Mit der SG Bruchköbel trifft Sergej Zutic (links) am Sonntag auf die SG Nußloch, in deren Reihen sein handballerisches Vorbild Christian Zeitz spielt. Archivfotos: TAP/dpa

Handball

3. Liga: Zutic freut sich auf Zeitz

Handball. Am Sonntag gastiert die SG Bruchköbel bei der SG Nußloch und damit beim Tabellenzweiten der 3. Liga Ost; der SGB. Für den Bruchköbeler Rückraumspieler Sergej Zutic geht es in Nußloch aber nicht nur um wichtige Punkte für den Klassenerhalt, sondern er trifft auch erstmals auf sein handballerisches Vorbild.

Von Robert Giese

Die SGN hat sich nämlich vor Saisonbeginn mit Christian Zeitz verstärkt, der nicht nur mehrfacher deutscher Meister ist, sondern auch 2007 mit Deutschland Weltmeister wurde und seit seinem Engagement in Nußloch reichlich Glanz in die 3. Liga Ost gebracht hat. Auch Zutic fiebert dem Duell mit dem mittlerweile 37-Jährigen entgegen, der wie der Bruchköbeler selbst im rechten Rückraum aufläuft.

„Er war früher mein großes Vorbild“, sagt Zutic, der zwischen Zeitz und sich einige Parallelen sah – sie beide sind Linkshänder und für einen Rückraumspieler im Handball mit weniger als 1,90 Meter eher klein. „Für mich war er der Beweis, dass man es trotz mangelnder Körpergröße bis ganz nach oben schaffen kann“, erinnert sich Zutic, und in seinen Worten schwingt noch immer viel Begeisterung für den Rechtshalben mit dem unorthodoxen Spielstil mit.

Weltmeister Zeitz fällt durch unschöne Szenen auf

Diese Begeisterung hat sich zuletzt allerdings merklich abgekühlt, wie Zutic einräumt – und das liege an den bisherigen Auftritten von Zeitz in der 3. Liga Ost. „Er hat für ziemlichen Trubel gesorgt“, meint der Bruchköbeler und spielt damit auf ein Video mit Spielszenen aus Drittligaspielen an, in dem zu sehen ist, wie sich Zeitz mehrfach zu überharten Fouls und Unsportlichkeiten hinreißen lässt. „Das zu sehen, hat weh getan“, bedauert Zutic die negativen Schlagzeilen, für die sein früheres Vorbild zuletzt sorgte.

Zutic selbst will mit der SG Bruchköbel am Sonntag für positive Schlagzeilen sorgen, auch wenn die Bruchköbeler in Nußloch erneut nur Außenseiter sind. „Die Rollen sind klar verteilt“, räumt Zutic nach einem Blick auf die Tabelle ein, „aber auch Nußloch ist schlagbar“, schließlich verlor die SGN von den letzten drei Spielen zwei. Für die Bruchköbeler wäre ein Punktgewinn auswärts wichtig, um in der Tabelle Boden gutzumachen, dafür „müssen wir aber diszipliniert unser Ding durchziehen und unser Bestes geben“.

SGB Rückraum mit Linkshändern besetzt

Das sei angesichts der vielen angeschlagenen Spieler nicht einfach, wie der Linkshänder zugibt: „Gerade im Training ist es momentan schwierig, die richtige Intensität zu finden, und im Spiel haben wir weniger Wechseloptionen.“ Für ihn sei das freilich keine neue Situation, schließlich habe er bereits in der vergangenen Spielzeit regelmäßig durchspielen müssen. In dieser Saison hat er im rechten Rückraum mit Bastian Schwarz Unterstützung bekommen, die beiden Linkshänder ergänzen sich in Zutics Augen gut: „Basti zieht eher aus der Distanz ab, ich suche mehr die Eins-gegen-Eins-Situationen“, beschreibt Zutic die unterschiedlichen Spielstile, „spielerisch hilft uns das weiter, denn dadurch sind wir als Team taktisch viel flexibler“. Trotz ihrer unterschiedlichen Spielweise verstünden sich die beiden allerdings super, wie Zutic versichert: „Wir haben beide so einen Linkshänder-Kopf“, meint der Bruchköbeler und lacht.

Während viele in der Mannschaft – unter anderem auch Schwarz – sich aktuell mit Blessuren herumplagen, ist Zutic inzwischen wieder fit. Zeitweise litt er unter Schmerzen in den Beinen und einem Taubheitsgefühl in den Armen und musste deshalb kurz pausieren. „Die Pause war wichtig für mich, ich bin seit einer Woche wieder schmerzfrei“, freut sich der Linkshänder, der in der Vorwoche gleich neunmal traf und sich damit anschickt, wie in der Vorsaison einer der besten SGB-Torschützen zu werden.

Bester Angriff der Liga trifft auf schwächelnde SGB-Defensive

Trotz seiner neun Treffer ging die SGB aber dennoch in Oftersheim baden, insbesondere die Defensive der Bruchköbeler machte dabei angesichts der 36 Gegentreffer keine gute Figur. Mit Nußloch wartet nun der torgefährlichste Angriff der Liga auf Bruchköbel, weshalb für die SGB „der Fokus zu hundert Prozent auf der Abwehr liegen muss. Wir brauchen in der Deckung einfach wieder mehr Aggressivität und müssen besser auf die gegnerischen Rückraumschützen herausrücken. Das hat in dieser Saison schon ein paarmal gut geklappt, und diese Leistung müssen wir auch in Nußloch abrufen.“

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