Plantarsehne entzündet: Im DHB-Pokalspiel gegen Bundesligist Erlangen (Nico Büdel, links) konnte Spielmacher Jan-Eric Ritter noch mitwirken. Er fehlt der HSG nicht nur morgen in Großsachsen sondern unbestimmte Zeit. Archivfoto; TAP

Hanau

3. Liga: Verletzter Ritter weiß, wie man in Großsachsen gewinnt

Handball. Für die HSG Hanau steht in der 3. Liga Mitte am Samstagabend ein ganz unangenehmes Auswärtsspiel an – die auswärts noch punktlosen Hanauer müssen beim heimstarken TV Germania Großsachsen antreten.

Von Robert Giese

Vor fast genau einem Jahr erkämpfte sich die HSG dort dennoch zwei Punkte, dieses Kunststück will das Team von OIli Schulz in dieser Saison gerne wiederholen, hat aber im Vorfeld mit großen Personalsorgen zu kämpfen.

Schon zum Saisonbeginn ist das Lazarett der Hanauer außergewöhnlich gefüllt: Neben Jannik Ruppert und Daniel Wernig, die beide monatelang mit Kreuzbandrissen ausfallen, hält auch die Pechsträhne von Michael Hemmer an, der einen Muskelfaserriss auskuriert. Auch Jan-Eric Ritter, Hemmers Kollege auf der Spielmacherposition, muss sich derzeit schonen, denn der Mittelmann plagt sich mit einer entzündeten Plantarsehne – diese verläuft unter der Fußsohle – herum, was einen Einsatz Ritters gegen Großsachsen unmöglich macht.

Regelmäßige Physiotherapie

„Operiert werden muss das wohl nicht“, zeigt sich Ritter erleichtert, „aber ich falle dennoch erst einmal aus.“ Wie lange die HSG auf ihren Spielgestalter verzichten muss, werden erst weitere Untersuchungen ergeben, allerdings droht dem Rückraumspieler ein mehrwöchiger Ausfall.

„Ich tue in der Zwischenzeit alles, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden“, betont der 24-Jährige, wozu neben ausreichender Ruhe und regelmäßiger Physiotherapie auch eine angepasste Ernährung gehöre. Ritter ist guter Dinge, dass er durch diese umfassende Versorgung so schnell wie möglich wieder auf dem Spielfeld stehen kann: „Ich habe schon nach der Verletzung schnell die nötigen Termine und Behandlungen bekommen und werde wirklich gut versorgt.“

Viel Qualität auf beiden Seiten

Gegen Großsachsen kann Ritter jedoch ebenso wenig mitspielen wie Linkshänder Matthias Schwalbe, der beruflich verhindert ist – somit fehlen Schulz vier Rückraumspieler. Zumindest in Ritters Augen seien diese Ausfälle für die Mannschaft aber durchaus zu kompensieren: „Wir sind ja breit aufgestellt und immer noch mit 14 Spielern im Training“, betont der Spielmacher, „und wir haben außerdem das große Glück, dass wir aus der Jugend und der zweiten Mannschaft Spieler mit Qualität hochziehen können.“

Spieler mit Qualität gibt es aber nicht nur in Reihen der Hanauer, sondern auch auf Seiten von Großsachsen, wie Ritter aus den Duellen mit den Kurpfälzern aus den vergangenen Spielzeiten weiß. Neben Linkshänder Jan Triebskorn müsse die HSG dabei vor allem Philipp Schulz, der immer für gefährliche Schlagwürfe gut sei, sowie den Allrounder Simon Reisig im Auge behalten: „Er kann nicht nur am Kreis spielen, sondern auch im Rückraum, und ist außerdem ein sehr starker Abwehrspieler“, warnt Ritter.

Heißer Tanz erwartet

Generell führe Großsachsen eine äußerst unbequeme, extrem kampfstarke Defensive ins Feld. „Von ihrer aggressiven Abwehr dürfen wir uns nicht beeindrucken lassen“, fordert der verletzte Hanauer Mittelmann daher, „da müssen wir uns durchkämpfen.“ Gerade wegen der unangenehmen Deckung des Gegners sei es wichtig, permanent aufs Tempo zu drücken: „Das war bei unserem Auswärtssieg im Vorjahr unser Erfolgsrezept und das sollten wir trotz unserer Personalprobleme auch diesmal durchziehen“, meint Ritter.

Der Rückraumspieler erwartet aber nicht nur wegen der unangenehmen Abwehr einen ganz heißen Tanz in Großsachsen. „Die Halle dort ist eher klein, die Fans sind sehr emotional, und das sorgt für eine sehr hitzige Atmosphäre“, weiß der HSG-Spielmacher. Für seine Teamkollegen gelte es daher, einen kühlen Kopf zu bewahren und den Matchplan zu verfolgen. „Wenn wir dort erneut gewinnen wollen“, so Ritter, „müssen wir einfach unseren Stiefel runterspielen.“

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