Im hart umkämpften Hinspiel setzte sich die HSG Hanau um Yaron Pillmann (Mitte) mit 25:20 gegen Timo Kaiser und die HSG Nieder-Roden durch. Am Freitag wollen die Grimmstädter den nächsten Derbysieg feiern. Archivfoto: TAP

Hanau

3. Liga: HSG Hanau will Auswärtsschwäche in Nieder-Roden ablegen

Handball. Es ist Derby-Zeit in der 3. Liga Ost: Bevor es am nächsten Freitag zur „Mutter aller Derbys“ mit der SG Bruchköbel kommt, gastiert die HSG Hanau diesen Freitagabend um 20 Uhr bei der HSG Rodgau Nieder-Roden.

Von Robert Giese

Bei diesem Duell liegen die beiden Lokalrivalen aber nicht nur räumlich nah beieinander, sondern auch in der Tabelle, denn Hanauer und „Baggerseepiraten“ stehen in der Tabelle punktgleich auf den Plätzen vier und fünf.Mit dem fünften Rang ist Nieder-Roden damit nach Meinung von HSG-Coach Patrick Beer „etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben“, was mit den wechselhaften Leistungen der „Baggerseepiraten“ zusammenhängt: Für überraschende Siege wie im Hinspiel gegen den TV Großwallstadt waren die Nieder-Rodener ebenso gut wie für unerwartete Niederlagen gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. „Sie sind da etwas launisch“, fasst Beer die bisherigen Auftritte des nächsten Gegners zusammen.

Ins Bild passt da die jüngste Heimniederlage des Tabellenfünften gegen den GSV Eintracht Baunatal – und damit gegen eben jenes Team, das die HSG Hanau eine Woche zuvor noch mit 34:23 regelrecht aus der Halle geworfen hatte. Dass die Grimmstädter aber ebenfalls schlechte Leistungen im Repertoire haben, bewiesen sie zum Leidwesen ihres Trainers am vergangenen Wochenende, als die Hanauer beim Tabellenletzten HSV Bad Blankenburg sang- und klanglos mit 25:29 verloren und dabei wieder einmal ihre eklatante Auswärtsschwäche unter Beweis stellten.

„In Nieder-Roden erwarte ich ein volles Haus“Da ist es für den Tabellenvierten von Vorteil, dass nach Nieder-Roden nur eine kurze Auswärtsfahrt ansteht, bei der die Hanauer von einigen Fans begleitet werden dürften. „In Nieder-Roden erwarte ich ein volles Haus“, freut sich Beer auf tolle Derby-Stimmung, „da können wir Unterstützung gut gebrauchen.“ Trotz der teilweise durchwachsenen Ergebnisse schätzt Beer den Gegner nämlich als sehr stark ein: „Sie haben Spieler der Extraklasse wie Timo Kaiser und Jonas Müller und sind zu herausragenden Leistungen fähig.“

Eine derart herausragende Leistung habe im Hinspiel jedoch seine eigene Mannschaft abgerufen – und dadurch einen souveränen 25:20-Heimsieg feiern können. „Das war eine unserer besten Saisonleistungen, und die brauchen wir am Freitagabend wieder“, fordert Beer, nach dessen Einschätzung es insbesondere darauf ankommt, „dass wir gut ins Spiel kommen – und nicht gleich einem hohen Rückstand hinterherlaufen wie vergangenes Wochenende in Bad Blankenburg“.

Trainer erinnert an das HinspielSchlüssel zum Erfolg sei es, mit der offensiven 6:0-Abwehr der Nieder-Rodener zurechtzukommen. „Außerdem gehen sie wie wir hohes Tempo. Da wird es darauf ankommen, weniger Fehler zu machen und ein gutes Rückzugsverhalten an den Tag zu legen. Wir müssen sie in den Positionsangriff zwingen“, so der Hanauer Trainer zum Matchplan, „das hat im Hinspiel schon gut funktioniert.“

Personell tut sich bei den Hanauern im Vergleich zur Vorwoche wenig; da Can Adanir wegen einer Sperre vorerst fehlt, steht Nachwuchstorwart Fabian Tomm erneut im Drittliga-Kader. Die Sperre Adanirs wegen einer Blauen Karte im letzten A-Jugend-Bundesligaspiel sei ärgerlich, Beer vertraue Tomm aber: „Er hat seine Sache gegen Bad Blankenburg sehr gut gemacht.“ In Nieder-Roden könnte Tomm Gesellschaft von einigen Mitspielern aus der A-Jugend bekommen, denn auch die Hanauer hat die Grippewelle voll erwischt. „Ich bin zwar zuversichtlich, dass bis zum Wochenende wieder alle fit sind, aber möglicherweise helfen bei uns ein oder zwei Talente aus“, so Beer.

Mannschaft ist topmotiviertTrotz der bisher eher mäßigen Leistungen in fremden Hallen sieht Beer gute Chancen, sich in Nieder-Roden zu behaupten. „Wie wir in Gelnhausen gesehen haben, ist in einem Derby alles möglich, und wenn das Spiel lange knapp bleibt, ist für uns ein Punktgewinn durchaus drin. Letztlich werden die Tagesform und der Umgang der Teams mit den Emotionen dort im Hexenkessel entscheidend sein“, vermutet Beer, „wir gehen jedenfalls topmotiviert in die Partie.“

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