Kein Durchkommen für Hanaus Neuzugang Luca Braun gegen die massive Deckung der SG Leutershausen. Die HSG hat innerhalb von drei Wochen drei Heimspiele verloren. Foto: TAP

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3. Liga: Kampfgeist stimmt bei Lückes Premiere, Ergebnis nicht

Handball. Im ersten Spiel unter dem neuen Cheftrainer Oliver Lücke hat Drittligist HSG Hanau zwar viele gute Ansätze gezeigt, am Ende aber die dritte Heimniederlage in drei Wochen kassiert.

Von Robert Giese

Immerhin stimmte bei der 23:26 (8:11)-Niederlage gegen die SG Leutershausen die Einstellung, denn zwischenzeitlich hatte es in der Main-Kinzig-Halle schon nach einer bitteren Klatsche ausgesehen.

Ungläubig starrten die HSG-Fans unter den gut 500 Zuschauern rund zehn Minuten nach dem Seitenwechsel auf die Anzeigetafel, denn diese zeigte einen 9:17-Rückstand an, der für die verbleibenden 20 Spielminuten nichts Gutes ahnen ließ. Nach einer ersten Halbzeit mit Licht und Schatten kamen die Hanauer in den zehn Minuten nach Wiederanpfiff überhaupt nicht aus den Startlöchern, rannten sich immer wieder in der bissigen SGL-Abwehr fest und scheiterten mit ihren Abschlüssen am bärenstarken Alexander Hübe im Tor der Gäste.

Dass den Hausherren gegen den gut aufgelegten Schlussmann von Leutershausen kein neuer Tor-Rekord gelingen würde, hatte sich bereits im ersten Durchgang abgezeichnet. Dabei lag Hanau, das in der Abwehr wieder auf die altbewährte 6:0-Deckung setzte, gut 20 Minuten lang gleichauf mit den Kurpfälzern. Grund dafür war vor allem die engagierte und weitgehend stabile Defensive, die den Leutershausener Angriff um Kapitän Niklas Ruß recht gut im Griff hatte. Allerdings versäumten es die Hanauer, ihre gute Abwehrarbeit in der Offensive zu vergolden und scheiterten gerade mit hochkarätigen Chancen häufig an Hübe.

Erneuter Strafwurf für Malik

So war Michael Malik, der in der ersten Viertelstunde auf der Bank gesessen hatte, von der Siebenmeterlinie bereits einmal am SGL-Torwart gescheitert, als er in der 22. Minute erneut zum Strafwurf antrat. Dieser landete unglücklich im Gesicht von Hübe, woraufhin die sehr strikten Schiedsrichter den Hanauer Rückraumspieler mit Rot vom Platz stellten. Als mindestens ebenso großes Problem wie die Hinausstellung Maliks sollte sich für die HSG in der Folge erweisen, dass Leutershausen im Angriff nun den siebten Feldspieler brachte – und die Hanauer Abwehr dadurch häufiger knackte.

Zum Seitenwechsel war der Rückstand von Lückes Team dennoch überschaubar, aber nach Wiederanpfiff exerzierten die Gäste dieses taktische Mittel lehrbuchmäßig durch und kamen über die rechte Seite zu Toren am Fließband. Hanau hingegen hatte auf der Gegenseite große Probleme, sich im Eins-gegen-Eins durchzusetzen, und was aus der zweiten Reihe oder über die Außen auf Hübes Kasten kam, war sichere Beute des Gästetorwartes.

Ein Debakel deutete sich an, doch der „Blaue Block“ wollte das nicht hinnehmen, und allmählich schwappte die Welle von der Tribüne aufs Spielfeld über. Dort leisteten sich die Hanauer zwar noch immer zu viele Fehler und Fehlwürfe, kämpften aber leidenschaftlich und kamen hin und wieder auch in ihr gefährliches Umschaltspiel. Bis zur 50. Minute verkürzte Hanau auf fünf Treffer und Leutershausen, das zwischenzeitlich auf den zusätzlichen Feldspieler verzichtet hatte, griff nun wieder zu siebt an.

Keine überzeugende Effektivität

Dabei war die SGL aber längst nicht mehr so effektiv wie zuvor, weshalb die Aufholjagd der Hanauer weiterging – wegen des weiterhin schier unüberwindlichen Hübe aber in kleinen Schritten. Diese Schritte erwiesen sich am Ende als zu klein, denn trotz großen Kampfes bis zum Abpfiff konnte die HSG die Partie nicht mehr drehen, sondern nur noch Ergebniskosmetik betreiben.

„Leutershausen ist ein brutal gutes Team, das war für uns vielleicht einfach der falsche Gegner zur falschen Zeit“, meinte Lücke nach Abpfiff, der sich bei den Zuschauern für die lautstarke Unterstützung bedankte und weitere Besserung versprach: „Die Fans performen super, und da will das Team auch wieder hin.“ SGL-Coach Frank Schmitt hingegen war mit dem Auftritt seines Teams hochzufrieden, „bis auf die letzten zehn Spielminuten vielleicht. Aber wir hatten heute einen sehr guten Torwart und haben mit dem siebten Feldspieler viele gute Entscheidungen getroffen.“

HSG Hanau:Sebastian Schermuly (1), Fabian Tomm; Maximilian Bergold (1), Luca Braun (2), Marius Brüggemann (3), Björn Christoffel (3/1), Dennis Gerst (1), Henrik Graichen, Michael Hemmer (2), Lucas Lorenz (1), Michael Malik (1/1), Yaron Pillmann (6), Marc Strohl, Yannik Woiwod (2) – Schiedsrichter: Biehler/Dietz – Siebenmeter: HSG 4/2, SGL 4/2 – Zeitstrafen: HSG 2, SGL 7 – Besonderes Vorkommnis:Rote Karte für Malik (HSG, 22., Torwart bei Siebenmeter ins Gesicht geworfen) – Zuschauer: 510

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