1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Marius Preibisch träumt von einer Motorsportkarriere: „Das Adrenalin übernimmt die Führung“

Erstellt:

Marius Preibisch aus Neuberg führt das Feld an. Den westdeutschen ADAC-Kartcup hat er bereits zweimal gewonnen.
Marius Preibisch aus Neuberg führt das Feld an. Den westdeutschen ADAC-Kartcup hat er bereits zweimal gewonnen. © Privat

Rechter Fuß aufs Gaspedal und mit Vollgas auf die Rennstrecke. Der 19-jährige Marius Preibisch aus Neuberg ist leidenschaftlicher Kartfahrer. Er liebt den Adrenalin-Kick. Mit acht Jahren hat er Blut geleckt: „Ich war damals in Groß-Zimmern auf der Rennstrecke. Ein Freund hatte mich und meine Familie mitgenommen. Und wir sind alle hängen geblieben.“

Neuberg – Angefangen hat seine Leidenschaft für Motorsport aber schon früher - nämlich auf der Couch neben seinem Papa. „Mein Papa ist schon immer ein großer Formel 1 Fan. Und ich habe sonntags immer mit schauen dürfen. Ich habe also schon früh Formel-1-Luft geschnuppert“, scherzt er. Seit Marius Preibisch zehn Jahre alt ist, ist er Mitglied im Automobilclub Kinzigtal Erlensee und fährt regelmäßig Kart. „Angefangen hat alles mit Slalomfahren. Im Jahr 2015 bin ich dann auf die Rundstrecke umgestiegen und habe mir mein erstes eigenes Kart gekauft. Das hat gut 1000 Euro gekostet. Kart fahren ist ein sehr teueres Hobby.“

Ein Hobby, das für ihn alles bedeutet. Trotzdem hat er seine Schule nie vernachlässigt. Er hat in diesem Jahr sein Abitur an der Otto-Hahn-Schule in Hanau gemacht und nun ein duales Studium bei der Finanzverwaltung in Hanau angefangen. Momentan liegt sein Fokus auf den Prüfungen. „Alle zwei Wochen bin ich fürs Studium in Rothenburg an der Fulda. Das frisst ganz schön viel Zeit“, so der 19-Jährige.

Deswegen bleibt ihm unter der Woche keine Zeit zum Trainieren. Er ist ausschließlich an den Wochenenden auf der Rennstrecke, und zwar gemeinsam mit Mama und Papa. „Mein Papa ist mein persönlicher Mechaniker. Mit ihm gemeinsam tüftle ich immer am Kart, um das beste rauszuholen. Meine Mama ist der mentale Coach“, lacht er. „Ohne meine Mama und meinen Papa würde das alles nicht funktionieren. Kart fahren ist über die Jahre hinweg zu unserem Familienhobby geworden. Und das finde ich sehr schön.“

Marius Preibisch blickt auf zwei sehr erfolgreiche Jahre. Mit seinem neuen Schaltkart mit sechs Gängen und 45 PS hat er sich 2019 und 2020 den Meistertitel im westdeutschen ADAC-Kartcup erfahren. Ein Kribbeln im Bauch hat er vor jedem Rennen, erzählt er. „Kart fahren hat zwei Seiten. Wenn ich jemandem zuschaue, denke ich mir: ‘Wahnsinn wie schnell der fährt.’ Wenn ich mich aber selbst in mein Kart setze, schaltet mein Kopf komplett aus. Dann übernimmt das Adrenalin die Führung. Es ist schon ein ganz schöner Adrenalin-Kick.“

Passiert ist, bis auf kleinere Unfälle, bisher nichts Schlimmes. „Und so soll es auch bleiben“, lacht Marius Preibisch, für den es nicht die großen Titel sind, die zählen, sondern die kleinen Momente auf der Rennstrecke. „Für mich war zum Beispiel ein Highlight, als meine Großeltern bei einem Rennen auf der Heimstrecke zugeschaut habe. Ich war so stolz. Und wenn dann der Lauf auch noch gut war, gibt es nichts Schöneres“, schwärmt er.

Marius Preibisch will noch viel im Motorsport erleben. Der 19-Jährige weiß aber auch: Es ist ein sehr teurer Sport.
Marius Preibisch will noch viel im Motorsport erleben. Der 19-Jährige weiß aber auch: Es ist ein sehr teurer Sport. © Privat

Marius Preibisch trainiert aber nicht nur auf der Rennstrecke, auch unter der Woche hält sich der Student fit. Kart fahren ist nämlich ein echter Kraftakt: „Man darf die G-Kräfte nicht unterschätzen. Wenn man mit 160 km/h unterwegs ist, geht das auf Nacken und Oberarme. Ich muss also schon fit sein. Die Ausdauer muss stimmen, sonst geht gar nichts.“

Auch an internationalen Rennen hat er schon teilgenommen. Er war bereits auf Rennstrecken in Belgien, Italien, Tschechien und Frankreich. Und dabei wird es künftig nicht bleiben. Der 19-Jährige hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: vom Kartfahrer zum Formel-1-Piloten. Momentan ist das nur ein Traum, denn der Motorsport ist ein teurer Sport. Um beispielsweise in der Formel 4 fahren zu dürfen, komme es nicht nur aufs Können an, sondern auch auf einen dicken Geldbeutel. „Leider sind die, die ganz oben mitfahren, nicht die Besten, sondern die mit dem meisten Geld. Mehrere 100 000 Euro müssen fließen, um gerade mal in der Formel 4 mitfahren zu dürfen.“

Das Erfüllen seines Traums von einer großen Motorsportkarriere ist für Marius Preibisch also eine finanzielle Frage. Talent und Leidenschaft bringt er auf jeden Fall mit.

Von Franca Richter

Auch interessant