Lili Hammer ist mittlerweile in Leipzig angekommen. Foto: Privat

Handball

Lili Hammer: Volle Power für den HC Leipzig

Handball. Eine Woche Ferien – während viele Jugendlichen die Zeit nutzen, um für ein paar Tage von zu Hause wegzufahren, ist es bei Lili Hammer genau andersherum: Sie kommt dann nach Hause und genießt das Zusammensein mit ihrer Familie und ihren Freundinnen.

Von Katja Vügten

Auch ein paar Termine stehen an. Viel zu schnell ist die Zeit aber vorbei. Für die 15-Jährige geht es zurück nach Leipzig. Hier wohnt sie seit August letzten Jahres im Internat, besucht das Sportgymnasium und spielt Handball beim Handballclub Leipzig (HCL).

Es war Lili Hammers großer Wunsch, sich im Handball weiterzuentwickeln. Dafür nahm sie auch in Kauf, ihre Heimat zu verlassen – ins 370 Kilometer entfernte Leipzig. „Am Anfang war es schon schwer, so weit von zu Hause weg zu sein, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt“, so Lili Hammer. Sie fühlt sich total wohl und hat eine neue Wahlheimat in Sachsen gefunden.

Mit fünf Jahren angefangen

Natürlich kommen ihre Eltern die 15-jährige Schülerin so oft wie möglich besuchen. Denn die freien Tage, an denen Lili Hammer nach Hause fahren kann, sind gezählt. Und sind dann mal Ferien, ist nur die Hälfte der Zeit frei. In der anderen Hälfte steht ein Trainingslager an – mit drei Halleneinheiten und einem Athletikteil am Tag, auch Teambuilding gehört dazu.

Für Lili Hammer kein Problem. Sie hat es ja so gewollt. Schon mit fünf Jahren kam sie durch ihre stets aktive Mama zum Handballsport. Die ersten Jahre spielte sie in ihrem Heimatort Altenhaßlau, später – 2010 – wechselte sie nach Langenselbold. Die auf Linksaußen und im Rückraum beheimatete Spielerin schaffte den Sprung auch in die Hessenauswahl.

"Sehr glücklich in Leipzig"

Zu den Erfolgen gehörte der zweifache Gewinn der Hessenmeisterschaft mit der JSG Buchberg. „Es war eine tolle Zeit bei der JSG“, so Lili Hammer rückblickend. Nicht nur mit der Mannschaft, sondern auch mit dem Trainerteam Ilse Ruhland und Mirko Stopinski. Auch Ilka Fickinger oder Rolf König (allesamt Auswahltrainer) haben die sportliche Athletin aus Altenhaßlau maßgeblich geformt, sie gefordert und gefördert. „Lili hat all ihren Trainern in Hessen viel zu verdanken“, weiß auch Mama Kerstin Hammer. Doch auch aus ihrer Sicht war ein Vereinswechsel nicht schlecht. „Lili ist sehr glücklich in Leipzig, kann sich in dem breiten Kader dort beweisen und sich weiterentwickeln“, sagt sie.

Zwischen Wohnort Altenhaßlau, Trainingsstätte Langenselbold und Auswahl Frankfurt zu pendeln, war extrem zeitaufwändig und nur durch das permanente Engagement der Eltern leistbar. „Ich wollte außerdem eine Abwechslung“, schildert Lili Hammer, warum sie sich über Sportinternate und Leistungszentren informierte.

Einsätze in der Sachsenliga

Schließlich fand sie in Leipzig eine Sichtung, die wie eine Art Einstellungstest einmal im Jahr stattfindet. Sie nahm teil und wurde anschließend gefragt, ob sie eine Probewoche absolvieren möchte. Dabei überzeugte Lili Hammer, bekam die Zusage und konnte mit Beginn des Schuljahres 2018/19 nach Leipzig ziehen. Sie ist mächtig stolz, für einen der größten und erfolgreichsten Frauen-Handball-Klubs Deutschlands auf der Platte stehen zu dürfen.

Seitdem spielt sie vornehmlich mit der C- und B-Jugend des HC Leipzig in der Sachsenliga. „Ich will immer besser werden“, ist Lili Hammer hochmotiviert beim Vereinstraining unter Leitung von Anthony Alsleben, Co-Trainerin Manu Just sowie Marie Lang. Auch durch das dortige Stützpunkttraining durch den sportlichen Leiter des HCL, Fabian Kunze, und die Lehrgänge, geleitet von Sachsens Landestrainer Jacob Dientrich, findet eine kontinuierliche Weiterentwicklung statt. Die verschiedenen Trainer sind bestens ausgebildet und wissen, wie die Individualistinnen motiviert werden müssen, um noch mehr Leistung zu bringen.

Spaß am Handball das Wichtigste

Das Sportgymnasium und Internat sind eng miteinander verbunden. Dreimal in der Woche beginnt Lili Hammer den Tag mit einer zweistündigen Sportstunde (Profil). Nach einer Freistunde beginnt die Schule, die – unterbrochen von einer Mittagspause – um 15.10 Uhr endet. Einmal in der Woche ist trainingsfrei. Dann wird entweder gelernt oder es geht in die schöne Leipziger Alt- und Innenstadt.

Bislang hat Lili Hammer ein Einzelzimmer im Internat bewohnt. Jetzt zieht eine Handballfreundin mit ein – und Lili Hammer freut sich darauf. Auch mit den Frauen des Drittligisten HC Leipzig kommt der Nachwuchs in Berührung. „Sie trainieren vor oder nach uns. Wenn wir in der Sporthalle aufeinandertreffen, klatschen wir uns ab“, macht die Altenhaßlauerin deutlich, wie freundschaftlich es im Verein zugeht.

Auch Lili Hammer würde gerne später hochklassig spielen – ob in der 1. oder 3. Bundesliga ist ihr eigentlich egal. Der Spaß am Handball sei das Wichtigste. „Ich werde auf jeden Fall etwas mit Sport machen“, weiß Lili Hammer. Und dafür befindet sie sich auf dem besten Weg.

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