Er ist wieder zurück: Die HSG Hanau kann seit vergangener Woche wieder auf Spielmacher Jan-Eric Ritter (am Ball) setzen. Gegen die Spitzenmannschaft SG Nußloch um Ex-Weltmeister Christian Zeitz kommt die Verstärkung im Rückraum gerade recht. Archivfoto: TAP

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3. Liga: HSG reist mit Rückkehrer Jan-Eric Ritter zur SG Nußloch

Handball. Drittligist HSG Hanau ist nach dem turbulenten Herbst in den vergangenen Wochen immer besser ins Rollen gekommen und hat zuletzt eine kleine Serie gestartet, denn seit drei Spielen ist das Team von Oliver Lücke inzwischen ungeschlagen.

Von Robert Giese

Wollen die Hanauer diese Serie fortsetzen, so müssen sie am Sonntagabend aber einen richtig großen Brocken aus dem Weg räumen, denn dann steht für die HSG das Auswärtsspiel beim Tabellendritten SG Nußloch auf dem Plan.

Die Nußlocher hatten sich vor Saisonbeginn Chancen auf die Meisterschaft in der 3. Liga Mitte ausgerechnet, liegen aktuell aber drei Punkte hinter dem Spitzenreiter aus Großwallstadt. Knackpunkt war in Lückes Augen die Partie gegen Nieder-Roden, in der Nußloch nicht nur das Spiel, sondern auch seinen Schlüsselspieler Christian Zeitz mit einer Augenverletzung verlor. Der Routinier musste auch im folgenden Spiel gegen Baunatal aussetzen, in dem seine Mannschaft prompt ebenfalls leer ausging. „Das ist für sie extrem unglücklich gelaufen“, meint Lücke mit Blick auf die beiden Niederlagen, durch die Nußloch im Kampf um die Tabellenspitze etwas abreißen lassen musste.

Nußloch verfüge über eine gute Mischung

Zeitz ist laut Lücke der „Go-to-guy“ bei der SGN, also der Spieler, der in den wichtigen Phasen die entscheidenden Impulse setzt. „Er zeigt ein ganz anderes Gesicht als in der Vorsaison“, meint der HSG-Coach mit Blick auf die eher durchwachsenen Leistungen des früheren Weltklassespielers im vergangenen Jahr, bei Nußloch ist der Linkshänder hinter Kevin Bitz aktuell der zweitbeste Torschütze. In der Vorwoche kehrte er wieder aufs Spielfeld zurück.

Gut für Nußloch, aber schlecht für die HSG ist, dass Zeitz jedoch auch über gute Nebenleute verfügt, sei es nun Bitz, sei es Jochen Geppert oder seien es die jungen Spieler, mit denen sich der Tabellendritte im Sommer verstärkt hat. „Sie haben zusammen mit Luca Braun bei den Junglöwen gespielt und sind dort gut ausgebildet worden“, hat Lücke beobachtet, „damit verfügt Nußloch eigentlich über eine sehr gute Mischung.“

Abwehr müsse gut zusammengehalten werden

Die Hanauer können sich also nicht nur auf Zeitz konzentrieren: „Das haben wir in der Vorsaison dort versucht mit einer versetzten Deckung gegen ihn, aber das ging“, erinnert sich der HSG-Coach, „ziemlich in die Hose.“

Diesmal soll es für Hanau anders laufen, und das ist auch bitter nötig, denn die SGN verfügt über die gefährlichste Offensive der Liga und trifft pro Spiel rund 30-mal. „Dabei sind sie zwar auch im Gegenstoß stark“, weiß Lücke, „aber das ist nicht ihre Hauptwaffe. Sie sind im gebundenen Spiel sehr variantenreich, und das macht sie so gefährlich.“ Für Hanau komme es deshalb darauf an, in der Abwehr gut zusammenzuarbeiten und das Zentrum zu verdichten – gerade, weil Nußloch auch häufig den Kreisläufer ins Spiel bringen will.

Kempa-Trick gehöre zum Handball

Für die HSG wird es daher darum gehen, den Weg, den die Hanauer in den vergangenen Wochen eingeschlagen haben, weiter zu verfolgen. „Wir haben erst einmal an den einfachen Dingen gearbeitet“, erläutert Lücke, der seit gut einem Monat auf der Trainerbank sitzt, „also zum Beispiel unser Überzahlspiel verbessert.“ Im Training liegt der Fokus zudem auch auf dem Umschaltspiel, was bei den Hanauern zuletzt immer besser funktioniert hat. „Das liegt aber auch daran, dass unsere Abwehr besser steht, dann kommst du leichter ins Tempo-Spiel und häufiger zu einfachen Toren“, meint Lücke, der auch betont, „dass wir im Umschaltspiel zum Beispiel mit Yaron Pillmann über viel Qualität verfügen.“

Ebenfalls gefördert hat Lücke in den vergangenen Wochen die Spielfreude, die in den Augen des Hanauer Trainers entscheidend sei und für viel positive Stimmung im Team sorge. „Das ist einfach meine Art von Handball“, betont der HSG-Coach, und dazu gehörten auch „Kunststücke“ wie Tore per Kempa-Trick. Für Lücke sind derartige Tricks nicht nur Spektakel für die Zuschauer, „sondern im Handball heutzutage ein ganz normales Mittel, das zudem schwer zu verteidigen ist“.

HSG sei auf einem guten Weg

Schwer zu verteidigen wollen die Hanauer auch in Nußloch sein: „Wir müssen dazu ihre Abwehr in Bewegung bringen und diszipliniert unsere Chancen herausspielen“, fordert Lücke. Spielerisch sei seine Mannschaft da zwar noch nicht so weit wie manche Spitzenteams der Liga – schließlich würden einige Spieler wie Jan-Eric Ritter und Luca Braun erst seit kurzer Zeit zusammenspielen –, aber „insgesamt sind wir da schon auf einem richtig guten Weg“.

Da Rückraumspieler Michael Hemmer wegen seiner Knöchelverletzung weiterhin fehlen wird, tritt die HSG in Nußloch mit dem gleichen Kader wie in der Vorwoche an.

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