Die Trauben hängen hoch: Die Hanauer um ihren Torhüter Sebastian Schermuly sind beim Tabellenführer TV Großwallstadt klarer Außenseiter. Archivfoto: TAP

Handball

3. Liga: HSG muss beim TV Großwallstadt über sich hinauswachsen

Handball. Vor einer sehr schwierigen Aufgabe steht am Samstagabend die HSG Hanau, denn das Team von Oliver Lücke gastiert bei der stärksten Mannschaft der 3. Liga Mitte, dem TV Großwallstadt. Bei den heimstarken Unterfranken wollen die Hanauer nach den durchwachsenen Leistungen für eine Überraschung sorgen.

Ein Punktgewinn in der Elsenfelder Untermainhalle wäre dabei nicht nur eine Überraschung, sondern eine handfeste Sensation, denn die Großwallstädter haben vor eigenem Publikum in dieser Saison noch nicht einen Punkt abgegeben. Zwar konnten die Grimmstädter bei ihren Auswärtsspielen in dieser Spielzeit oft überzeugen, ein Punktgewinn beim heimstarken Ligaprimus, der zu Hause oft mehr als 1000 Fans im Rücken hat, dürfte dennoch eine gewaltige Herausforderung darstellen.

Das liegt vor allem daran, dass Großwallstadt die Tabelle völlig zu recht anführt: „Ein großer Teil der Mannschaft hat vergangene Saison in der 2. Bundesliga zusammengespielt“, verweist der Hanauer Kapitän Sebastian Schermuly auf die hohe Qualität des Gegners, „das haben sie uns einfach voraus.“ Mit Michael Spatz hat der TVG außerdem einen Ausnahmekönner in seinen Reihen, der in seiner letzten Saison als aktiver Spieler noch einmal richtig aufdreht und die Torschützenliste der 3. Liga Mitte mit 165 Toren anführt.

Für reichlich Torgefahr gesorgt

Hinsichtlich der Torgefahr und Qualität ist Spatz bei Großwallstadt aber lediglich der Primus inter Pares, denn auch seine Mitspieler sorgen für reichlich Torgefahr – so zum Beispiel Mario Stark, der 110 Treffer aus dem Feld erzielt hat, so viel wie kein anderer Spieler aus der Liga. Dementsprechend stark schätzt Schermuly die Unterfranken auch ein: „Ihr Kader ist vielleicht nicht der größte, aber sie haben mit Sicherheit die beste Erste Sieben der Liga.“

Dass Hanau auch gegen solch einen Über-Gegner bestehen kann, hat die HSG allerdings im Hinspiel bewiesen, wo Schermuly und Co. nur knapp mit 25:26 den Kürzeren zogen. „Damals hatten wir aber – wie immer bei den Heimspielen – die Halle auf unserer Seite, was uns sehr hilft“, gibt der Hanauer Kapitän zu bedenken, dass so einem Gegner auswärts ungleich schwieriger die Stirn zu bieten sei.

Großwallstadt kann gegen die Hanauer zudem mit breiter Brust auflaufen, denn der TVG hat am vergangenen Freitag einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht, als er auswärts beim direkten Konkurrenten aus Nieder-Roden gewann. „Damit haben sie im Kampf um die Meisterschaft wohl den Deckel drauf gemacht“, vermutet Schermuly angesichts der fünf Punkte Vorsprung, welche der Ligaprimus nun auf seine Verfolger hat, „und können eigentlich schon damit anfangen, sich für die Relegationsspiele einzuspielen.“

Vorteil für die Hanauer

Für Hanau könne das ein Vorteil sein, so der HSG-Kapitän, der an die vergangene Saison erinnert, als die Hanauer im Rückspiel den souveränen Tabellenführer aus Eisenach besiegten – die Thüringer standen damals schon als Meister fest. „Aber es kann für uns auch gefährlich sein, wenn sie neue Dinge ausprobieren, die wir noch nicht kennen“, gibt Schermuly zu bedenken.

Eine Überraschung wollen aber auch die Hanauer aus dem Hut zaubern, wie der Hanauer Torwart nebulös ankündigt, und Großwallstadt damit auf dem falschen Fuß erwischen. Die HSG ist aber auch fast gezwungen, zu taktischen Kniffen zu greifen. rob

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