Spieler der HSG Hanau auf der Ersatzbank
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Zum Zuschauen verdammt: Wegen langwieriger Verletzungen musste die HSG Hanau in der vergangenen Saison auf Leistungsträger (von rechts) Jan-Eric Ritter, Matthias Schwalbe und Jannik Ruppert verzichten. Auf eine bessere Runde hofft auch der Sportlichen Leiter Reiner Kegelmann (links)

Handball

3. Liga: HSG Hanau setzt nach turbulenter Saison wieder auf alte Tugenden

  • vonRobert Giese
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Hanau – Auf eine wahre Seuchensaison blickt Handball-Drittligist HSG Hanau zurück: Sportlich durchwachsene Leistungen, Verletzungspech, die Trennung von Trainer Olli Schulz noch in der Vorrunde und allgemein kein glückliches Händchen bei den Neuzugängen, führten zu einer reichlich verkorksten Spielzeit für die HSG.

Am Ende sprang für die HSG der siebte Platz heraus, die Punktebilanz war ausgeglichen und in ernsthafte Abstiegsgefahr war das Team um Kapitän Sebastian Schermuly ebenfalls nie geraten. Allerdings hatten sich die Verantwortlichen angesichts von zwei dritten Plätzen in den Vorjahren und namhaften Neuzugängen ein deutlich besseres Abschneiden erhofft.

HSG Hanau: Gleich drei Leistungsträger erleiden Kreuzbandriss

Dass es nicht dazu kam, lag in den Augen des Sportlichen Leiters Reiner Kegelmann an einigen „Störfeuern“: Daniel Wernig, Matthias Schwalbe und Jannik Ruppert fielen mit Kreuzbandriss aus. Zudem war Spielmacher Jan-Eric Ritter für den größten Teil der Saison verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt. Torjäger Michael Malik verließ Hanau nach einem halben Jahr wieder.

Nach einer derart turbulenten Saison wollen die Hanauer eine Art Rückbesinnung auf alte Tugenden betreiben: Olli Lücke, der schon unter Patrick Beer Co-Trainer war, hat die Mannschaft als neuer Cheftrainer in ruhigeres Fahrwasser geführt, beim Spielerpersonal will die HSG künftig wieder vermehrt auf eigene Talente oder junge, entwicklungsfähige Spieler setzen. „Für Spieler mit mehr Erfahrung sind wir zwar selbstverständlich auch offen“, betont Kegelmann, „aber wir werden keine Altstars einkaufen.“

A-Jugend und erste Mannschaft der HSG Hanau sollen enger verzahnt werden

Enger verzahnen wollen die Hanauer nicht nur erste Mannschaft und die A-Jugend, sondern auch Drittliga-Team sowie zweite und dritte Mannschaft. „Mit der zweiten Mannschaft soll es einen regen Austausch geben“, erläutert Kegelmann; dass das von Norbert Wess trainierte Team in die Oberliga aufgestiegen sei, „ist ein Riesenzugewinn – vor allem, wenn dort die Verwendung von Harz gestattet werden sollte.“

Bei der Drittliga-Mannschaft richten sich die Blicke schon wieder etwas nach oben, denn ein Mittelfeldplatz soll in der kommenden Saison – wann und in welcher Form auch immer sie durchgeführt werden wird – mindestens herausspringen. „Platz drei bis fünf würden wir selbstverständlich gerne anpeilen“, so Kegelmann, „aber zum jetzigen Zeitpunkt können wir unmöglich sagen, wie realistisch das ist. Wir wissen nicht, mit welchen anderen Teams wir in einer Staffel spielen und müssen auch schauen, wie diese Mannschaften sich verstärkt haben.“

HSG Hanau wartet auf Klarheit durch Staffeleinteilung

Zumindest etwas mehr Klarheit dürfte ab dem 18. Juli herrschen, wenn die Spielkommission der 3. Liga nicht nur die Staffeleinteilung festlegt, sondern auch, wie viele Staffeln es in der kommenden Saison geben wird und wann die neue Spielzeit beginnt. Möglich ist auch ein Saisonstart im Oktober oder November.

Die HSG will sich unterdessen auf die Dinge konzentrieren, die sie selbst in der Hand hat. „Wir sind von unserem sportlichen Erfolg in den vergangenen Jahren vielleicht etwas überrollt worden“, meint Kegelmann im Rückblick, „und wollen jetzt wieder stärker unser Umfeld entwickeln.“ Die Hanauer haben dabei ein klares Ziel: „Wenn sich für uns einmal die Möglichkeit ergibt, in die 2. Liga zu gehen“, wagt der Sportliche Leiter der HSG einen Ausblick, „dann wollen wir bestmöglich darauf vorbereitet sein.“

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