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Auch virtuell umkämpft? Ob im virtuellen Mindderby HSG Hanaus Fabian Tomm (links) gegen Björn Pape und den TV Gelnhausen (am Boden, rotes Trikot) zur Hochform aufläuft oder Yaron Pillmann eine frühe Rote Karte bekommt, entscheiden alleine unsere Leser.

Absolute Premiere

Mindderby: Erstes virtuelles Spiel zwischen Drittliga-Lokalrivalen - TVG ist heiß und gut vorbereitet 

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Nur noch zwei Tage bis zu einer absoluten Premiere, denn am 11. April soll erstmals ein virtuelles Spiel, ein Mindderby zwischen den beiden Drittliga-Lokalrivalen HSG Hanau und TV Gelnhausen stattfinden.

Das Mindderby ersetzt die eigentlich für den 22. März angesetzte Partie zwischen der HSG und den Gelnhäusern, die wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. Über Ausgang und Spielverlauf des traditionell hitzigen Duells können unsere Leser entscheiden, die Einnahmen aus dem virtuellen Ticketverkauf kommen vollständig den Hinterbliebenen der Opfer des Anschlags vom 19. Februar zugute. 

Beide Mannschaften sind auf jeden Fall heiß auf das Minderby, auch wenn es bei den Hanauern mindestens einen Ausfall gibt. Keeper Sebastian Schermuly hat sich an der Hand verletzt, hat aber vollstes Vertrauen in Fabian Tomm. „Ich bin mir sicher, dass der Tomminator den Kasten wie im Hinspiel vernageln wird“, erinnert Schermuly daran, dass die starke Leistung des Youngsters im Hinspiel erheblich zum 37:34-Auswärtssieg der HSG beigetragen habe. 

Klein könnte das Zünglein an der Waage sein

Während Schermuly ausfällt, haben sich die Hanauer hingegen exklusiv mit Weltmeister Dominik Klein verstärkt, der auf Linksaußen mit dem Dauerbrenner Marius Brüggemann um Einsatzzeit konkurrieren wird. Der 187-fache Nationalspieler stellte sich kurzfristig in den Dienst der guten Sache und verfügt über reichlich Erfahrung in Spielen gegen den TVG, schließlich spielte er früher mit der Tuspo Obernburg selbst regelmäßig gegen die Gelnhäuser. 

Gut möglich also, dass Klein das Zünglein an der Waage wird, aber möglicherweise entpuppen sich auch andere Spieler als Derby-Helden: Vielleicht gelingen Routinier Andreas Neumann die entscheidenden Treffer per Tempo-Gegenstoß, vielleicht ist der junge TVG-Spielmacher Jonathan Malolepszy nicht zu halten und vielleicht sieht Yaron Pillmann nicht so früh Rot wie im letzten Heimspiel gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen? „Ich hoffe, dass ich diesmal mehr als fünf oder zehn Minuten durchhalte, aber zur Sicherheit habe ich mir schon ein Ticket besorgt, damit ich zur Not den Rest der Partie im Blauen Block verfolgen kann“, ist der HSG-Rückraumspieler für alle Eventualitäten gewappnet.

Pandemie verwehrte Yannick Woiwod den Abschied von den Hanauer Fans

 Eben jener „Blaue Block“, der die Hanauer bei ihren Heimspielen unermüdlich antreibt, „kann auch im Mindderby für die stärkste Leistung bei uns sorgen“, ist sich der Hanauer Kreisläufer Lucas Lorenz sicher. Umso besser für die HSG, dass bereits über 300 Tickets verkauft sind, denn das Derby wollen die Hanauer unbedingt gewinnen – gerne auch mit einem Tor in letzter Sekunde, wie Pillmann anmerkt. 

Ein besonderes Spiel ist das Mindderby für Yannick Woiwod, dem durch die Corona-Pandemie die Chance verwehrt wurde, sich bei einem letzten Heimspiel von den Hanauer Fans zu verabschieden. Der HSG-Kreisläufer, den es im Sommer zum Oberligisten HSG Kleenheim-Langgöns zieht, hätte daher nichts dagegen, im fiktiven Spielbericht eine zentrale Rolle zu spielen – zum Beispiel mit einem Dreher durch die Beine von Marius Sulzbach oder seinen „brandgefährlichen Schlagwürfen.“ Allerdings sei es auch gut möglich, so ergänzt Woiwod selbstironisch, dass er bei der ersten Aktion ausgewackelt werde und mit einer Zweiminutenstrafe direkt wieder zurück auf die Bank müsse. 

Team habe sich weiterhin fit gehalten

Denn allzu leicht machen wollen es die Gelnhäuser dem Hanauer Lokalrivalen im Derby nicht, wie deren Kreisläufer Björn Pape betont: „Wir haben uns alle fit gehalten und ich selbst habe fleißig trainiert, um die Trefferquote zu verbessern. Mein Tipp ist deshalb ein Unentschieden, wir holen zum ersten Mal einen Punkt in Hanau.“ So unterschiedlich die Erwartungen der Protagonisten aus Hanau und Gelnhausen für das Mindderby sind, so einig sind sie sich hingegen in einem Punkt: „Das ist eine tolle Aktion, die hoffentlich viele Fans unterstützen“, sagen Pape, Klein und die Hanauer unisono.

Das Mindderby kurz erklärt 

Treibende Kraft hinter dem Mindderby war Thomas Müller, dessen Unternehmen Terramag einer der HSG-Sponsoren ist. „Wir wollen nicht hinnehmen, dass der feige Terroranschlag vom 19. Februar in Vergessenheit gerät“, betont Müller. Für jedes verkaufte virtuelle Ticket, welche zum Preis von drei Euro unter www.mindderby.ticket.io zu erstehen sind, wird die Terramag GmbH noch einmal einen Euro oben drauf legen; der gesamte Ticketerlös soll den Familien der Opfer zugutekommen. Doch damit nicht genug, denn auch pro im Mindderby erzielten Treffer wird das Unternehmen noch einmal fünf Euro spenden. Wie viele Tore fallen, liegt diesmal in den Händen unserer Leser – die nämlich sind dazu aufgerufen, bis zum 11. April um 24 Uhr einen Spielbericht an sport@hanauer.de einzuschicken. Der kreativste Bericht wird nach den Osterfeiertagen im HANAUER ANZEIGER veröffentlicht. Ein paar Regeln gibt es allerdings: Mitarbeiter einer Zeitung sowie deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen, außerdem soll das Endergebnis realistisch sein.

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