Noch nicht ganz angekommen: HSG Hanaus Rechtsaußen Dennis Gerst hadert noch mit seinem persönlichen Saisonstart, stellt sich aber in den Dienst der Mannschaft - und diese will am Sonntag gewinnen. Archivfoto: TAP

Hanau

3. Liga: HSG Hanau will gegen Schlusslicht wieder doppelt punkten

Handball. In der Vorwoche musste die HSG Hanau beim Spitzenreiter der 3. Liga Mitte, der HSG Bieberau/Modau, die Segel streichen – und kassierte damit die erste Niederlage nach zuvor vier Siegen in Folge.

Von Robert Giese

Diese Scharte auswetzen und nach Möglichkeit gleich die nächste Serie starten wollen die Hanauer daher am Sonntag ab 17 Uhr, wenn die HSG in der Main-Kinzig-Halle den HSC Bad Neustadt empfängt und als klarer Favorit in die Partie geht.

Ging es am vergangenen Spieltag noch gegen den Tabellenführer, so tritt Hanau nun gegen den Tabellenletzten an, denn der Aufsteiger aus Bad Neustadt hat in den bisherigen sechs Saisonspielen noch nicht gepunktet und schmückt sich folglich mit der Roten Laterne. Aufstiegstrainer Chrischa Hannawald musste nach dem Fehlstart in die 3. Liga bereits nach fünf Spieltagen gehen, aber auch unter seinem Nachfolger Frank Ihl gelang den „Rotmilanen“ noch kein Punktgewinn: Am vergangenen Wochenende unterlag der HSC dem Northeimer HC in eigener Halle mit 20:22.

Mannschaft eingespielt

Auf die leichte Schulter nehmen wollen die Hanauer das Schlusslicht dennoch nicht, denn Bad Neustadt muss sich gerade im Angriff nicht verstecken: Ob der von „Ninja Warrior“ bekannte Gary Hines, Max Bauer oder Krisztian Galli, für jede Menge Tore ist die Offensive des Aufsteigers allemal gut. Besonderes Augenmerk sollte die HSG dabei auf Galli legen: „Er sticht bei Bad Neustadt hervor“, ist dem Hanauer Rechtsaußen Dennis Gerst im Vorfeld aufgefallen, „über ihn läuft im Angriff viel, deshalb müssen wir ihn in den Griff bekommen.“

Der spielstarke Mittelmann ist aber nicht die einzige Stärke der „Rotmilane“, die sich schon vor zwei Jahren Drittliga-Duelle mit den Hanauern lieferten und in der vergangenen Saison ein einjähriges Intermezzo in der Bayernliga einlegten. „Einige Spieler spielen schon sehr lange zusammen und sind entsprechend eingespielt“, warnt Gerst.

Für gute Stimmung gesorgt

Die Hanauer Offensive erwartet vermutlich eine 6:0- oder 5:1-Abwehr, wie das Videostudium im Vorfeld ergeben hat. Allerdings konnte sich die Deckung des HSC bisher nicht unbedingt auszeichnen, denn mit fast 30 Gegentoren pro Spiel hat das Schlusslicht die zweitmeisten Gegentreffer der 3. Liga aufzuweisen.

Reichlich Gelegenheit also für Hanau, um erfolgreich Wiedergutmachung zu betreiben, und die ist in Gersts Augen nach der knappen Auswärtspleite im Hessenderby gegen Bieberau auch nötig. „Wir hatten so viele Fans dabei, die für eine Bombenstimmung gesorgt haben“, erinnert sich der Rechtsaußen an die letzte Partie, „und dann liefern wir ein für unsere Verhältnisse schwaches Spiel ab, das zehrt natürlich.“

Bewegung in der Spitzengruppe

Am Sonntag wolle die Mannschaft daher „so spielen, wie wir das von uns erwarten“ und „unbedingten Siegeswillen“ zeigen. „Wenn dann die Fans wieder so hinter uns stehen wie in Bieberau“, holt Gerst den „Blauen Block“ mit ins Boot, „dann werden wir gewinnen.“ Rein statistisch gesehen stehen die Chancen dafür nicht schlecht, denn ihre beiden einzigen Heimspiele in dieser Saison haben die Hanauer gewonnen.

Für die HSG ergäbe sich durch einen weiteren Heimsieg gegen das Schlusslicht die Möglichkeit, weiter in der Spitzengruppe zu bleiben – in die zuletzt etwas Bewegung kam, denn auch die bis dahin noch verlustpunktfreien „Falken“ aus Bieberau mussten unter der Woche die erste Niederlage der Saison hinnehmen.

Auf Rechtsaußen steigerungsfähig

In der Saison noch nicht so ganz angekommen sieht Gerst sich derweil selbst. „Ich weiß nicht, ob es an der Verletzung von Daniel Wernig liegt, aber irgendwie sind wir auf Rechtsaußen noch nicht ganz in Tritt gekommen“, meint der Linkshänder selbstkritisch, der erst auf fünf Saisontreffer kommt – drei davon erzielte er in der Partie in der vergangenen Woche.

Offensiv konnte der flinke Rechtsaußen seine Schnelligkeit bisher noch nicht so recht ausspielen. „Bei uns geht sehr viel über die Zweite Welle, die Erste Welle spielen wir noch nicht so häufig“, meint Gerst, der daher im Tempo-Spiel zu weniger Abschlüssen kommt, die Situation aber sportlich nimmt. „Das Wichtigste“, meint der Linkshänder, „ist doch, dass der Ball im Tor landet. Meine Schnelligkeit kann ich ja auch im Rückzugsverhalten ausspielen und dem Team damit helfen.“

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