Schluss mit den Niederlagen: Marius Brüggemann (hinten, hier gegen Coburg) will nach den zuletzt enttäuschenden Ergebnissen bei der MSG Groß-Bieberau/Modau wieder einen Sieg feiern. Zumal die HSG Hanau mit dem kommenden Gegner noch eine Rechnung offen hat. Archivfoto: TAP

Hanau

3. Liga Ost: HSG Hanau will wieder in die Erfolgsspur finden

Handball. Statt sich weiter in der Verfolgergruppe der 3. Liga Ost festzusetzen, musste die HSG Hanau in den vergangenen Wochen die ein oder andere Enttäuschung verdauen: Das Team von Patrick Beer zeigte sowohl in Gelnhausen als auch zu Hause gegen Bruchköbel Nerven und fuhr gegen beide Lokalrivalen eine Niederlage ein.

Von Robert Giese

Den angestauten Derby-Frust wollen die Hanauer am Freitagabend bei der MSG Groß-Bieberau/Modau vergessen machen – mit den „Falken“ hat Hanau schließlich noch eine ganz spezielle Rechnung offen.Der Tabellenelfte war es nämlich, der den Hanauern in der Hinrunde „unseren Heim-Nimbus genommen hat“, wie sich HSG-Linksaußen Marius Brüggemann schmerzlich erinnert.

Brüggemann und Co. waren zuvor in der Main-Kinzig-Halle rund anderthalb Jahre ungeschlagen geblieben und hatten ihre treuen Fans dabei mit vielen spektakulären Aufholjagden belohnt. Diese blieb im Hinspiel jedoch aus – und Beers Team unterlag mit 28:32. Seitdem ist die Main-Kinzig-Halle nicht mehr die „Festung“, die sie einst war, wie auch die Niederlage gegen Bruchköbel bewies. Besonders Michael Malik brach der HSG im Hinspiel das Genick: Mit 13 Treffern war der Rückraumspieler der „Falken“ Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Groß-Bieberauer und von der Hanauer Defensive nicht zu halten.

Künftiger Hanauer viertbester Torschütze der Liga

Brüggemann ist daher froh, dass er zum vorerst letzten Mal gegen den Leistungsträger der MSG antreten muss – schließlich wechselt Malik im Sommer nach Hanau. „Er passt gut zu uns und wird uns weiterhelfen“, freut sich der Hanauer Linksaußen darauf, dass Malik ab der kommenden Saison Mit- und nicht Gegenspieler sein wird. Am Freitag gilt es aber erst mal, Malik besser kaltzustellen als im Hinspiel: „Auf ihn müssen wir aufpassen“, hofft Brüggemann, dass seine Mannschaft ihre Lehren aus dem Hinspiel gezogen hat.

Allerdings ist der viertbeste Torschütze der 3. Liga Ost – Malik kommt auf bereits 145 Saisontore und hat zudem eine überragende Siebenmeterquote – nicht der einzige Spieler in Reihen der MSG, den Hanau auf dem Zettel haben muss. „Sie haben allgemein einen guten Rückraum mit Till Buschmann, Kris Jost ist im Eins-gegen-eins richtig stark“, weiß Brüggemann, zudem sorgt Hrvoje Batinovic für viel Torgefahr über Linksaußen.

"Reaktion zeigen"

In diesem Jahr kam Groß-Bieberau trotz all dieser Qualität allerdings auf recht durchwachsene Ergebnisse: Zwar holte die MSG beim Tabellenführer aus Eisenach überraschend ein Unentschieden, gegen Leutershausen gab es aber eine empfindliche 19:31-Heimpleite. Kurios war auch die 21:25-Auswärtsniederlage der „Falken“ am vergangenen Wochenende in Leipzig, denn dort gelangen Malik und Co. im ersten Durchgang nur vier Treffer.

Gegen die wechselhaften Groß-Bieberauer hofft Brüggemann, „dass wir eine Reaktion zeigen. Im Derby gegen Bruchköbel hatten wir vielleicht 100 Prozent Einstellung, aber das reicht im Derby nicht – da braucht es 110 Prozent.“ Bei den Hanauern habe sich nach den beiden Derbypleiten „Wut angestaut“, weshalb sie gegen die MSG unbedingt gewinnen wollten. Doch nicht nur kämpferisch müsse seine Mannschaft zulegen, mahnt Brüggemann: „Wir müssen im Angriff auch spielerisch eine Schippe drauflegen.“

Spiel am Freitagabend

Dem Hanauer Linksaußen selbst gelang gegen Bruchköbel übrigens das wohl spektakulärste Tor des Abends: Bei einem Angriff über die Zweite Welle brach er bis an den gegnerischen Kreis durch, wurde dort gefoult, schaffte es aber noch, den Ball hinter dem Rücken ins Tor zu werfen. „Ich habe noch das Beste daraus gemacht“, meinte der HSG-Linksaußen zu der Szene, „auch wenn es für den Gegenspieler keine Strafe gab.“ Das Beste will nun auch sein Team aus dem Spiel am Freitagabend machen – und mit einem Auswärtssieg bei den „Falken“ wieder in die Erfolgsspur zurückfinden.

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