Ruhig bleiben: Michael Malik kehrt am Freitag mit der HSG Hanau an seine alte Wirkungsstätte nach Bieberau zurück und weiß, worauf es gegen die „Falken“ ankommen wird. Archivfoto: TAP

Hanau

Michael Malik trifft mit HSG Hanau auf seinen Heimatverein

Handball. Für die HSG Hanau steht am Freitagabend der erste richtige Kracher in der aktuellen Drittliga-Saison an, denn dann bestreiten die Hanauer das Derby bei der HSG Bieberau/Modau.

Von Robert Giese

Nicht nur auf der Landkarte, sondern auch in der Tabelle der 3. Liga Mitte liegen die beiden Lokalrivalen nicht weit auseinander, denn während Hanau aktuell auf dem dritten Rang liegt, sind die „Falken“ gar verlustpunktfreier Spitzenreiter. Doch nicht nur wegen dieser sportlich hochbrisanten Ausgangslage ist die Partie am Freitag für einen Hanauer Spieler ein ganz besonderer Termin.

Denn Michael Malik, eigentlich ein Urgestein aus Bieberau, wird dann zum ersten Mal gegen seinen Heimatverein auflaufen. Seit der Kindheit schnürte Malik insgesamt 21 Jahre lang für den Verein aus dem Odenwald die Handballschuhe, nun wird er erstmals in einem anderen Trikot in der Bieberauer Großsporthalle stehen. „Für mich ist das selbstverständlich ein ganz besonderes Spiel“, wagt Malik einen Ausblick auf die aller‧erste Partie gegen den Verein, dessen Galionsfigur er lange Jahre war und in dessen Trikot er in der Vorsaison zum besten Torschützen der 3. Liga Ost wurde.

Derby richtungsweisend

Nach dem Wechsel ihres Schlüsselspielers nach Hanau haben sich die „Falken“ in dieser Saison stärker präsentiert als von vielen erwartet – auch Malik hatte seinem Heimatverein keine derart gute Rolle zugetraut. „Gerade der Sieg in Nußloch war eine Überraschung“, zollt der Rückraumspieler den Leistungen der Bieberauer Respekt. Diese grüßen aktuell als einziges verlustpunktfreies Team von der Tabellenspitze, noch vor der ambitionierten SG Nußloch und dem großen TV Großwallstadt, der sich den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga auf die Fahnen geschrieben hat – und noch vor den Hanauern, die zuletzt zwar viermal in Folge siegten, ihren Saisonauftakt aber vergeigt hatten.

Das Derby dürfte nun für beide Teams richtungsweisend sein, denn die Tabellenspitze wird nach diesem Wochenende auf jeden Fall neu sortiert, schließlich treffen auch Großwallstadt und Nußloch im direkten Duell aufeinander. „Von der Konstellation her ist es ein Spitzenspiel“, stellt Malik klar, „und uns erwartet dort eine große Aufgabe, auf die wir uns allerdings freuen können.“

Gegner breit besetzt

Die Bedeutung der Partie dürfte sich auch auf den Rängen widerspiegeln, denn die „Falken“ rechnen mit rund 900 Zuschauern, alleine 200 Schlachtenbummler aus Hanau sollen ihr Team in den Odenwald begleiten. „Ich erwarte eine volle Halle und ein sehr emotional geführtes Spiel“, geht auch Malik von einer knisternden Derby-Atmosphäre aus.

Doch nicht nur auf den ‧Rängen, auch auf dem Spielfeld dürfte es hoch hergehen, schließlich stehen beide Mannschaften nicht von ungefähr so weit oben in der Tabelle. „Bieberau ist sehr breit besetzt, das ist ihre große Stärke“, merkt Malik mit Blick auf den Kader des Spitzenreiters an, wenngleich einzelne Spieler aus dem Kollektiv hervorstechen – so wie Janko Kevic, der am vergangenen Wochenende gleich ein Dutzend Treffer erzielte. „Er kommt immer mehr ins Rollen“, meint Malik zur stark ansteigenden Formkurve des Rückraumspielers, „aber auch David Rivic am Kreis hat eine sehr gute Entwicklung hinter sich.“

Kader bleibt gleich

Auch die „Falken“-Defensive stellt Hanau vor Aufgaben, schließlich verteidigt der Tabellenführer mit einer unorthodoxen, versetzten 5:1-Deckung. „Da dürfen wir uns nicht viele Fehler erlauben“, warnt Malik, „und selbstverständlich müssen wir selbst auch eine gute, aggressive Abwehrleistung abrufen und einfache Tore über die Erste und Zweite Welle erzielen.“

Dabei kann HSG-Coach Olli Schulz auf den gleichen Kader zählen, der in der Vorwoche in Northeim den vierten Sieg in Folge unter Dach und Fach gebracht hat. „Es hilft uns, dass Michael Hemmer nach seiner Verletzungspause immer besser in Fahrt kommt“, freut sich Malik über zusätzliche Entlastung im Rückraum und rechnet daher mit einem Spiel auf Messers Schneide: „Wenn wir ans Maximum gehen, stehen die Chancen mindestens fünfzig zu fünfzig.“

Das könnte Sie auch interessieren