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Mit Offensivpower gegen Wundertüte: HSG Hanau empfängt defensivstarkes HLZ Friesenheim-Hochdorf II

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Von: Robert Giese

Lücken finden und dann voll durchziehen: Von der HSG Hanau um Marc Strohl ist im Angriff Biss gefordert.
Lücken finden und dann voll durchziehen: Von der HSG Hanau um Marc Strohl ist im Angriff Biss gefordert. © Scheiber

Mit der Partie gegen das HLZ Friesenheim-Hochdorf II steht für die Drittliga-Handballer der HSG Hanau am Samstagabend ab 18 Uhr das letzte Hinrundenspiel an. In der Main-Kinzig-Halle gastiert mit dem HLZ die zweite Mannschaft der Eulen Ludwigshafen, die sich mit dem ein oder anderen etatmäßigen Zweitliga-Spieler verstärkt haben könnte - Hanau hat also einen schwer ausrechenbaren Gegner vor der Brust, will zum Hinrundenabschluss aber unbedingt noch einmal siegen.

Hanau – „Wir sind gespannt, mit welchem Kader sie bei uns auflaufen“, so HSG-Coach Hannes Geist. Denn im bisherigen Saisonverlauf half beim Tabellenelften immer wieder mal jemand aus der ersten Mannschaft aus - die Hanauer erwartet also eine Wundertüte. Allzu sehr will sich der Trainer der Grimmstädter darüber aber keine Gedanken machen, zumal Geist ohnehin nicht beeinflussen kann, wer genau am Samstagabend in der Main-Kinzig-Halle aufläuft: „Das soll uns also nicht weiter beschäftigen.“

Stattdessen stellt sich der Tabellenzweite auf das ein, was er über den Gegner weiß. Schlüsselspieler sind dort Torwart Roko Peribonio und Kreisläufer Nikola Sorda: „Sie sind sehr erfahren und führen ihre Mitspieler an“, merkt der HSG-Coach mit Blick auf die beiden Schlüsselspieler an. Bei Friesenheim hat Geist außerdem unter anderem eine „sehr körperliche 6:0-Abwehr“ registriert, die nicht nur gut verschiebe, sondern auch über ein starkes Blockspiel verfüge. Diese Abwehrstärke spiegelt sich auch im Torverhältnis des HLZ wider, denn in dieser Saison haben nur vier Teams weniger Gegentore hinnehmen müssen als der Tabellenelfte - unter anderem die Hanauer mit ihrer Betonabwehr.

Mit gutem Rückzugsverhalten Gegenstoßtore vermeiden

Gefordert sein dürfte vor allem die HSG-Offensive, denn der Abwehrriegel von Friesenheim ist alles andere als einfach zu knacken. „Um uns gegen diese Deckung gute Wurfgelegenheiten zu erarbeiten, müssen wir viel Tempo in unseren Aktionen haben“, fordert Geist die nötige Schnelligkeit und Dynamik von seinen Spielern ein - etwas, das sie in der Vorwoche beim Arbeitssieg gegen Pohlheim in der ersten Halbzeit vermissen ließen. Nach den Abschlüssen müsse sein Team zudem sofort umschalten, weil es sonst Gefahr laufe, zu viele Gegentore über Tempo-Gegenstöße hinnehmen zu müssen. „Friesenheim spielt einen schnellen Ball und ist im Tempospiel gerade über die gut ausgebildeten Außenspieler brandgefährlich“, mahnt der HSG-Coach seine Spieler zu hoher Aufmerksamkeit und Laufbereitschaft.

Im gebundenen Spiel überzeuge das HLZ vor allem mit seiner Kleingruppenkooperation, sei es nun mit dem Kreisläufer oder mit den Spielern auf den Außenpositionen. „Sie spielen das wirklich auf den Punkt“, ist Geist gewarnt. Doch auch aus der Distanz droht Gefahr. „Mit Mihailo Ilic haben sie einen Shooter, der sich sehr gut entwickelt hat, unsere Deckung erwartet also Schwerstarbeit.“ Auch Ilics 46 Feldtore können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Tabellenelfte offensiv nicht zu den gefährlichsten Mannschaften der Süd-West-Staffel zählt: Insgesamt haben nur zwei Mannschaften der Staffel weniger Treffer erzielt als Friesenheim. Auswärts sieht die Bilanz sogar noch düsterer aus, denn dort kommt das HLZ auf lediglich 23 Treffer im Schnitt - was direkt damit zusammenhängen dürfte, dass der Verein in fremder Halle noch keinen einzigen Punkt gesammelt hat.

Dass kein Gegner unterschätzt werden darf, haben die Hanauer allerdings in der vergangenen Woche demonstriert bekommen, als sie beim Vorletzten HSG Pohlheim zeitweise mit sieben Treffern zurücklagen. So spannend wie in Pohlheim wollen es die Grimmstädter beim ersten Heimspiel seit Ende Oktober nicht machen. „Wir wollen unser letztes Hinrundenspiel gut bestreiten und freuen uns auf viele Zuschauer in der Halle“, fiebert Geist dem Spiel vor eigenem Publikum entgegen. Dabei setzt die HSG auf ihr bewährtes Konzept: Mit einer stabilen Abwehr will die HSG zu Ballgewinnen kommen und dann sein Umschaltspiel aufziehen. Dort sah Geist zuletzt einen Aufwärtstrend: „Wir werden immer besser, immer sicherer im Tempospiel“, hat der Trainer der Hanauer beobachtet. (Von Robert Giese)

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