Salvatore Bari bejubelte im Trikot des FC Bayern Alzenau 50 Treffer in 70 Pflichtspielen. Ab Sommer stürmt Bari für Hanau 93. Archivfotos: TAP/Privat

Hanau

So lockte Sportchef Fallacara Torjäger Bari zu Hanau 93

Fußball. Rund 60 Spieler hat Giovanni Fallacara in seiner fünfeinhalbjährigen Amtszeit bisher verpflichtet. Nicht selten preist er seine Neuzugänge als Königstransfer, absoluter Wunschspieler oder riesengroßes Talent an. Am Sonntag vermeldete der Sportchef des Verbandsligisten FC Hanau 93 den nächsten Königstransfer.

Von Thorsten Jung

Salvatore Bari kommt vom Hessenliga-Spitzenteam Bayern Alzenau an die Hanauer Kastanienallee.

Im Sommer 2017 war Michael Fink der Königstransfer. Ein Jahr lang spielte er für die 93er, die er derzeit als Interimstrainer betreut. Auch Ervin Skela wurde von Fallacara nach Hanau gelockt. Der ehemalige australische Erstligaspieler Marcello Fiorentini trug ebenso für einige Monate das HFC-Trikot wie derzeit der afghanische Nationalspieler Khaibar Amani.

92 Tore in 147 Hessenligaspielen

Andere Wunschspieler blieben nur kurz oder schafften den Durchbruch nicht. Sven Diedrich, Erman Tasgin, Sascha Jakicevic und Mustafa Saniyeoglu sind vier davon.

Nun also Salvatore Bari. Der 31-Jährige hat eine eingebaute Torgarantie. Egal ob für Bayern Alzenau, Viktoria Aschaffenburg, den Karbener SV oder den 1. FC Eschborn: Bari traf nach Belieben. Für je eine Spielzeit trug der Italiener auch die Trikots von Waldhof Mannheim und des VfL Bochum II. Laut transfermarkt.de hat Bari in 147 Hessenligaspielen 92 Tore erzielt und 26 vorbereitet.

Aber, der 31-Jährige war zuletzt auch verletzungsanfällig. Bari erlitt in der Saison 2017/18 einen Kreuzbandriss, hat auch derzeit Knieprobleme. In den vergangenen sechs Wochen setzte er laut Andreas Trageser mit dem Training aus. Dem FCB-Vorstandsmitglied fehlt der Torjäger in der Endphase der Saison und einer möglichen Aufstiegsrelegation schmerzlich. Bari selbst glaubt daran, noch in dieser Saison auf den Rasen zurückkehren zu können: „Mein Knie war gereizt, ich mache schon leichtes Aufbautraining und glaube, dass ich der Mannschaft noch mal helfen kann, das Saisonziel Aufstieg perfekt zu machen.“

Beruflicher Aspekt wichtig

Alzenau hätte Bari trotz seiner Verletzungsanfälligkeit gerne gehalten. Mit dem Angebot der Hanauer „konnten wir aber nicht mithalten“, sagte Trageser, der felsenfest an einen Aufstieg der 93er glaubt und für die kommende Saison mit einem ernsthaften Konkurrenten rechnet. „Für einen Aufsteiger gehört man da in der Hessenliga gleich zum Favoritenkreis“, meinte er mit Blick auf die Bari-Verpflichtung. „Wenn er das bekommt, was er uns gesagt hat, muss er das Angebot aus Hanau annehmen“, so Trageser.

Die Gespräche mit Alzenau verliefen für Bari nicht zufriedenstellend. Da kam der Anruf von Fallacara gerade recht. Der hatte von Daniyel Cimen den Tipp bekommen, einmal bei Bari vorstellig zu werden. Cimens Bruder ist gut mit Bari befreundet. Ausschlaggebend sei die berufliche Möglichkeit gewesen, die Fallacara seinem Landsmann anbot. Als Vater zweier Kinder sei ihm der berufliche Aspekt wichtig gewesen, so Bari.

Einige Spieler arbeiten für Fallacara

Fallacara unterbreitete Bari ein Gesamtpaket, das ihn überzeugte: „Ich habe ihm eine Umschulung vermittelt. Er wird Qualitätsmanager in meiner Firma.“ Zum Gesamtpaket gehören auch ein Firmenwagen und die Perspektive, für Hanau 93 Fußball zu spielen.

In der Firma des Sportchefs tummeln sich mit Patrick Gischewski, Dennis Gogol, Jaouad El Kaddouri, Jerome Boos und Kenan Ferguson weitere Spieler des HFC. Dazu kommen Sommer-Neuzugang Kevin Effiong und Angelo de Carvalho, der nach seiner Leihe zu Eintracht Oberrodenbach in der kommenden Saison für die 93er spielen soll.

Drei Kandidaten für Trainerposten

„Ich glaube, dass Salva eine neue Tapete braucht. Er ist eine Waffe, hatte vor zwei Jahren sogar zwei Drittliga-Angebote“, freute sich Fallacara über die Neuverpflichtung. Offen ist noch, in welcher Liga und unter welchem Trainer Bari kommende Saison auf Torejagd gehen wird. Hanau 93 spielt nach der Saison in der Aufstiegsrunde zur Hessenliga. „Klar drücke ich die Daumen, dass Hanau 93 aufsteigt. Das wäre cooler. Wenn es nicht klappt, dann schaffen wir es nächste Saison“, sagte Bari auf die Ungewissheit in Sachen Ligazugehörigkeit angesprochen.

In der Causa neuer Chefcoach spricht Fallacara von drei Trainern, die in Frage kommen: Skela, Fink und ein externer Übungsleiter. „Alle drei sind erste Optionen“, ist der Sportchef entspannt. Seine Einkaufstour sei aber noch nicht beendet, denn der neue Coach soll ja auch noch den ein oder anderen seiner Wunschspieler bekommen.

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