In der Abwehr gefordert: HSG Hanaus Marius Brüggemann wird am Sonntag auf die Hilfe seiner Nebenleute angewiesen sein, denn sein Gegner ist Germania Großsachsens Top-Torschütze Jan Triebskorn. Archivfoto: TAP

Handball

3. Liga: Schwere Aufgabe für Hanaus Brüggemann

Handball. Mit einem Heimspiel gegen den TV Germania Großsachsen startet die HSG Hanau am Sonntag um 17 Uhr ins neue Handballjahr der 3. Liga Mitte.

Von Robert Giese

In der Main-Kinzig-Halle trifft das vor dem Jahreswechsel so formstarke Team von Oliver Lücke dann auf einen Gegner, mit dem sich die HSG schon im Hinspiel bis zum Abpfiff ein intensives und umkämpftes Duell geliefert hatte. Für das Rückspiel haben sich die Hanauer einen Heimsieg fest vorgenommen, um weiterhin in Reichweite des dritten Platzes zu bleiben.

Dieser wäre gleichbedeutend mit der dritten Qualifikation für den DHB-Pokal in Folge und war vor Saisonbeginn erklärtes Saisonziel der HSG. Drei Zähler Rückstand hat Hanau aktuell auf Rang drei, bei 13 noch ausstehenden Spielen erscheint das auch wegen der überzeugenden Auftritte vor der Winterpause durchaus aufzuholen. Mit den Kurpfälzern lieferten sich die Hanauer im Hinspiel eine an Dramatik kaum zu überbietende Partie – mit dem glücklicheren Ende für die HSG: Diese lag kurz vor Schluss noch mit drei Toren zurück, holte aber noch auf und kam durch Maximilian Bergold drei Sekunden vor dem Abpfiff noch zum Siegtreffer.

Ratlosigkeit über Aufholjagd

„Wie genau wir diese Aufholjagd geschafft haben, weiß ich selbst nicht“, erinnert sich Marius Brüggemann an die spektakuläre Schlussphase, „aber wir haben damals bis zum Umfallen gekämpft.“ Ähnlich motiviert erwartet der HSG-Linksaußen den Tabellenelften nun aber auch in Hanau: „Diese bittere Heimniederlage im Hinspiel ist für Großsachsen sicherlich ein Ansporn, sich die Punkte jetzt zurückzuholen.“

Dabei werden die Kurpfälzer auf verschiedene Tugenden setzen können: Großsachsen verfügt über einen starken Rückraum und hat in Philipp Ulrich zudem einen enorm torgefährlichen Kreisläufer. Sehr unangenehm ist aber auch die Defensive des Tabellenelften, „denn das ist zwar eine 6:0-Abwehr, die aber sehr offensiv heraustritt“, wie Brüggemann beobachtet hat. „Wir können uns also auf ein sehr kampfbetontes, intensives Spiel einstellen“, erwartet der Linksaußen ein hartes Stück Arbeit.

Auf Brüggemann selbst dürfte dabei ein nicht unerheblicher Teil dieser harten Arbeit zukommen, schließlich wird es der auf Halblinks deckende Hanauer mit Jan Triebskorn als Gegenspieler zu tun bekommen, der mit bisher 87 Treffern der beste Torschütze Großsachsens ist und als einer der besten Halbrechten der Liga überhaupt gilt. Größte Waffe des Linkshänders ist seine Vielseitigkeit: „Er verfügt über einen guten Wurf, ist stark im Eins-gegen-eins und spielt auch sehr gut mit dem Kreis zusammen“, zählt Brüggemann das Repertoire des TVG-Schlüsselspielers auf, „deshalb werden mir meine Nebenleute in der Abwehr helfen müssen, um ihn in den Griff zu bekommen.“

Nun wieder fit

Zu Brüggemanns Nebenleuten gehören auch wieder Michael Hemmer und Michael Malik, die im vergangenen Spiel noch aussetzen mussten, nun aber wieder fit sind. Anders sieht es mit Maximilian Bergold aus, denn dieser muss wegen eines Bänderrisses erst einmal pausieren. Auch ohne Bergold verfügt Lücke allerdings über sechs Rückraumspieler und ist dort daher besser aufgestellt als in den vergangenen Spielen. Anders sieht es bei Großsachsen aus, das personell ein bisschen auf dem Zahnfleisch geht, denn dem Tabellenelften mangelt es weiterhin an Alternativen, da unter anderem Denny Purucker und Dymal Kernaja weiterhin ausfallen; TVG-Coach Stefan Pohl wird daher wieder einmal improvisieren müssen. Hanau sieht er deshalb als „klaren Favoriten“, gegen den seine Mannschaft allerdings gerne Nadelstiche setzen wolle.

Inwieweit dies den Kurpfälzern gelingt, muss sich am Sonntag zeigen, sonderlich auswärtsstark zeigte sich der Tabellenelfte in dieser Saison allerdings nicht, denn von den Auswärtsfahrten brachte Großsachsen bisher lediglich fünf Zähler mit nach Hause. Auch deshalb ist für Brüggemann das Ziel am Sonntag klar: „Es muss unser Anspruch sein, Großsachsen zu Hause zu schlagen und unsere Serie auszubauen. Dann“, so der Hanauer Linksaußen, „haben wir den dritten Platz und damit die Qualifikation für den DHB-Pokal auch weiter im Blick.“

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