Björn Christoffel hat die gegnerischen Torhüter in der laufenden Drittliga-Saison bisher 25-mal überwunden. Am Sonntag gegen den TV Germania Großsachsen will der Rechtsaußen der HSG Hanau sein Trefferkonto weiter aufstocken. (Archivfoto: Kalle)

Hanau

3. Liga: HSG Hanau will Heimnimbus wahren

Handball. Fünf Heimspiele, fünf Siege – die Bilanz der HSG Hanau in eigener Halle ist bisher makellos. Am Sonntag ab 17 Uhr schickt sich der nächste Kontrahent in der 3. Liga Ost an, die „Festung“ Main-Kinzig-Halle zu stürmen.

Von Robert Giese

Dann erwarten die Grimmstädter nämlich den TV Germania Großsachsen, der nach schwachem Saisonstart zuletzt immer besser in Form gekommen ist.

Mit den Kurpfälzern haben die Hanauer in diesem Jahr bereits einmal die Klingen gekreuzt – im Rahmen der Saisonvorbereitung setzte es für die HSG eine empfindliche Testspielpleite. Fundierte Erkenntnisse über die Leistungsstärke der beiden Teams lassen sich nach Ansicht von HSG-Coach Patrick Beer daraus aber nicht gewinnen: „Zum Zeitpunkt des Testspiels hatten wir gerade ein anstrengendes Trainingslager hinter uns, während Großsachsen voll im Saft stand. Ihren 31:19-Sieg im Testspiel will ich daher nicht überbewerten.“

Gutes Rückzugsverhalten an den Tag legen

Ein paar Lehren konnten die Grimmstädter aus dem Duell mit Großsachsen aber dennoch ziehen: „Wir müssen extrem auf ihr Umschaltspiel achten“, warnt Beer, „denn das hat uns im Testspiel das Genick gebrochen. Außerdem sind sie über Schlagwürfe sehr gefährlich.“ Seine Mannschaft müsse daher neben dem eigenen Tempospiel auch ein gutes Rückzugsverhalten an den Tag legen und aufmerksam verteidigen.

Sonderbewachung des Großsachsener Torjägers

Großsachsen war gerade zu Saisonbeginn arg vom Verletzungspech gebeutelt und startete entsprechend schwach in die Spielzeit, je mehr vormals verletzte Spieler zurückkehrten, desto besser wurden allerdings die Ergebnisse der – aus den letzten vier Spielen holte Großsachsen drei Siege. Gefährlichster Spieler des Tabellenzehnten ist Jan Triebskorn, der zwar ebenfalls einige Partien verpasste, mit 59 Toren aber dennoch zu den gefährlichsten Schützen der 3. Liga Ost zählt. „Er ist eine echte Rakete“, spricht Beer in den höchsten Tönen vom Rechtshalben des TVG, „das wird für Marius Brüggemann eine schwere Aufgabe“ – der HSG-Linksaußen wird wohl zur Sonderbewachung des Großsachsener Torjägers abgestellt.

Festung verteidigen

Triebskorn ist jedoch nicht der einzige herausragende Spieler in Reihen des TVG, auch Robin Unger, der inzwischen den Mittelmann bei Großsachsen gibt und Philipp Schulz, der offensiv im linken Rückraum für Torgefahr sorgt und in der Abwehr wichtiger Teil des Mittelblocks ist, sind Schlüsselspieler. „Zuletzt haben sie gegen Gelnhausen ein richtig gutes Spiel gemacht“, ist Beer gewarnt.

Seine Mannschaft wolle die weiße Weste in eigener Halle allerdings behalten und sich dazu auf die eigenen Stärken besinnen. „Wir brauchen eine stabile Abwehr und ein gutes Umschaltspiel“, betont Beer, der auf den gleichen Kader wie in der Vorwoche zurückgreifen kann. Kreisläufer Lucas Lorenz, der beim Kantersieg gegen Groß-Bieberau mit neun Toren bester Schütze in Reihen der Hanauer war, wird jedoch angeschlagen in die Partie gehen. „Ihm wurde von hinten in den Arm gegriffen, daher hat er jetzt Probleme am Wurfarm“, so Beer, der auf den zuletzt immer stärker aufspielenden Kreisläufer ungern verzichten würde.

Schwung mitnehmen

Den Schwung aus dem deutlichen Sieg gegen Groß-Bieberau wollen die Hanauer gegen die Kurpfälzer gerne mitnehmen, auch wenn der HSG-Coach davor warnt, nicht zu überdrehen. „Wir müssen die richte Balance finden, Selbstbewusstsein darf nicht in Selbstüberschätzung umschlagen“, mahnt Beer auch mit Blick auf die deutliche Derby-Niederlage in Bruchköbel vor zwei Wochen, die auf den souveränen Heimsieg gegen Nieder-Roden eine Woche zuvor folgte. An der Zielsetzung für Sonntag ließ der Hanauer Trainer dennoch keinerlei Zweifel: „Zuhause wollen wir weiter punkten, das ist einfach Pflicht.“

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