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Michael Jung wird neuer Trainer beim Kreisoberligisten TSV Niederissigheim.

Kreisoberliga 

Michael Jung wird neuer Trainer beim TSV Niederissigheim

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Der TSV Niederissigheim ist auf der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Trainer Vedran Vrancic fündig geworden. Rund drei Wochen nach der Trennung vom bisherigen Coach teilte der Klub am Montag mit, dass Michael Jung den Posten zur kommenden Spielzeit übernehmen wird.

Jung war zu Saisonbeginn noch Coach des Liga-Konkurrenten FC Erlensee II, ehe der Klub sich Ende November vom Übungsleiter trennte. „Die Erste Vorsitzende, Nicole Laupus, und ich haben mit mehreren Trainerkandidaten gute Gespräche geführt. Michael hat uns ein sehr gutes Konzept vorgelegt, was den Kader und die Weiterentwicklung der Mannschaft betrifft“, berichtet der ehemalige Trainer des TSV, Peter Schmidt, der nach dem Ende der vergangenen Saison als Coach zurückgetreten war und aktuell den Spielausschuss unterstützt.

TSV überzeugt: Jung passt mit emotionaler Art zur Mannschaft

Er kennt Jung bereits aus ge-meinsamen Zeiten, als dieser in Rückingen Spieler unter ihm war und ist überzeugt, dass Jung mit seiner emotionalen Persönlichkeit der richtige Trainer für die Mannschaft ist. „Mit seiner Art ist Michael nah an meiner. Er ist ein positiv Verrückter wie ich“, sagt Schmidt: „Das ist ein Punkt, der uns ganz wichtig war. Mit seiner Herangehensweise und seiner Art hat Michael uns voll überzeugt.“

Vrancic  sei ein eher ruhigerer Trainer gewesen. Stimmen aus der Mannschaft hatten nun wieder eine andere Ansprache und ein anderes Auftreten des neuen Coachs gefordert, berichtet Schmidt. Jung bescheinigt er eine „gute Arbeit“, die dieser bei seinen Stationen in Somborn, Erlensee und Altwiedermus geleistet habe.

Für Aufsehen im Kreis hatte der neue Trainer des TSV im Sommer aber auch im negativen Sinne gesorgt, als er bei einem Zwischenfall während eines Alt-Herren-Turniers einen Schiedsrichter angegangen haben soll und für mehrere Spiele gesperrt wurde

Kader bleibt weitestgehend zusammen

In Niederissigheim soll Jung nun ab sofort als Verantwortlicher die Planungen des Klubs für die neue Saison vorantreiben. „Wir wollen den Kader weitestgehend zusammenhalten und punktuell verstärken“, sagt Schmidt. 80 Prozent der Mannschaft habe laut ihm bereits für die neue Spielzeit zugesagt – darunter auch „wichtige Stützen“ des Teams, wie Moritz Wein oder die Stürmer Dominic Bernard und Yannick Wolff.

Dass in dieser Saison nochmal Fußball gespielt werden kann, erscheint angesichts der Corona-Pandemie immer unwahrscheinlicher. Schmidt rechnet nicht damit, dass der Ball im April schon wieder rollen kann. Die Saison dann in der verbleibenden Zeit zu Ende zu spielen, hält er für nicht durchführbar. „Ich sehe da große Problematiken“, sagt Schmidt mit Blick auf die hohen Belastungen für die Amateure bei mehreren Partien pro Woche und verweist in diesem Zusammenhang auch auf die große Beanspruchung des Platzes in Niederissigheim, den sich der TSV mit dem FC Eintracht Oberissigheim teilt.

Entscheidung über weiteren Saisonverlauf steht noch aus

Vom Hessischen Fußball-Verband erwartet Schmidt eine baldige Entscheidung und Informationen darüber, wie es weitergeht. Schließlich müssten offene Fragen – unter anderem in puncto Wechselfrist der Spieler – schnellstmöglich geklärt werden, damit die Vereine Planungssicherheit haben. Sollte in dieser Saison tatsächlich doch noch einmal der Ball rollen, wird Jung noch nicht an der Seitenlinie stehen.

„Das ist auch mit Nicole Laupus so abgesprochen. Michael wird sich erstmal nur um die Planungen für die neue Saison kümmern. Damit hat er auch genug zu tun. Wir haben jetzt schon gemerkt, dass das ganz ganz schwierig wird“, sagt Schmidt mit Blick auf die Corona-Pandemie. Falls tatsächlich noch einmal gespielt werden sollte, wird er die Mannschaft interimsweise bis zum Saisonende übernehmen.

TSV will sich organisatorisch breiter aufstellen

Parallel dazu will sich der Klub auch im Hintergrund professionalisieren. Der Spielausschuss soll mehr Unterstützung erhalten. „Da wollen wir uns breiter und besser aufstellen wie in den letzten zwei, drei Jahren. Dass nur auf zwei oder drei Schultern zu verlagern, geht nicht. Das haben wir erkannt und versuchen da gegenzusteuern“, erklärt Schmidt.

 Ein offizielles Ziel für die neue Spielzeit unter Jung will er nicht ausgeben. „Aber wir wollen schon wieder da anknüpfen, wo wir letztes Jahr waren“, sagt Schmidt. Dass die Niederissigheimer nach dem Scheitern 2018/19 in der Aufstiegsrelegation zur Gruppenliga derzeit nur auf Platz neun in der Tabelle geführt werden, liege auch an der langen Saison und der damit verbundenen schwierigen Vorbereitung. Ähnliche Probleme könnte wegen des Coronavirus vor der kommenden Saison wieder auf den TSV zukommen. Dann wären diesmal aber alle Klubs betroffen.

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