Jan-Eric Ritter von der HSG. Archivfoto: Scheiber

Hanau

3. Liga Ost: HSG chancenlos beim Tabellenführer

Handball. Spieler und Fans der HSG Hanau sind am Samstagabend Zeuge geworden, dass der ThSV Eisenach momentan in einer anderen Liga spielt als der Rest der 3. Liga Ost.

Von Robert Giese

„Marc Strohl und Yaron Pillmann“, merkte HSG-Coach Patrick Beer mit Blick auf die beiden Hanauer Abwehrrecken an, „wirkten gegen ihre Gegenspieler fast schon schmächtig.“ Der körperlich klar überlegene Ligaprimus benötigte zwar gut eine Viertelstunde, um ins Rollen zu kommen, überrollte die HSG dann aber gnadenlos und schickte Beer und seine Spieler mit einer 22:34 (12:18)-Packung nach Hause.

Die Hanauer hatten stark begonnen, führten beim unangefochtenen Tabellenführer zeitweise mit zwei Toren und waren bis zum 8:8 im Hinblick auf den Spielstand auf Augenhöhe. „Im Gegensatz zu Eisenach mussten wir uns unsere Treffer aber hart erarbeiten“, wies Beer auf den hohen Aufwand hin, den seine Mannschaft im Angriff betreiben musste, während die Hausherren relativ einfache Tore erzielten.

Tabellenführer Eisenach beeindruckt die 1500 Zuschauer

Als die HSG einige hochkarätige Chancen nicht nutzen konnte, bestrafte Eisenach das umgehend: Mit Tempo-Gegenstößen vor allem über den Rechtsaußen Willy Weihrauch gingen die Gastgeber nicht nur in Führung, sondern schraubten diese Führung auch noch rasch in die Höhe: Nach gut 20 Minuten stand es vor gut 1500 Zuschauern 12:8, beim Seitenwechsel führte der ThSV bereits mit sechs Treffern.

So ging es im zweiten Durchgang weiter: Die Hanauer nutzten ihre wenigen guten Chancen nicht, Eisenach drückte aufs Tempo und überrollte die HSG förmlich. In den gut zehn Minuten nach dem Seitenwechsel traf der Drittliga-Tabellenführer ganze achtmal und ließ dabei nur ein Gegentor zu. „Da war die Messe gelesen“, stellte Beer angesichts des 13:26-Rückstands seines Teams ernüchtert fest.

Ungefährliche HSG konnte körperlich mit den Eisenachern nicht mithalten

In der verbleibenden Spielzeit konnten die Gäste die Partie wieder ausgeglichener gestalten, Spannung kam angesichts der deutlichen Führung für Eisenach allerdings nicht mehr auf – auch, weil die HSG schlichtweg zu ungefährlich war. „Jan-Eric Ritter hat zwar ein sehr gutes Spiel gemacht und für viel Gefahr gesorgt“, so der HSG-Coach mit Blick auf seinen Spielmacher, der mit fünf Treffern auch der beste Schütze seines Teams war, „aber der Rest hat seine Leistung nicht so gut abrufen können.“

Vor allem körperlich habe seine Mannschaft mit den Eisenachern nicht mithalten können, der Tabellenführer sei „in einer anderen Liga als wir“ – und zwar nicht nur im Hinblick auf den Kader: „Die Atmosphäre in der mit 1500 Zuschauern besetzten Halle war schon beeindruckend“, meinte Beer, „das war das Lauteste, was ich in der 3. Liga bisher gehört habe.“

HSG Hanau:Benedikt Müller, Sebastian Schermuly; Marius Brüggemann (1), Björn Christoffel (2), Hannes Geist (3), Dennis Gerst (3), Michael Hemmer (2), Tarek Marschall, Andreas Neumann, Patrick Pareigis, Yaron Pillmann (2), Jan-Eric Ritter (5/2), Marc Strohl (2), Yannik Woiwod (2) –Schiedsrichter: O. Frankholz/P. Frankholz – Siebenmeter: ThSV 4/3, HSG 2/2 – Zeitstrafen:ThSV 3, HSG 3 – Zuschauer: 1550

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