topfit und konzentriert sein können. Viel wichtiger noch: Mit dem vierten Auswärtserfolg und den Punkten 19 und 20 machten sie einen großen Schritt Richtung Play-offs in der 3. Liga, Pro B. Nur Speyer (104:64 gegen Gießen) kann die White Wings noch abfangen, müsste dafür aber sämtliche seiner fünf Partien gewinnen und auf zwei Hanauer Niederlagen gegen Coburg und Dresden hoffen. Für die Grimmstädter gilt es wiederum, Platz sieben vor Karlsruhe (18) abzusichern.

Trotz der verkürzten Rotation – Flügelspieler Malik Kudic musste mit Magenproblemen kurzfristig passen – waren keinerlei Müdigkeitserscheinungen zu bemerken. Im Gegenteil: Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel kamen die Gäste im zweiten Durchgang richtig in Fahrt. Mit ihrem Umschaltspiel provozierten sie Fouls der jungen Münchner (Altersschnitt knapp über 18 Jahre) und erhielten so am Ende 27 Freiwürfe – bei einer Trefferquote von 78 Prozent. Zudem stellten die Hanauer mit ihren schnellen Pässen die Pressverteidigung des Gegners vor Probleme. „Wir haben es geschafft, das Spiel nicht super schnell werden zu lassen. Entsprechend haben wir wenige Fast-Break-Punkte bekommen“, sagt Cheftrainer Kamil Piechucki.

Spannend wurde es trotzdem noch. Nach 45:41-Pausenstand drehten die Münchner in ihrer stärksten Phase die Partie zum 57:51. Doch selbst als Topscorer Josef Eichler (20 Punkte) vier Minuten vor Schluss mit fünf Fouls ausschied, ließen sich die Gäste nicht aus der Ruhe bringen. Sie erlangten die Kontrolle zurück und schafften es zunehmend besser, ihre Kontrahenten zu schwierigen Würfen zu zwingen.

Auf der anderen Seite flogen auch einige schwierige Würfe durch die Reuse. Etwa bei Jönke, der nach seiner Fingerverletzung ein ordentliches Comeback gab oder auch bei Omari Knox. So belohnten sich die White Wings am Ende für eine starke Mannschaftsleistung und entschieden diesmal sogar das Rebound-Duell mit 36:28 für sich – darunter starke 16 Offensivrebounds.

„Die Mannschaft hat verstanden, dass Rebounds immer ein fünf gegen fünf bedeutet und nicht bloß eine Aufgabe für die Big Men ist. Entsprechend kann ich da nur ein großes Lob für meine Spieler aussprechen“, sagt Piechucki. Diesem Lob schließt sich auch das Management an: „Wir sind wirklich sehr zufrieden mit der Leistung unserer Mannschaft. Es war ein sehr starkes Spiel, das unser Team durchgehend unter Kontrolle hatte. Den Sieg haben sie am Ende souverän nach Hause gebracht. Das war genau die richtige Reaktion auf die Spiele gegen Koblenz und Frankfurt“, so Geschäftsführer Sebastian Lübeck.

Hanau: Peuser (12), Eichler (20), F. Hecker (9), Jönke (13), Knox (7), P. Hecker, Dordevic (2), Fichtner (2), Arques Lopez (16), Fertig

Das könnte Sie auch interessieren