Jonas Ulshöfer gibt den Takt vor. Der Spielmacher führte die SG Bruchköbel nach fünf Niederlagen in Serie zum Heimsieg über die zweite Mannschaft des HSC Coburg. Foto: TAP

Hanau

3. Liga Ost: Bruchköbel schlägt Coburg II zum Trainereinstand

Handball.Im ersten Spiel unter Tim Beckmann, dem neuen Trainer der SG Bruchköbel, hat der Aufsteiger nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge erstmals wieder gewonnen. In einem Herzschlagfinale behielt der Aufsteiger schließlich mit 24:23 (13:9) die Oberhand.

Von Robert Giese

Der Trainerwechsel bei den Bruchköbelern schien sich von der ersten Minute an als der nötige Impuls zu erweisen, um den Kampfgeist der Bruchköbeler Spieler neu zu entfachen. Diese zeigten nämlich vom Anpfiff weg offensiv wie defensiv jede Menge Engagement und kämpften um jeden Ball. Während die Hausherren in der Abwehr sehr stabil standen und auf den HSC-Toptorschützen Andreas Wolf immer wieder erfolgreich herausrückten, lief der Ball im Angriff wie am Schnürchen, sodass sich die Bruchköbeler immer wieder gute Chancen herausspielten.

Dass sich die Gastgeber nach nicht einmal einer Viertelstunde schon auf 7:4 abgesetzt hatten, war auch der Verdienst Jonas Ulshöfers, der sich durch seine Stärke im Eins-gegen-Eins immer wieder durch die Coburger Deckung wand und dabei oft nur mit unfairen Mitteln gestoppt werden konnte, die das Schiedsrichtergespann schon früh progressiv ahndete. Um den Spielmacher der SGB besser in den Griff zu bekommen, stellten die Gäste von einer 6:0- auf eine 5:1-Deckung um, der Erfolg dieser Maßnahme war zunächst jedoch überschaubar, denn Bruchköbel baute seinen Vorsprung fünf Minuten vor dem Seitenwechsel auf vier Tore aus.

Dreimal Aluminium in der ersten HalbzeitAlles wollte den Hausherren in der ersten Hälfte jedoch auch nicht gelingen: Allein dreimal verhinderte das Aluminium einen Treffer für Bruchköbel, zudem scheiterten die Hausherren im ersten Durchgang mit allen drei Strafwürfen an Gäste-Schlussmann Tim Titze. Die Bruchköbeler verpassten es dadurch, sich bis zum Gang in die Halbzeitpause weiter abzusetzen, konnten aber immerhin ihren Vorsprung bis zum Seitenwechsel behaupten.

Nach Wiederanpfiff parierte der gut aufgelegte Marius Sulzbach erst einmal einen Siebenmeter der Gäste, während seine Vorderleute an die Leistung aus dem ersten Durchgang anknüpften und Coburg bis Mitte der zweiten Hälfte auf Distanz hielten. Dann kippte die Partie allerdings allmählich: Während sich Bruchköbel gerade im Angriff nun immer schwerer tat und sich mehr und mehr Fehler leistete, witterten die Gäste plötzlich Morgenluft und verkürzten noch einmal.

Spannung bis zum SchlussDer Vorsprung der Hausherren schmolz zusammen: Hatte die SGB fünf Minuten vor Schluss noch mit vier Toren geführt, so kam Coburg drei Minuten später auf ein Tor heran und hatte in der hochdramatischen Schlussphase mehrmals die Chance auf den Ausgleichstreffer. In der Schlussminute – Coburg hatte längst auf eine offene Manndeckung umgestellt – verloren die Hausherren den Ball und der HSC schickte den siebten Feldspieler aufs Feld, um den Ausgleich mit aller Macht zu erzwingen. Den alles entscheidenden Wurf setzte der HSC allerdings neben das Tor, was die Dreispitzhalle endgültig in einen Hexenkessel verwandelte.

„Wir haben erst in den letzten 15 Minuten so gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben und hätten damit am Ende fast noch einen Punkt mitgenommen – dieser wäre aber nicht verdient gewesen“, zeigte sich HSC-Coach Martin Röhrig nach der Partie als überaus fairer Verlierer.

Beckmann war hingegen heilfroh, dass er zum Einstand gleich einen Sieg feiern konnte: „Heute hat schon viel gut funktioniert, gerade in der ersten Halbzeit haben wir nur sehr wenige Fehler gemacht.“ In der zweiten Hälfte sei die Fehlerquote dann gestiegen, was Coburg fast noch bestraft hätte. Der Sieg, so betonte Beckmann abschließend, gehe zu einem großen Prozentsatz auf das Konto seines Vorgängers Oliver Hubbert – eine schöne Geste des neuen Bruchköbeler Trainers.

SG Bruchköbel: Mike Bätz, Marius Sulzbach; Sebastian Dietrich, Fatih Günes, Jonas Heuer (2), Jannik Hoffmann (3), Maximilian Kraushaar (1), Milos Kreckovic (4/2), Michael Nath, Edi Pjanic (2), Tegaday Ramos-Nuez (3), Jonas Ulshöfer (4), Yannik Woiwod, Sergej Zutic (5)Schiedsrichter: Beyer/JakobSiebenmeter: SGB 5/2, HSC II 6/3Zeitstrafen: SGB 9, HSC II 6Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Marvin Munoz (HSC II, 39., Tätlichkeit) und Maximilian Kraushaar (54., SGB, dritte Zeitstrafe)Zuschauer: 425

Das könnte Sie auch interessieren