Björn Christoffel überwindet den Leutershausener Torhüter Jörn-Thore Döding. Die HSG Hanau gewann das Heimspiel mit 26:24. Foto: TAP

Handball

3. Liga Ost: HSG kehrt zu alter Stärke zurück

Handball. Viel lief in den vergangenen Wochen gegen die HSG Hanau: Erst das anhaltende Verletzungspech, dann die Derby-Pleite und schließlich der Verlust des schon beinahe legendären Heimnimbus.

Von Robert Giese

Die Partie gegen Leutershausen dürfte daher für Mannschaft, Fans und Umfeld gleichermaßen Balsam für die geschundene Seele sein, denn gegen das Drittliga-Spitzenteam fand die HSG vor eigenem Publikum zu alter Stärke zurück.

Was die Hanauer in eigener Halle stets auszeichnete, waren nicht unbedingt überragende spielerische Vorstellungen, sondern vielmehr die Fähigkeit, auf den Punkt absoluten Kampfgeist abzurufen und Spiele selbst gegen scheinbar übermächtige Gegner immer knapp zu gestalten. In den entscheidenden Phasen war der „Blaue Block“ immer voll da und peitschte das Team verlässlich noch mindestens zu einem Unentschieden.

Überzahlsituationen gut ausgespielt

So war es mehr als anderthalb Jahre lang, und so war es nach dem Ausrutscher gegen Groß-Bieberau auch gegen die SG Leutershausen wieder: Am Ende waren die Spieler da, war die Halle da und es war alles wieder beim Alten, als die Hanauer mit 26:24 (12:11) gewannen.

Dabei rannten die Hausherren zunächst einem kleinen Rückstand hinterher, weil sie einerseits häufig am starken SGL-Mittelblock scheiterten und andererseits Maximilian Rolka, der im rechten Rückraum der Gäste für mächtig Betrieb sorgte, nicht in den Griff bekamen. 0:2 und 2:4 lag die HSG zurück, hielt den Anschluss aber insbesondere dadurch, dass sie ihre Überzahlsituationen sehr gut ausspielte.

Wechselbad der Gefühle im zweiten Durchgang

Als die Hanauer nach rund 20 Minuten Oberwasser bekamen, reagierte Leutershausen und brachte im Angriff für den Torwart einen siebten Feldspieler – eine Maßnahme, mit der HSG-Coach Patrick Beer im Vorfeld gerechnet hatte. So recht erfolgreich waren die Gäste mit diesem taktischen Kniff daher nicht, denn einerseits zeigte sich Hanau gut auf diese taktische Maßnahme vorbereitet, andererseits schwächte sich die SGL zwischenzeitlich selbst, als ihr Torwart Jörn-Thore Döding einen Wechselfehler beging und dafür eine Zeitstrafe kassierte. Da sich auch die Hanauer den ein oder anderen vermeidbaren Fehler leisteten, war der Vorsprung der Hausherren beim Gang in die Kabinen nur hauchdünn.

Im zweiten Durchgang erlebten alle Anwesenden ein Wechselbad der Gefühle: Nach zwischenzeitlicher Führung für Leutershausen erarbeitete sich die HSG einen Zwei-Tore-Vorsprung, der bärenstarke Rolka führte sein Team aber knapp fünf Minuten vor Schluss fast im Alleingang zum 23:23-Ausgleich und sorgte für eine hochdramatische Schlussphase.

HSG wieder eine Heimmacht – Ritter in heißer Phase ganz cool

In diesen entscheidenden Minuten erwies sich HSG-Spielmacher Jan-Eric Ritter endgültig als Schweizer Taschenmesser im Hanauer Spiel: Hatte er sein Team schon zuvor durch etliche verwandelte Strafwürfe im Spiel gehalten und selbst per sehenswertem Schlagwurf getroffen, so erzielte er nun in höchster Not auch noch einen Treffer aus der zweiten Reihe – eigentlich alles andere als sein Spezialgebiet.

Als Ritter unter dem frenetischen Applaus der Fans auch noch große Übersicht bewies, Hannes Geist am Kreis mustergültig in Szene setzte und dieser seine Chancen eiskalt nutzte, konnte die SGL nicht mehr dagegenhalten – Hanau setzte sich erneut auf zwei Treffer ab und gab den Heimsieg nicht mehr her.

„Das hätte heute auch anders ausgehen können“, meinte Gästetrainer Frank Schmitt angesichts des knappen Spielverlaufs, „aber den Hanauern war heute deutlich anzumerken, dass sie keine zwei Heimspiele in Folge verlieren wollten.“

HSG Hanau: Benedikt Müller, Sebastian Schermuly; Marius Brüggemann, Björn Christoffel (1), Hannes Geist (4), Dennis Gerst (2) Tarek Marschall (5), Andreas Neumann, Patrick Pareigis, Yaron Pillmann (2), Jan-Eric Ritter (7/5), Marc Strohl (5), Yannik Woiwod – Schiedsrichter: Brandt/Fleisch – Siebenmeter: HSG 6/5, SGL 2/2 – Zeitstrafen: HSG 3, SGL 8 –Zuschauer: 360

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