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Torgefährlich: Marcel Fuchs hat elf Jahre bei Germania Niederrodenbach gespielt und auch Gruppenliga-Erfahrung gesammelt. Ab Sommer läuft der Familienvater wieder für seinen Heimatverein VfB Großauheim auf.

Kreisliga A

Niederrodenbachs Marcel Fuchs kehrt zu seinem Heimatverein VfB Großauheim zurück

Die vielen Amateurfußballer im Kreis Hanau beschäftigt derzeit vor allem die Frage, wann der Ball wieder rollen wird und ob die aktuelle Saison überhaupt zu Ende gespielt werden kann. Nichtsdestotrotz treiben die Klubs auch die Planungen für die kommende Spielzeit weiter voran.

Dem VfB Großauheim ist dabei nun ein echter Coup gelungen: Der A-Ligist hat sich für die kommende Saison die Dienste von Torjäger Marcel Fuchs gesichert, der nach elf Jahren bei Germania Niederrodenbach zurück zu seinem Heimatverein kehren wird.

Aussicht auf Gruppenliga zog Fuchs nach Niederrodenbach

Fuchs verbrachte in Großauheim seine gesamte Jugendzeit, ehe es ihn im Alter von 19 Jahren zur Germania in die Gruppenliga zog. Dort fasste der Stürmer auf Anhieb Fuß und fühlte sich so wohl, dass er in den vergangenen Jahren nie an einen Wechsel dachte. Dass es nun Zeit für eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ist, hat vor allem einen Grund. Der Vater einer zweieinhalbjährigen Tochter will in der kommenden Saison etwas kürzertreten.

„Ich werde mich voll reinhängen, aber möchte auch etwas weniger machen. Die Familie hat absolut Vorrang“, sagt der 31-Jährige. Anfragen bekam er in der Vergangenheit bereits des Öfteren: „Ich wurde schon vor zwei Jahren von Alex Krämer, einem meiner besten Freunde, angesprochen und bekam Großauheim schmackhaft gemacht“, sagt der Angreifer, der beim VfB die Rolle in der Sturmspitze einnehmen soll, in der er sich am wohlsten fühlt. „Der Verein hat mir gesagt, dass sie unbedingt einen Stürmer brauchen, der eiskalt vor dem Tor ist und die Chancen nutzt, die sich die Mannschaft herausspielt.“

Aufstieg in die Kreisoberliga ist das Ziel mit dem VfB

Das Ziel von Fuchs ist es, mit dem VfB den Aufstieg in die Kreisoberliga zu schaffen: „Das habe ich mir fest vorgenommen“, erklärt der Stürmer. Dass dem Tabellensechsten der Kreisliga A das noch in dieser Saison gelingt, wird angesichts der Corona-Pandemie immer unwahrscheinlicher. Am Mittwoch teilte der Präsident des Hessischen Fußballverbandes, Stefan Reuß, mit, dass der Spielbetrieb am 10. April nicht wieder aufgenommen werden könne. 

Dieser sei nun „bis auf Weiteres“ ausgesetzt, der Verband prüfe auch Abbruch-Szenarien. „Ich habe das Gefühl, dass in dieser Saison kein Fußball mehr gespielt werden kann“, sagt Fuchs, dessen elfjährige Zeit in Niederrodenbach dann ein jähes Ende genommen hätte – falls es denn wirklich so kommen sollte.

Torriecher jahrelang unter Beweis gestellt

Für den VfB könnte Fuchs genau die Komponente sein, die dem Klub im eigenen Spiel derzeit fehlt: Mit 48 Toren stellen die Großauheimer aktuell die schwächste Offensive der ersten acht Teams in der Kreisliga A. Wie torgefährlich Fuchs ist, hat er in den vergangenen Jahren oft eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Mit 27 Toren schoss der Stürmer die Germania 2017/18 in die Gruppenliga, wo er im Jahr darauf immerhin noch acht Treffer erzielte.

Dass er in dieser Kreisoberliga-Saison noch nicht zweistellig getroffen hat, liegt auch daran, dass der Angreifer in seinen 19 Einsätzen achtmal nur eingewechselt wurde und in dieser Saison vermehrt auf dem Flügel zum Einsatz kommt. Mit Marco Veit (19 Tore in 20 Spielen) hat sich ein Mitspieler im Angriffszentrum der Niederrodenbacher festgespielt. „Marco ist ein junger Stürmer, der mich ein bisschen an mich erinnert, als ich noch jung war. Er sucht immer den Weg zum Tor, ist schnell und trifft oft. Wenn ein Stürmer seine Tore schießt, darf man ihn nicht auf die Bank setzen“, erklärt Fuchs, der seine veränderte Rolle ohne Murren akzeptiert und den mannschaftlichen Erfolg in den Vordergrund stellt.

Mittendrin in der Corona-Krise: Fuchs arbeitet im Lager der Uniklinik Frankfurt

Die vielen Einwechslungen in dieser Spielzeit sind auch darauf zurückzuführen, dass der Familienvater in der jüngeren Vergangenheit die eine oder andere Trainingseinheit verpasste, weil ihm die Zeit gefehlt hat, die aufgrund der Corona-Pandemie nun noch einmal knapper geworden ist. Fuchs arbeitet im Frankfurter Uniklinikum im Lager, wo in den vergangenen Wochen ein „großes Durcheinander“ herrschte. Viele Überstunden standen auf der Tagesordnung – und ausgerechnet in dieser stressigen Zeit musste Fuchs wie viele andere auf seinen Ausgleich, den Fußball, verzichten.

Es ist aber nicht nur die Bewegung, die dem Stürmer fehlt, der in den vergangenen Tagen mehrmals joggen war: „Man vermisst vor allem auch die Kabine und das Zusammensein mit den Jungs, deshalb würde es mir auch gar nicht in den Sinn kommen, jetzt mit dem Fußball aufzuhören.“ Ein paar Jahre habe er definitiv noch im Tank, sagt Fuchs. Ob er davon noch etwas Zeit in Niederrodenbach in der Kabine verbringen darf, wird sich in den kommenden Wochen zeigen – wenn klarer ist, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den Amateurfußball haben wird.

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