Auszeichnung mit 84: Manfred Gerstel trainierte einige Fußballvereine in der Region, leitete 35 Jahre die Trainervereinigung Hanau, war 20 Jahre beim HFV für die Vergabe von Trainerlizenzen zuständig und ist Ehrenmitglied von Eintracht Oberissigheim.
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Auszeichnung mit 84: Manfred Gerstel trainierte einige Fußballvereine in der Region, leitete 35 Jahre die Trainervereinigung Hanau, war 20 Jahre beim HFV für die Vergabe von Trainerlizenzen zuständig und ist Ehrenmitglied von Eintracht Oberissigheim.

Landesehrenbrief für den Bruchköbeler

Manfred Gerstel: Ein Leben für den Fußball

  • VonGert Bechert
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Ehre wem Ehre gebührt: Manfred Gerstel wird heute im Interimsrathaus der Stadt Bruchköbel auf dem Fliegerhorst von Landrat Thorsten Stolz mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Für einen bereits 84-Jährigen eine unerwartete Ehre.

Bruchköbel – Verdient hat sich der gebürtige Schwabe die Auszeichnung allemal. Neben seinem Beruf als selbstständiger Textilkaufmann war der Fußball sein großes Hobby. Nach seinem berufsbedingten Umzug 1974 nach Frankfurt wurde er wenig später in Bruchköbel heimisch.

Als Inhaber der Trainer B-Lizenz lag ihm die Fortbildung der Übungsleiter besonders am Herzen. „Als im Jahr 1975 keiner den Vorsitz der Trainervereinigung Hanau übernehmen wollte, sprang ich eben ein“, erinnert sich Gerstel zurück. Die schriftlichen Unterlagen seines Vorgängers, die in einem Schuhkarton gelagert waren, holte er beim stellvertretenden Vorsitzenden ab.

Differenzen mit dem HFV

Aus der Hilfsaktion wurden 35 Jahre, erst 2010 legte er den Vorsitz nieder, in erster Linie wegen Differenzen mit dem Hessischen Fußball-Verband (HFV).

Einen Nachfolger gab es nicht, die Trainervereinigung, die zwischenzeitlich 140 Mitglieder zählte, löste sich auf. Während seiner Zeit als Vorsitzender gehörte Gerstel auch von 1985 bis 2005 dem HFV-Prüfungsausschuss für die Vergabe von Trainerlizenzen an.

Trotz der Differenzen mit dem Verband zog er sich nicht aus der Verbandsarbeit zurück. Dem Kreisfußballausschuss Hanau gehörte er von 2004 bis 2016 als Referent für Breiten- und Freizeitsport an, von 2008 bis 2016 war er zudem Ehrenamtsbeauftragter des Fußballkreises Hanau.

Jugendtrainer von Corrochano und Barletta

Neben der Verbandsarbeit engagierte sich Gerstel früh als Trainer. Anfangs im Jugendbereich beim VfB Großauheim. In der C-Jugend hatte er die späteren Profis Oskar Corrochano und Angelo Barletta, Ex-Trainer der Offenbacher Kickers und von Bayern Alzenau, unter seinen Fittichen.

Bei den Senioren war er dreimal bei Eintracht Oberissigheim tätig, zudem bei Hanau 93 und als Co-Trainer bei den damaligen Hessenligisten FV Bad Vilbel und KSV Klein-Karben. „In Bad Vilbel und Karben waren das keine reinen Trainertätigkeiten, ich habe auch im Betreuerstab mitgeholfen“, berichtet Gerstel, dessen schwäbischer Akzent immer wieder durchschimmert.

Richtig im Vorstandsgeschehen eingebunden war er von 1997 bis 2002 als stellvertretender Vorsitzender von Eintracht Oberissigheim. Die Verbindung zu den Gelb-Schwarzen brach nie ab, seit 2008 gehört er dem Ältestenrat an.

Übungsleiter für Seniorensport in Bruchköbel

Im Jahr 2002 betrat er Neuland. Auf Bitten von Günter Wegmann, seinerzeit Vorsitzender des Seniorensport- und Fördervereins Bruchköbel, übernahm er eine vakante Übungsleiterstelle. Dienstags war Training in Roßdorf, freitags in Bruchköbel. Erst als die Gesundheit nicht mehr mitspielte, gab er 2016 dieses Amt auf. „Ich denke gerne an die Zeit zurück. Die strahlenden Augen der Senioren vergisst man nicht. Ich möchte keine Minute missen“, betont er.

Für seine Verdienste wurde er 2012 mit der Großen Verbandsehrennadel des HFV ausgezeichnet. 2017 ernannte ihn Eintracht Oberissigheim zum Ehrenmitglied.

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