Entscheidung getroffen: Michael Fink wird auch kommende Saison das Trikot des FC Gießen tragen Dafür beendet er seine Trainertätigkeit beim FC Hanau 93.
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Entscheidung getroffen: Michael Fink wird auch kommende Saison das Trikot des FC Gießen tragen Dafür beendet er seine Trainertätigkeit beim FC Hanau 93.

Abschied von der Kastanienallee

Michael Fink verlässt Hessenligist Hanau 93 endgültig und bleibt als Spieler beim FC Gießen

  • Thorsten Jung
    vonThorsten Jung
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Fußball-Hessenligist FC Hanau 93 muss sich einen neuen Trainer suchen. Michael Fink wird den Verein verlassen und auch in der kommenden Saison für den FC Gießen spielen. Beim Regionalligisten ist der 39-Jährige bereits seit Januar als Spieler aktiv. Da in der Hessenliga seit November kein Ball mehr rollt, hatte der HFC den Ex-Profi nach Gießen „verliehen“. Dort unterschrieb er einen Vertrag bis 2023 – als Spieler und Co-Trainer. Damit ist klar: Fink wird nicht mehr als Trainer oder Spielertrainer an die Kastanienallee zurückkehren.

Hanau –Vermittelt durch seinen Trauzeugen Daniyel Cimen, der lange Jahre das Trikot der 93er getragen hatte, war Fink 2017 zum damaligen Verbandsligisten nach Hanau gekommen. Nach einer Saison wechselte er erstmals zum FC Gießen, wo Cimen inzwischen als Trainer angeheuert hatte. Im Sommer 2019 kehrte Fink an die Kastanienallee zurück, um die Mannschaft in Endphase der Saison und in der Aufstiegsrunde zur Hessenliga zu betreuen.

Nachdem der Sprung ins hessische Fußball-Oberhaus geglückt war, holte er auch seinen Spielerpass wieder nach Hanau. Die abgebrochene Saison 2020/21 beendete er mit seinem Team auf dem vierten Tabellenplatz.

Hanau 93: „Verlieren einen kompetenten Trainer“

„Mit Michael Fink verliert Hanau 93 einen engagierten, kompetenten Trainer, der sowohl bei der Mannschaft als auch im Verein und bei den Fans hohe Wertschätzung genoss“, teilt der FC Hanau 93 in einer Presseinformation mit. „Auch als Spieler bot der jetzt 39-jährige konstant Top- Leistungen und trug dadurch zum sportlichen Erfolg erheblich bei.“

„Natürlich ist das sehr schade. Michael hat bei uns super Arbeit geleistet“, sagte Adolfo Alonso. „Es ist aber auch schwierig, wenn Michael auf uns zukommt, weil er höherklassig spielen und mit Daniyel zusammen arbeiten möchte“, ergänzte der Sport-Vorstand der 93er. „Gießen hat es ihm in den letzten Wochen wohl leider schmachthaft machen können.“

Michael Fink hat noch großen Spaß am Kicken

In Gießen, wo Fink seit Januar unumstrittener Stammspieler mit konstant guten Leistungen ist, will er der Mannschaft auf dem Spielfeld mit seiner Erfahrung aus 137 Bundesligaspielen, 73 Zweitligaspielen und 66 Einsätzen in der Süper Lig auch weiterhin helfen und auch künftig Cimens verlängerter Arm auf dem Spielfeld sein. Der Spaß am Fußball sei auch mit fast 40 noch riesengroß, sagte Fink auf HA-Anfrage.

„Ich habe in dem halben Jahr gemerkt, dass ich, wenn ich mich auf mich als Spieler konzentriere, in der Regionalliga einer der guten Spieler und in Gießen ein Leistungsträger sein kann.“ Er will sich in ein paar Jahren nicht selbst vorwerfen, seine aktive Karriere zu früh beendet zu haben. Der frühere Kicker der Frankfurter Eintracht hebt aber auch die „gute Zusammenarbeit mit Daniyel und die gute sportliche Entwicklung in Gießen seit Januar“ hervor.

Hanau 93 in die Spitzengruppe der Hessenliga geführt

Das Fazit seiner Hanauer Amtszeit fällt durchweg positiv aus: „Als Aufsteiger haben wir im ersten Jahr um den Klassenerhalt gespielt und sind dann zu einer Top-5-Mannschaft geworden. Das zeigt, wie gut die sportliche Entwicklung war. Ich hoffe, dass es in Hanau so weiter gehen wird.“

Die Entscheidung gegen Hanau sei erst in den vergangenen beiden Wochen gereift. „Wenn Corona nicht gewesen wäre, wäre die Spielersache in Gießen für mich nicht zustande und es jetzt auch nicht zu dem Wechsel gekommen“, deutet Fink an, wie sehr ihm sein geliebter Fußball in den coronabedingten Saisonunterbrechungen gefehlt hat. „Der Amateurfußball liegt ja seit fast eineinhalb Jahren still.“

Neuer Trainer der 93er schon kommende Woche?

In der Pressemitteilung des Vereins heißt es, der Klub „arbeitet bereits an einer Lösung“. Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins und ehemalige Sportliche Leiter Giovanni Fallacara wolle „zum Ende der ersten Maiwoche“ alles „in trockenen Tüchern“ haben.

Ob der neue Mann an der Seitenlinie der 93er ein externer Trainer oder interne Lösung wird, sei ebenso offen wie die Frage, ob man einen Spielertrainer oder reinen Trainer bevorzuge, meinte Alsonso. Menschlich müsse es einfach passen. „Wir müssen uns jetzt erst mal beraten und das eine oder andere Gespräch führen“, erklärte der Sport-Vorstand in dem Wissen: „Das wird kein ruhiger 1. Mai.“ Egal, wer sein Erbe antreten werde: Michael Fink wird „mit Rat und Tat zur Verfügung stehen“.

Michael Fink bleibt Hanau 93 weiter verbunden

Gerne hätte er seine Spieler persönlich über seinen Abschied informiert. „Leider ging das coronabedingt nicht vor Ort, aber über das Handy“, erklärte er und versprach: „Wenn es wieder losgeht, werde ich vorbeischauen und mich persönlich verabschieden.“

Fink will Hanau 93 auch weiterhin verbunden bleiben. Und vielleicht kommt es ja bald zu einem Wiedersehen auf dem Platz. Immerhin strebt der HFC in die Regionalliga. Welcher Trainer den Traditionsverein zum Aufstieg führen soll, ist seit dem 29. April jedoch unklar.

Von Thorsten Jung

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