Auf die Durchschlagskraft von Yaron Pillmann (am Ball) muss die HSG Hanau im Heimspiel gegen den SV Anhalt Bernburg verzichten, und auch Philipp Reuter könnte ausfallen. Dennoch ist die Truppe von Patrick Beer Favorit. Archivfoto: TAP

Hanau

3. Liga Ost: HSG Hanau empfängt SV Anhalt Bernburg

Handball. Nach einer langen Winterpause startet am Sonntag um 17 Uhr auch die HSG Hanau ins neue Handball-Jahr. Gegner in der Main-Kinzig-Halle ist dann der SV Anhalt Bernburg, aktuell Tabellen-Dreizehnter in der 3. Liga Ost. Nicht nur aufgrund ihrer Heimstärke gehen die Hanauer daher als Favorit in die Partie.

Von Robert Giese

„Diese Favoritenrolle haben wir uns im vergangenen Jahr hart erarbeitet“, blickt HSG-Coach Patrick Beer auf eine erfolgreiche Hinrunde zurück, in der die Grimmstädter bis in die Spitzengruppe der Liga vorgestoßen sind. Grundlage dieser Erfolgsserie war die beeindruckende Heimstärke der HSG, die in eigener Halle nur beim Unentschieden gegen den TV Germania Großsachsen nicht als Sieger vom Parkett ging und damit die beste Heimmannschaft der Liga ist.

Mit der Mannschaft aus Sachsen-Anhalt empfangen die Hanauer am Sonntag dagegen eines der schlechtesten Auswärtsteams der Liga, dem abstiegsgefährdeten Verein gelang in der Ferne nämlich erst ein einziger Sieg. Zuletzt gab es für das Kellerkind der 3. Liga Ost zudem eine Serie von sieben Niederlagen in Folge, der letzte Punkt‧gewinn des SVA liegt demnach ganze drei Monate zurück. „Bernburg steht langsam mit dem Rücken zur Wand, die müssen punkten“, warnt Beer allerdings davor, den angezählten Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen.

Der GegnerFür Beer, dessen Mannschaft im Hinspiel mit 27:30 noch den Kürzeren gezogen hatte, steht Bernburg etwas überraschend im Tabellenkeller. „Ihr Mittelmann Steffen Cieszynski ist richtig stark, und auch seine Nebenleute wie Gabor Pulay haben jede Menge Qualität“, betont der HSG-Coach. Diese Qualität hätten die Bernburger auch bei ihrer jüngsten Niederlage bewiesen, denn bei der 26:28-Pleite gegen den TV Großwallstadt am vergangenen Wochenende hätte der Tabellen-Dreizehnte dem Spitzenreiter lange erfolgreich Paroli geboten.

Eine weitere Stärke der Bernburger sei ihr Umschaltspiel: „Gerade über Rechtsaußen sind sie dann sehr gefährlich“, weiß Beer, der aber auch eine Schwäche beim SVA ausmacht: „Ihre ersten Sechs sind richtig gut, der Rest des Teams fällt jedoch ein bisschen ab.“ Sein eigenes Team sei ausgeglichener besetzt, zudem spreche die Formkurve eindeutig für die HSG – schließlich haben sich die Hanauer vor sechs Wochen mit einem Sieg gegen den Tabellenzweiten SG Leutershausen in die Winterpause verabschiedet.

RegenerationDie spielfreie Zeit haben die Grimmstädter in erster Linie zur Regeneration genutzt und auch, „um den Kopf wieder frei zu kriegen.“ In den letzten Wochen habe Beer dann aber die Trainingsintensität wieder angezogen, die Abläufe im Kleingruppenspiel optimiert und für Überzahlsituationen ein paar neue Varianten einstudiert. „Wir haben gut trainiert und haben nach der anstrengenden Rückrunde wieder richtig Spaß am Handball“, bekräftigt der Hanauer Trainer.

Im neuen Jahr gelte es für die HSG nun, möglichst schnell wieder in den Spielrhythmus zu kommen. Dabei müssen die Hanauer wohl auf drei Schlüsselspieler verzichten, denn neben dem weiter an einer Schulterverletzung laborierenden Lucas Lorenz und dem privat verhinderten Yaron Pillmann fällt möglicherweise auch Spielmacher Philipp Reuter aus. „Solche Ausfälle konnten wir bisher immer gut kompensieren, deshalb bin ich auch diesmal optimistisch“, betont Beer, der die Lücken im Kader eventuell mit Rückkehrer Jannik Ruppert oder Spielern aus der A-Jugend auffüllen will.

Unterstützung von ungewohnter SeiteTrotz der Personalprobleme ist der HSG-Coach zuversichtlich, die Partie zu gewinnen – auch wegen moralischer Unterstützung von ungewohnter Seite: „In Bruchköbel oder Gelnhausen“, merkt Beer mit Blick auf die direkten Konkurrenten der Bernburger im Tabellenkeller an, „dürften uns diesmal wohl einige die Daumen drücken.“

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