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Mit anderen Augen: Außendarstellung und eigener Anspruch haben sich verändert

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Jens Westenberger will auch in der kommenden Saison wieder ein sicherer Rückhalt sein. Nach Platz fünf in der vorigen Saison steigen die Erwartungen in Erlensee.
Jens Westenberger will auch in der kommenden Saison wieder ein sicherer Rückhalt sein. Nach Platz fünf in der vorigen Saison steigen die Erwartungen in Erlensee. © Scheiber

Der 1. FC Erlensee freut sich auf sein drittes Jahr in der Fußball-Hessenliga. Nach einer fabelhaft verlaufenen Vorsaison ist das Anknüpfen an vergangene Erfolge für das Team von Coach Jochen Breideband eine spannende und reizvolle Herausforderung. „Wir werden jetzt mit anderen Augen gesehen“, weiß der 47-jährige Übungsleiter.

Erlensee – Startete der FCE vergangenes Jahr als Tabellenletzter der vorzeitig abgebrochenen und nicht gewerteten Saison 2020/21 noch als Underdog in die Runde, so werden andere Teams den Tabellenfünften der Aufstiegsrunde nun nicht mehr unterschätzen. Auch das Anspruchsdenken im eigenen Lager ist gestiegen. „Spiele, die früher als gut bewertet worden sind, werden jetzt vielleicht als Durchschnitt angesehen“, meint Breideband. In Sachen Zielvorgabe wollen er und der Sportliche Leiter Chris Sickmann das Team nicht unter Druck setzen. „Wir wollen die letzte Saison so gut wie möglich bestätigen“, betont Sickmann.

Trotz der Abgänge der Leistungsträger Aaron Frey und Jan Lüdke (beide SG Barockstadt Fulda-Lehnerz) sowie von Tobias Meub (SC 1960 Hanau) verfügt der FCE über einen eingespielten wie technisch starken Kader, dem es auch an der nötigen Tiefe nicht fehlt. Gerade mit den beiden vom FC Bayern Alzenau verpflichteten Luca Bergmann und Tim Grünewald hat der Hanauer Kreisverein auch hessenligataugliche Qualität dazugewonnen, zudem noch weitere talentierte, junge Spieler auf der Liste der Zugänge stehen.

Für die Innenverteidigung könnte sich zudem Philipp Blam von der SG Bad Soden als wertvoller Transfer erweisen. In die von Frey gut ausgeführte Rolle als Abwehrchef dürfte jedoch am ehesten Bergmann schlüpfen. Die Verpflichtung von Grünewald forcierte der FC Erlensee, als sich der Abgang von Lüdke abzeichnete. Der gleiche Spielertyp ist der ehemalige Alzenauer allerdings nicht.

Im Mittelfeld hat Breideband viele Optionen, um variable Lösungen präsentieren zu können. Vielseitig einsetzbare Offensiv-Asse wie Tim Zimpel und Dorian Ahouandjinou helfen dabei, für die jeweiligen Gegner ein Stück weit unberechenbar zu bleiben. Gerade im zentralen Bereich wird der Kampf um die Stammplätze wieder intensiv sein.

Ganz vorne hofft das Trainerteam des Hessenligisten, dass Tom Niegisch nach längerer Verletzung wieder ähnlich wie vor der Corona-Pause zündet, während auch die gute Entwicklung des jungen Nico Damm ins Auge sticht. Mit Sebastian Wagner konnte der FCE seinen wohl auffälligsten Akteur der vergangenen Saison halten. Trotz anderer interessanter Anfragen entschied sich Wagner für einen Verbleib am Fliegerhorst.

In der Vorbereitungsphase waren nicht alle Ergebnisse wunschgemäß, trotzdem hofft Breideband auf einen guten Start mit möglichst gleich drei Punkten an Spieltag eins gegen Rot-Weiß Hadamar. Ein Gegner, mit dem sich der FCE zuletzt in der Aufstiegsrunde in engen Matches auf Augenhöhe duellierte. Im ursprünglichen Modus wird es gleich ab dem letzten Samstag im Juli und insgesamt 38 Spieltagen um wichtige Punkte gehen.

Die Rahmenbedingungen in Hessens höchster Spielklasse haben es in sich. Im schlimmsten aller Fälle könnten die sieben schlechtplatziertesten Teams am Ende absteigen. Sechs Mannschaften direkt, der Siebtletzte möglicherweise in der Relegation mit den Vizemeistern der Verbandsligen. „Es gilt, gleich zu Beginn konstant zu punkten, um nicht in Gefahr zu geraten“, sagt Breideband.

Er rechnet mit vielen hartnäckigen Gegnern und hat gerade jene Clubs auf dem Zettel, die trotz hoher Ziele und guten Kadern in der vergangenen Saison in die Abstiegsrunde gerutscht sind. „Diese Vereine werden aus der letzten Saison ihre Lehren gezogen haben und hellwach sein“, meint Breideband und denkt dabei an Kontrahenten wie Bayern Alzenau, Hanau 93, Rot-Weiß Walldorf, Türk Gücü Friedberg oder auch den KSV Baunatal.

Der Coach erwartet generell eine hohe Leistungsdichte in der Liga und hat dennoch auch großes Vertrauen in die Möglichkeiten des eigenen Teams und setzt auf den zweifelsfrei vorhandenen Teamgeist. „Wir hatten in der vergangenen Runde keine lang anhaltende schwierige Phase zu meistern und waren immer, wenn es drauf an kam, voll da“, erinnert sich Breideband.

Gelingt dies auch in der anstehenden Spielzeit, dann kommt der 1. FC Erlensee seinem großen Ziel wieder eine ordentliche Ecke näher: „Wir wollen uns dauerhaft in der Hessenliga etablieren und uns dabei weiterentwickeln“, unterstreicht Sportchef Sickmann. (Von Frank Schneider)

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