Kampfstarke Kirchzeller: Im Hinspiel hatte die HSG Hanau den Aufsteiger in eigener Halle mit 22:18 niedergerungen. Kreisläufer Yannik Woiwod (rechts) hofft wieder auf viele gute Zuspiele aus dem Rückraum – zum Beispiel von Michael Malik (am Ball) oder dem wiedergenesenen Spielmacher Jan-Eric Ritter. Archivfoto: TAP

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3. Liga: HSG stellt sich in Kirchzell auf Abwehrbollwerk ein

Handball. Am Freitag bestreitet die HSG Hanau ihr letztes Spiel des Jahres und tritt um 20 Uhr beim TV Kirchzell an. Beim Abstiegskandidaten wollen die Hanauer ihre Erfolgsserie fortsetzen und sich mit einem Sieg in die Winterpause verabschieden, der Aufsteiger wird es der HSG jedoch ähnlich schwer machen wollen wie im Hinspiel.

Von Robert GieseNach zähem Ringen hatte sich Hanau damals vor eigenem Publikum mit 22:18 durchgesetzt und vor allem Probleme mit der stabilen Abwehr des TVK.

Damit stand der Tabellenfünfte in der Hinrunde jedoch nicht alleine da, denn Kirchzell machte über die gesamte bisherige Spielzeit hinweg hinten dicht und musste nur ähnlich wenige Gegentreffer hinnehmen wie die HSG. „Sie verfügen über eine sehr unangenehme Deckung“, hat auch der Hanauer Kreisläufer Yannik Woiwod beobachtet, der außerdem vor dem Kampfgeist des Aufsteigers warnt: „Die fighten bis zum Umfallen und sind alle heiß!“

TV Kirchzell steckt im Taberllenkeller fest

Das Team von Oliver Lücke ist also gewarnt und erwartet ein „richtig heißes Derby, bei dem Kirchzell alles auffahren wird“, wie Woiwod betont. Der Aufsteiger kann schließlich jeden Punkt gut gebrauchen, steckt er doch mitten im Kampf um den Klassenerhalt: Als Vorletzter liegt der TVK gleichauf mit dem Northeimer HC, bei dem das Team von Andi Kunz am vergangenen Wochenende mit 27:33 die Segel streichen musste, der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt aktuell drei Zähler.

Zuletzt konnte Kirchzell im Abstiegskampf allerdings kaum punkten, denn der letzte Sieg des Tabellen-Fünfzehnten liegt bereits knapp zwei Monate zurück, seitdem kam der TVK lediglich zu zwei Unentschieden. Das hängt auch mit der überschaubaren Gefahr zusammen, für die der Angriff der Unterfranken bisher sorgt: Nicht einmal der Tabellenletzte aus Bad Neustadt hat weniger Tore erzielt als Kirchzell, das im Schnitt nur auf 23 Treffer pro Partie kommt – das ist Negativrekord in der 3. Liga Mitte.

Mannschaftsspieler statt Einzelkönner

Wenig überraschend sticht beim Abstiegskandidaten daher auch kein Spieler als Torjäger hervor, Linksaußen Tim Haufglöckner, Kreisläufer Leon David und Rückraumspieler Maximilian Gläser sorgen noch am zuverlässigsten für Tore aus dem Feld. „Sie kommen eher über ihre mannschaftliche Geschlossenheit“, will Woiwod das nicht unbedingt als Schwäche sehen, „und spielen außerdem sehr gut über den Kreis.“

Daran, dass die Hanauer so kurz vor Weihnachten keine Geschenke zu verteilen haben, lässt der Kreisläufer der HSG allerdings keine Zweifel: „Wie gegen jeden anderen Gegner auch wollen wir dort selbstverständlich gewinnen.“ Woiwod vertraut auf die individuelle Stärke seines Teams, um die stabile gegnerische Abwehr regelmäßig zu knacken und ist sich sicher, „dass wir über unsere Auslösehandlungen zu guten Chancen kommen werden“.

Maximilian Bergold fällt verletzt aus

Diese Chancen nicht nutzen können wird wie in der Vorwoche Maximilian Bergold, der im Training umgeknickt ist. Seine Verletzung hat sich zwar nicht als allzu schwerwiegend erwiesen, er wird jedoch ebenso weiterhin pausieren wie Michael Hemmer. Umso wichtiger ist es daher in den Augen von Woiwod, dass Jan-Eric Ritter nach langer Verletzungspause zurück ist und mehr und mehr Verantwortung übernimmt: „Er hat das zuletzt schon wieder richtig gut gemacht und das funktioniert immer besser“, freut er sich, dass der etatmäßige Spielmacher der HSG wieder mit an Bord ist.

Gerade für ihn als Kreisläufer kann ein gelernter Mittelmann den Unterschied ausmachen, wie Woiwod und Ritter vor zwei Wochen beim Spiel in Nußloch bewiesen hatten – dort hatte er nach einem Ritter-Zuspiel kurz vor Schluss zum Ausgleich getroffen, mit dem sich die HSG beim Aufstiegskandidaten einen Punktgewinn sicherte. „Als Kreisläufer lebe ich ja von guten Anspielen, und so etwas zeigt nicht nur, wie viel Vertrauen die Mitspieler in mich setzen“, freut sich Woiwod, „sondern auch, dass unsere Achse zwischen Rückraum und Kreis gut funktioniert.“

Woiwod fordert souveränen Sieg

Der Punkt beim Spitzenteam aus Nußloch sei jedenfalls „Gold wert, da haben uns die mitgereisten Fans beflügelt und wir haben uns am Ende belohnt“. Woiwod hofft daher auch am Freitagabend in Kirchzell auf die Unterstützung durch den „Blauen Block“ und will an die guten Leistungen aus den Vorwochen anknüpfen: „Wir wollen die Partie so souverän gestalten wie gegen Dutenhofen“, erinnert der 23-Jährige an den klaren Heimsieg gegen die Mittelhessen am vergangenen Wochenende, „und gehen als Favorit ins Spiel.“

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