Beine von Fußballern im Zweikampf mit Ball
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Zweikämpfe wieder erlaubt: Mannschaftssport ist in Hessen ab dem 1. August wieder uneingeschränkt möglich.

Corona-Lockerungen

Mannschaftssport wird wieder uneingeschränkt erlaubt - Freude im Fußballkreis Hanau

Ab dem 1. August ist in Hessen Mannschaftssport wieder uneingeschränkt erlaubt. Teams dürfen wieder zusammen trainieren und auch Testspiele sind wieder erlaubt. Die Amateurfußballer in der Region sind glücklich.

Region Hanau – Die frohe Botschaft aus Wiesbaden hat im Fußballkreis Hanau für viele strahlende Gesichter gesorgt. „Ich finde das toll, dass der Innenminister sehr schnell auf das Schreiben des Hessischen Fußballverbandes reagiert hat“, meinte HFV-Vizepräsident Torsten Becker mit Blick auf einen Brief, mit dem der Verband vor wenigen Tagen bei der Landesregierung Druck ausgeübt und auf Lockerungen für den Amateurfußball gedrängt hatte. „Jetzt geht’s wieder los, jetzt kann wieder Fußball gespielt werden“, jubelte der Hanauer.

Sinnvolle Vorbereitung nur mit Training in vollem Umfang möglich

„Wir sind sehr froh, dass es wieder richtig losgehen kann. Training mit Corona-Einschränkungen ist zwar besser als gar kein Training, eine sinnvolle Vorbereitung auf die neue Saison ist aber nur mit Vollkontakt mit allen Spielern und natürlich mit Testspielen möglich“, sprach auch Alexander Lorei sicherlich vielen Kickern in der Region aus der Seele.

Für Verein, Trainer und Spieler bedeute die neue Regelung „eine große Erleichterung“, meinte der Spielausschussvorsitzende des Kreisoberligisten Eintracht Oberissigheim.

Amateurkicker freuen sich: Klares Ziel vor Augen

„Es ist sehr positiv, dass es endlich wieder ein Ziel gibt, auf das der Verein und die Mannschaft hinarbeiten können. Bisher haben wir die ganze Zeit in die Luft gearbeitet“, freute sich auch Dietmar Böhmert. Der Spielausschussvorsitzende des SV Oberdorfelden hatte insgeheim schon mit Lockerungen für die Amateurkicker gerechnet: „Unsere Wochenenden bis zum Saisonstart haben wir alle schon mit Freundschaftsspielen verplant, die dann zum Glück auch stattfinden können.“

Am Samstag, 1. August, will der abgeschlagene Tabellenletzte der abgebrochenen Kreisoberligasaison 2019/20 das Training wieder aufnehmen. Die Schönecker haben sich etwas vorgenommen: „Wir haben nach der vergangenen Saison noch etwas gut zu machen. Ich hoffe, dass der Start uns dieses Mal gelingt“, so Böhmert.

Fußballer haben kein Verständnis für unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern

Auch bei Germania Niederrodenbach ging man davon aus, dass schon bald wieder Freundschaftsspiele möglich sein würden. „Wir hatten schon Testspiele in der Hoffnung ausgemacht, dass dann tatsächlich wieder gespielt werden darf. Dass Freundschaftsspiele bald wieder möglich sein würden, war abzusehen, als der Saisonbeginn auf den 6. September terminiert wurde“, meinte Michael Auerhammer.

Niederrodenbachs Sportlicher Leiter schüttelte über das Durcheinander über Ländergrenzen hinweg ohnehin mit dem Kopf: „Die Unterschiede bei den Regelungen der einzelnen Bundesländer hat wenig Sinn gemacht. Das Virus macht vor Landesgrenzen ja keinen Halt. Ein paar Kilometer weiter in Albstadt hätten wir spielen dürfen. In Hanau aber nicht. Das war ja schon ein Hohn.“ Die Germania sei daher „total erleichtert, dass normales Training und Freundschaftsspiele jetzt wieder erlaubt sind“.

Wenn das Virus es zulässt: Klassische Meisterschaftsrunde ab September

Auch Kreisfußballwart Dirk Vereeken hat offensichtlich mit einer früheren Rückkehr zum Normalbetrieb gerechnet. „Wir haben schon Freundschaftsspiele ab dem 1. August angenommen und ins DFB-net eingepflegt“, sagte der Hammersbacher. „Ich freue mich, dass es wieder losgeht und hoffe, dass alles funktioniert. Wenn Virus und Wetter mitspielen, wollen wir ab September eine klassische Meisterschaftsrunde mit Relegation austragen“, kündigte er gestern an.

In Wachenbuchen ist gestern beinahe die Internetverbindung zusammengebrochen: „Unsere Whats-App-Gruppe glüht gerade“, erzählte Kewa-Sportvorstand Dennis Holderried. Alle würden sich sehr freuen, dass es wieder losgeht und man wieder richtig trainieren kann. „Auch für die Trainer ist das eine gute Nachricht, weil sie in den vergangenen Wochen in Schichten trainieren und das doppelte Pensum ableisten mussten.“

Trotz weiteren Lockerungen: Viele Fragen bleiben weiter offen

Für Holderried gibt es aber auch noch viele offene Fragen „was zum Beispiel die Duschräume angeht, die nach jeder Nutzung gereinigt werden müssen.“ Dazu solle es aber im Laufe der kommenden Woche neue Informationen vom Hessischen Fußball-Verband geben“, hat Holderried gehört.

Auch die Hanauer Schiedsrichter freuen sich auf die Rückkehr ins Spielgeschehen. Vor allem, „weil die Schiedsrichter so vor dem offiziellen Saisonstart eine Vorbereitungsphase bekommen“, heißt es von der Schiedsrichtervereinigung Hanau. Auch wenn schon in neun Tagen die ersten Spiele zu pfeifen sind, ist man gerüstet: „Grundsätzlich versucht der Kreisschiedsrichterausschuss alle fristgerecht angemeldeten Freundschaftsspiele im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten adäquat zu besetzen“, teilte die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Claudia Vanheiden, mit.

Amateurkicker im Kreis Hanau richten den Blick nach vorne

Recht nüchtern kommentierte Hochstadts Vorsitzender Manfred Maier die Neuigkeit: „Ich sehe es positiv, dass wir wieder beginnen dürfen und die Saison pünktlich Anfang September losgehen kann. Wir haben die Corona-Regeln eingehalten und sind in allen Abteilungen gut auf einen Spielbeginn im September vorbereitet.“ Für ihn sind die Lösungen, die der Verband in der Krise gefunden hat, „in Ordnung“. Jetzt müsse man nach vorn schauen und die Wirtschaftlichkeit im Blick haben.“ dli/fs/tj

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