Hat ihre Schützlinge genau im Blick: Sabrina Müller trainiert bei der Turn- und Sportgemeinde Erlensee die jungen Einradfahrer.
+
Hat ihre Schützlinge genau im Blick: Sabrina Müller trainiert bei der Turn- und Sportgemeinde Erlensee die jungen Einradfahrer.

EINRADFAHREN

Mehr als eine Nummer im Zirkus: Sabrina Müller feilt mit Erlenseer Freestylekids an der Technik

„Es ist mehr als geradeaus fahren. Es ist ein Sport mit vielen Facetten, der mir von Anfang an Spaß gemacht hat.“ Sabrina Müller aus Erlensee ist nicht auf zwei, sondern auf einem Rad unterwegs. Bei der Turn- und Sportgemeinde Erlensee (TSGE) gibt sie als Trainerin ihre Begeisterung fürs Einradfahren an ihre Schülerinnen und Schüler weiter.

Erlensee – „Ich freue mich mit, wenn ein neuer Trick geklappt hat, mein Name durch die Halle schallt mit ‘Guck mal, wie weit ich gefahren bin’ und bin mächtig stolz. Das ist es, was mich bewegt, immer weiter zu machen.“

Viele verbinden den Begriff Einradfahren mit der Manege im Zirkus. Doch abseits des großen runden Zeltes passieren sehenswerte Dinge. Einradfahren ist keine Nischensportart mehr, erklärt die 35-Jährige. Es handle sich um eine wachsende Sportart mit Meisterschaften und Wettkämpfen. Dabei bedarf es an Ausdauer, Beweglichkeit, Gleichgewichtssinn und Kraft. Eigentlich begann Sabrina Müllers Einrad-Karriere spät. Viele setzen sich das erste Mal mit fünf Jahren aufs Einrad. Sie war schon elf Jahre alt, als sie an einem Schnuppertraining in Langenselbold teilnahm. Was mit einem Schnuppern begann, wurde zu einem wöchentlichen Training. Mit zunehmenden Können und diversen Erfolgen wuchs die Liebe zum Einradfahren.

TSG Erlensee hat die Abteilung 2007 gegründet

Als 2007 bei der TSGE die Abteilung Einradfahren gegründet und die Gruppe Freestylekids geboren wurden, stieg Sabrina Müller als Übungsleiterin ein. Nach und nach sei sie in die Trainerrolle hineingewachsen. Es wurde jemand gesucht, der Lust hat, seine Leidenschaft fürs Einradfahren weiterzugeben. Nicht selten sieht man die vierfache Mama mit ihren Kindern durch Erlensee cruisen und das nicht auf zwei, sondern entspannt auf einem Rad. Ihr Ziel als Trainerin ist es, dass die Kids jede Woche gerne zum Training kommen, dass sie dran bleiben, um sich routinierter und vielseitiger auf dem Einrad fortbewegen zu können.

Auch der Teamgedanke spielt bei ihrem Training eine entscheidende Rolle. Das Team müsse lernen, rücksichtsvoll zu fahren und den Partner zu stützen. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist das gar nicht so leicht. „Wir können nicht einfach vor einem Bildschirm im Wohnzimmer Training machen. Einrad ist ein Kontaktsport, was es noch mal schwerer macht. Nach so langer Zeit ohne Einrad unter dem Hintern, waren einige Übungen etwas wackelig geworden“, so Sabrina Müller. Mehrere Monate herrschte Stillstand in Sachen Training. Nur zögerlich nehmen die Freestylekids wieder Fahrt auf – im Freien und unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Die Kids treffen sich an der Schulsportanlage hinter der Ballsporthalle.

Manche Tricks erfordern eine Portion Mut

Es werden Freestyle-Küren mit verschiedenen Tricks einstudiert. Das erfordert schon mal etwas Mut, beispielsweise wenn man aus dem Stand auf Pedale und Sattel springt, so Sabrina Müller. „Endlich dürfen wir Trainer dabei auch wieder Hilfestellung geben und den Kids die helfende Hand reichen.“ Kleine Lichtblicke, die ihr und der Abteilungsleiterin sowie Trainerkollegin Corinna Fuchs Hoffnung machen.

Das Einradtraining soll auch in den kommenden Wochen und Monaten weitergeführt werden. Denn, auch wenn in diesen Zeiten manchmal alles aussichtslos erscheint: „Das Team soll zusammen lachen, sich unterstützen, vertrauen und vor allem ganz viel Spaß miteinander haben. Vielleicht darf man ja dieses Jahr doch noch irgendwo einen kleinen Auftritt vorführen, dafür gilt es, vorbereitet zu sein.“ (Von Franca Richter)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema