Patrick Beer hatte schon vor zwei Wochen im Derby gegen Nieder-Roden viel Gesprächsbedarf. Wenn es für ihn morgen zum Wiedersehen mit alten Bekannten aus Groß-Umstadt kommt, wird das sicherlich nicht anders sein. Archivfoto: TAP

Hanau

3. Liga: HSG-Coach denkt gerne an die Zeit in Groß-Umstadt

Handball. Wenn die HSG Hanau am Sonntag (17 Uhr, Main-Kinzig-Halle) gegen die MSG Groß-Umstadt ihr drittes Derby in Folge bestreitet, wird HSG-Coach Patrick Beer auf viele alte Bekannte treffen – schließlich spielte er einige Jahre in Groß-Umstadt und war zeitweise sogar Kapitän. Der HA hat Beer über seine Zeit in Südhessen und die Auswirkungen auf das Derby befragt.

Von Robert GieseHerr Beer, Sie haben sieben Jahre lang für Groß-Umstadt gespielt – welche Erinnerungen verbinden Sie mit dieser Zeit?„Als Spieler hatte ich dort sicherlich meine schönste Zeit, auch wenn es zu Beginn nicht gut lief. In meiner ersten Saison hatten wir in der damaligen Regionalliga acht Spieltage vor Saisonende bereits 23 Punkte auf dem Konto und wollten im Saisonendspurt eigentlich noch auf den fünften Platz kommen, aber es kam anders: Wir verloren noch fünf Spiele mit einem Tor Differenz und sammelten durch zwei Unentschieden nur noch zwei weitere Zähler, wodurch wir schließlich abgestiegen sind.

Später waren wir dann zum Glück erfolgreicher, schafften erst den Wiederaufstieg in die Regionalliga und schließlich sogar den Sprung in die 2. Bundesliga. Das war eine sehr bewegte Zeit, die stark vom damaligen Trainer Ralf Ludwig geprägt wurde. Im Kader gab es wenig Fluktuation, viele Spieler kamen aus der Region, wodurch es im Team einen großen Zusammenhalt gab – also eine ganz ähnliche Situation wie in Hanau in den letzten Jahren.“

Wie sieht es mit den Verbindungen nach Groß-Umstadt aktuell aus, gibt es da noch Kontakte?„Klar, ich hatte da eine super Zeit und mit meinen ehemaligen Mitspielern, die noch aktiv sind, habe ich noch Kontakt. Mit Tim Beckman, dem Trainer der Groß-Umstädter, habe ich ja auch zusammengespielt, wir tauschen uns eigentlich regelmäßig aus – auch wenn das jetzt in den Wochen vor dem Derby etwas nachgelassen hat. Hin und wieder schaue ich auch noch in der Halle in Groß-Umstadt vorbei, da gibt es dann auch immer ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten.“Sowohl die HSG Hanau als auch die MSG Groß-Umstadt stehen aktuell im unteren Tabellendrittel, ein Sieg der Hanauer könnte Groß-Umstadt tiefer in den Abstiegsstrudel ziehen – gehen Sie mit gemischten Gefühlen in die Partie gegen ihren Ex-Verein?„Überhaupt nicht. Ich bin total auf die Arbeit bei der HSG fokussiert und will das Derby auf jeden Fall gewinnen. Falls wir im Saisonverlauf einmal den Klassenerhalt sicher haben und Groß-Umstadt gegen den Abstieg kämpft, drücke ich ihnen jedoch sicher die Daumen. Allerdings glaube ich nicht, dass sie in Abstiegsnöte kommen – dafür haben sie einfach ein zu erfahrenes Team.“

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